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Funkerberg bleibt auf Sendung

Verein feiert 20. Geburtstag Funkerberg bleibt auf Sendung

Die wechselvolle Rundfunkgeschichte der Stadt lebendig zu vermitteln – dieser Aufgabe hat sich der Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ seit 20 Jahren verschrieben. Mehr als 80 Mitglieder feierten am Sonntag im Kulturraum des Senderhauses I das Jubiläum.

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Die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Sender Königs Wusterhausen Wolf-Dieter Säuberlich, Rosemarie Matter und Rainer Suckow (v.l.) zogen auf der Geburtstagsfeier im Senderhaus I Bilanz.

Quelle: Uta Schmidt

Königs Wusterhausen. „Der Verein wurde am 18.Oktober 1993 mit dem Ziel gegründet, Rundfunktechnik auf dem Funkerberg zu erhalten“, erinnerte Vorstandsmitglied Regia Nowotny. Wenigstens ein Sender, der Kurzwellensender KN20, sollte zunächst gesichert werden. Der erste Vorstand um Manfred Bähr habe auf sieben Seiten ein Museumskonzept entwickelt, das bis heute als Fahrplan diene, so Nowotny.

Im September 1995 wurde mit Unterstützung der Telekom eine erste feste Ausstellung im Senderhaus I eingeweiht. Drei Monate später erklang ein kleines Weihnachtskonzert, mit dem an die Geburtsstunde des deutschen Rundfunks erinnert wurde, die am 22.Dezember 1920 auf dem Funkerberg schlug. Vereinsmitglieder spielten wie anno dunnemals die Beamten der Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen das Lied „Stille Nacht“ in einem improvisierten Studio nach.
Hauptsächlich sorgen sich die Ehrenamtler darum, dass wertvolle Sendetechnik bewahrt wird. Weiter bauten sie ein Modell des historischen Sendestandortes auf dem KWer Funkerberg im Maßstab 1:200 nach. Gezeigt werden die drei Senderhäuser und der Antennenwald, in dessen Zentrum einst ein 243 Meter hoher Sendemast – „Der Dicke“ – stand.

Bittere Stunden erlebten die Vereinsmitglieder, als das Museum wegen des Rückzugs der Telekom von August 2005 bis Juli 2007 geschlossen werden musste. Erst als die Stadt Eigentümer des Funkerbergs wurde, konnte die erfolgreiche Arbeit im Museum zur Bewahrung seltener Funk- und Sendetechnik fortgesetzt werden.

„Wir sind zum Hospiz für alte Sender geworden und erhalten nicht nur aus Deutschland Sendeanlagen. Ohne uns würde in Zeiten des Smartphons bald niemand mehr wissen, wie die Sender funktionieren“, sagte Rosemarie Matter. Allerdings habe der Verein auch Probleme bei der Bewältigung der ehrenamtlichen Museumsarbeit. „Von den 14 Museumsführern sind zehn bald über 80Jahre alt. Ähnlich sieht es bei der Absicherung der Aufsichts- und Öffnungsdienste aus“, so Matter. Deshalb sei der Förderverein verstärkt auf Nachwuchssuche.

Vor sechs Jahren trat ein Fernsehsender aus dem Berliner Fernsehturm den Weg nach Königs Wusterhausen an. Ziel ist es seitdem, auch die Fernsehübertragungstechnik im Hause zu demonstrieren: von der Kamera bis zum Bild auf einem Monitor. Darum kümmern sich vor allem die Mitglieder der Fachgruppe „Deutscher Fernsehfunk Adlersdorf“ mit ihren 24 Studiotechnikern und Künstlern, die seit 2009 unter dem Dach des Fördervereins arbeitet.

Wie setzen sie sich ein für den Funkerberg

Rainer Fricke, Geschäftsführer Ebeg: Die stadteigene Entwicklungsgesellschaft verwaltet den Gebäudekomplex auf dem Funkerberg und gibt dafür jährlich mehr als 170.000 Euro aus, die zum Großteil in sicherungstechnische Anlagen und den Mast fließen.

Horst Rentz : Mit 24 Studiotechnikern, Künstlern und Fernsehleuten gehöre ich seit 2009 der Fachgruppe Deutscher Fernsehfunk Adlershof im Förderverein an. Unser Anliegen ist es, im Museum auf die Geschichte des Fernsehfunks aufmerksam zu machen.

Hermann-Joseph Becker: Als Leiter der Potsdamer Telekom-Niederlassung war ich für den Standort Funkerberg zuständig. Ich erlebte die Anfänge des Fördervereins mit und unterstützte den Aufbau des Museums. Obwohl ich in Bonn lebe, bin ich bis heute Vereinsmitglied.

Uwe Brehmer: Als ich voriges Jahr den alten Deutz-Dieselmotor im Maschinensaal erstmals in Aktion erlebte, war es um mich als Motorschlosser geschehen. Deshalb trat ich in den Förderverein ein, kümmere ich mich um die Vorführungen des Motors für Museumsgäste.

Regia Nowotny: Dem Förderverein gehöre ich seit 1994 an. Ich erhielt die kreative Aufgabe, die erste Konzeption für das Museum zu erarbeiten. Für die Gestaltung eines Raumes und die erste Ausstellung im Senderhaus I standen uns damals 10.000 D-Mark zur Verfügung.

Friedrich Nowotny: Mit 23 Jahren bin ich das jüngste Vereinsmitglied. Als Maschinenbau-Student kann ich mithelfen, alte Technik am Leben zu halten und mich auf interessantem Feld ehrenamtlich engagieren. Ich unterstütze die Aktion Weihnachtslöten für Kinder im Museum.

Von Uta Schmidt

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