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Dahme-Spreewald Viele Dörfer bleiben bis 2022 ohne Handy-Empfang
Lokales Dahme-Spreewald Viele Dörfer bleiben bis 2022 ohne Handy-Empfang
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00:21 17.01.2019
Über 1500 Funklöcher haben Einwohner alleine für den Landkreis Teltow-Fläming gemeldet. Quelle: Foto: dpa
Dahmeland-Fläming

Irgendwo zwischen Gräbendorf und Gussow befindet sich eine Art Bermuda-Dreieck. Auf dieser Strecke wundert sich niemand mehr darüber, dass der Handy-Empfang Meter für Meter abnimmt und schließlich ganz verschwindet. In einer interaktiven Übersicht zu Funklöchern in Brandenburg, die die CDU-Landtagsfraktion 2017 in Auftrag gegeben hat, ist der Kartenabschnitt eine rote Zone. Rot markiert wurde ein Bereich in dem mittlerweile abgeschlossenen Projekt immer dann, wenn besonders viele Nutzer ein Funkloch meldeten.

Im Jahr 2019 sind die Löcher auf der Karte immer noch aktuell. Der Landesregierung ist die Problematik durchaus bekannt. Abhilfe schaffen sollen neue Digitalfunkmasten: Im Mai vergangenen Jahres kündigte das Brandenburgische Ministerium des Innern und für Kommunales an, 2019 landesweit bis zu 32 solcher Masten aufstellen zu wollen.

 Gedacht seien diese zwar in erster Linie für die Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Mobilfunkanbieter hätten aber auch die Chance, die Infrastruktur zu nutzen.

Land prüft Standorte für neue Masten

 Nach Angaben des Innenministeriums wird derzeit geprüft, welche Standorte infrage kommen. Insgesamt 15 potenzielle Orte seien bisher bewertet worden. Wo die neuen Masten dann hinkommen, soll bis zum Frühjahr entschieden werden. In Betrieb genommen werden sie wohl erst im Jahr 2022. Bis dahin müssen viele Brandenburger weiter im Funkloch ausharren.

Doch Funkloch ist nicht gleich Funkloch: Denn wie gut der Empfang in einem Ort ist, hängt auch vom Mobilfunkanbieter ab. Deshalb kann die interaktive „Funklochmelder“-Karte nach Daten und Sprache sowie den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und O2 gefiltert werden.

Unterschiedlicher Empfang innerhalb eines Ortes

Mobilfunknetz der Telekom in Dahmeland-Fläming. Quelle: Detlev Scheerbarth

 Dabei ergeben sich mitunter ganz unterschiedliche Bilder desselben Ortes: In Gottow im Nuthe-Urstromtal zum Beispiel wurde für Vodafone der Empfang an neun Stellen mit der Schulnote sechs bewertet, für die Telekom waren es nur zwei. Von Funkloch zu Funkloch fällt in Gottow also nur, wer Vodafone-Kunde ist. In anderen Dörfern ist es umgekehrt. O2 bleibt als deutlich kleinerer Anbieter außen vor.

 Ein weiteres gutes Beispiel für dieses Phänomen ist der Mittenwalder Ortsteil Töpchin, in dem ebenfalls viele Funklöcher gemeldet wurden. Telekom-Nutzer dürften hingegen kaum Probleme haben. „Telekom geht gut, andere Anbieter funktionieren deutlich schlechter“, sagt Töpchins Ortsvorsteher Jan Priemer (parteilos).

 

Mobilfunknetz von O2 in Dahmeland-Fläming. Quelle: Detlev Scheerbarth

 Er selbst habe auf seinem Hof guten Empfang. Kunden anderer Netze könnten bei ihm weder telefonieren noch größere Dateien, wie zum Beispiel Fotos, verschicken. „Natürlich ist gutes Netz auch die Entscheidung desjenigen, der den Vertrag abschließt“, sagt Priemer. „Aber finanziell ist das vielleicht nicht für alle möglich.“

Je südlicher, desto mehr Probleme

Problematischer wird es ein paar Kilometer südlicher. In Berkenbrück, das zur Gemeinde Nuthe-Urstromtal gehört, ist Handy-Empfang rar. „Ich persönlich muss auf die Straße gehen, um mit dem Handy zu telefonieren“, sagt Ortsvorsteher Dieter Katzung (parteilos).

Mobilfunknetz von Vodafone in Dahmeland-Fläming. Quelle: Detlev Scheerbarth

„Hier muss man immer ein bisschen wandern, um Empfang zu finden.“ Auch in Berkenbrück gebe es Unterschiede zwischen Telekom, Vodafone oder 02 – doch im tiefsten Funkloch helfe auch der beste Anbieter nicht weiter.

Ortsvorsteher Katzung hat sich an diesen Zustand gewöhnt. „Ich gehöre sowieso nicht zu den Ständig-Telefonierern, ich spreche lieber persönlich mit den Leuten“, erläutert er. Zumal er mit mobilen Daten keine Probleme habe, nur beim Telefonieren hake es. Wenn er sich zurückerinnert, fällt ihm trotzdem auf, dass sich die Lage in seinem Dorf seit Langem nicht verbessert hat. „Eigentlich ist der Empfang über Jahre gleich schlecht geblieben“, so Katzung. Maßnahmen, um das zu ändern, seien ihm nicht bekannt.

Funklöcher problematisch für Unternehmer

Er selbst empfinde die Funklöcher zwar als „nicht so dramatisch“, allerdings fielen ihm da ein paar Bekannte ein, die beruflich auf ständige Erreichbarkeit angewiesen seien. „Da ist das dann schwierig mit dem Kundenkontakt“, erläutert Katzung.

Über 1500 Funklöcher gibt es laut Funklochmelder allein im Landkreis Teltow-Fläming. Im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald erfüllen mindestens acht Orte nicht einmal die Mindestanforderungen der Mobilfunkabdeckung, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion erklärte.

Von Hannah Rüdiger

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