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Für Transparenz in der Verwaltung

Bürgerinitiativen Für Transparenz in der Verwaltung

Mehrere Bürgerinitiativen und Einzelpersonen haben sich im vergangenen Jahr in Königs Wusterhausen zum Verein „Wir für KW“ zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie die Lebensqualität in Königs Wusterhausen und den Ortsteilen zu verbessern.

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Die Mitglieder von „Wir in KW“ wollen sich für ihre Stadt engagieren.

Quelle: Matthias Fischer

Königs Wusterhausen. Kultur, Naturschutz, Flüchtlingshilfe und Transparenz in der Verwaltung: In Königs Wusterhausen haben sich im vergangenen Jahr mehrere Bürgerinitiativen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um gemeinsam stark zu sein und die Lebensqualität in der Stadt und ihren Ortsteilen zu verbessern. Die Initiatoren von „Wir für KW“ haben sich deshalb direkt für die Struktur entschieden, die viele Initiativen erst nach Monaten oder Jahren in Erwägung ziehen: Sie gründeten „Wir für KW“ sofort als Verein – am 5. März 2015, kurz vor den Kommunalwahlen.

Der Zeitpunkt war nicht zufällig gewählt, die Initiatoren erfahren in der Kommunalpolitik. Zu ihnen zählen der Vorsitzende Michael Reimann, der jahrelang Mitglied der Linken war, und Hannelore Gabriel, die nach der Wende zu den Gründungsmitgliedern der SPD in der Region gehörte. Der Verein ist auch eine Art Sammelbecken für die Kommunalpolitiker, die mit der Linie ihrer meist ehemaligen Partei nicht mehr zufrieden waren. Als Gründungsbecken fungierte auch die bereits etwa ein Jahr zuvor gegründete Wählergruppe „Wir in KW“. Mit seiner Ausrichtung hatte der Verein Erfolg: Er zählt mit drei Mandaten in der Stadtverordnetenversammlung mittlerweile zu den etablierten Kräften der Stadt.

Steckbrief

Mitglieder: 25, dazu 25 Sympathisanten.

Aktiv im Raum: Königs Wusterhausen und Ortsteile.

Anliegen der Bürgerinitiative: Transparenz in der Verwaltung.

Ansprechpartner: Michael Reimann.

Internet:
www.wirfuerkw.de

Trotzdem verstehe sich der Verein „Wir für KW“ ausdrücklich als Bürgerinitiative, sagt Michael Reimann. Es handele sich seiner Meinung nach um einen parteiunabhängigen Zusammenschluss von sozialen, weltoffenen und friedlichen Bürgern. Er befürchtete nur, dass sie als reine Bürgerinitiative lediglich Bittsteller seien, wollten aber selbst Wahlvorschläge einbringen. Möglicherweise ist auch der Fakt, dass Vereine langfristig leichter Fördermittel beantragen können, ein Grund für diese Form gewesen.

Um aktive Kräfte zu vereinen, ist Reimann mit anderen Gründungsmitgliedern des Vereins zu Beginn etwa zwei Wochen lang zu örtlichen Bürgerinitiativen gefahren und hat sich mit ihnen über ihre Anliegen unterhalten. Daraus entstand das Kernteam des Vereins. Unter ihnen ist auch Frithjof von Rottkay, der zuvor in einem Zeesener Bürgerbündnis engagiert war. „Wir wollen mit unserem Verein die Bürgermeinungen einholen“, sagt er. „Und in der Verwaltung den Finger in die Wunde legen.“

In seiner bisherigen Arbeit hat der Verein dafür gesorgt, mehr Transparenz in die Verwaltungsangelegenheiten der Stadt zu bringen. Im vorigen Jahr traten bei städtischen Investitionen gleich in drei Fällen erhebliche Mehrkosten auf. Die Sanierung des Rathauses überschritt die veranschlagten Kosten mit 377 000 Euro. Der Verein nahm daher das Investitionsgeschehen in der Stadt besonders kritisch unter die Lupe. „Das sind alles keine unvorhersehbaren Kosten“, sagt von Rottkay.

Damit Kostenexplosionen künftig nicht mehr vorkommen, beschlossen die Stadtverordneten, dass künftig alle Bauvorhaben bis zu einer bestimmten Planungsphase mit einem Sperrvermerk versehen werden. „Somit haben wir eine Kontrollinstanz geschaffen, mit der in Zukunft klare Linien gefahren werden“, sagt von Rottkay über den bislang größten Erfolg des Vereins.

Von Anja Meyer

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