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Dahme-Spreewald Geburtstag ohne Feier
Lokales Dahme-Spreewald Geburtstag ohne Feier
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07:12 01.07.2017
Als wollte er sagen: was macht ihr nur mit meinem Werk? Selbstporträt von Erwin Hahs. Quelle: Frank Pawlowski
Zernsdorf

Eine Hand auf der Stirn, ein kritischer Blick. Als wollte er zum Umgang in der Region mit seinem Werk und ihm selbst sagen: „Was macht ihr denn nur?“ So könnte man das Selbstporträt von Erwin Hahs (1887 bis 1970) jedenfalls deuten.

Zwischenbilanz zum runden Jubiläum

In wenigen Wochen, am 27. Juli, ist Hahs 130. Geburtstag. Das runde Jubiläum ist der Stadt Königs Wusterhausen allerdings keine öffentliche Würdigung wert. Dass der vergessene Künstler und Pädagoge dennoch inzwischen kein ganz Unbekannter mehr ist, verdankt die Öffentlichkeit vor allem seiner Tochter Gabriele und deren Mann Jürgen Winter. Sie bewahren das künstlerische Erbe von Erwin Hahs und Ires Hahs-Hoffstetter (1908-1986), die ebenfalls Malerin war.

In der neuen Königsufer-Siedlung wurde eine Straße nach Erwin Hahs benannt. Eine weitere Straße trägt den Namen seiner Frau, der Malerin Iris Hahs-Hoffstetter. Quelle: Frank Pawlowski

Ringen um Aufmerksamkeit war nicht umsonst

In Zernsdorf wurden zwei Straßen nach dem Künstler-Paar benannt. In Königs Wusterhausen gab es erstmals eine Ausstellung mit Werken von Erwin Hahs, außerdem fanden Lesungen aus seinen Tagebüchern statt. Zwei Kunstwerke des Paares sind in Kapellen zu sehen. Das mühselige Ringen der Winters um Aufmerksamkeit für das Hahs-Werk war also nicht umsonst. „Aber wir merken, dass wir langsam Schluss machen und wieder mehr an uns denken müssen“, sagt der 78-jährige Jürgen Winter. Seine Frau, die ein Jahr jünger ist, nickt zustimmend.

Eine Gedenktafel im Ort fehlt

Sie haben viel erreicht. Ein Werkverzeichnis von Erwin Hahs ist in Arbeit, im Nachgang zu einer großen Ausstellung in Halle, wo der Maler seit jeher mehr Anerkennung findet. Vielleicht ist das sogar die Krönung des Winterschen Lebenswerks. Zufrieden sind sie deshalb aber nicht. Für Zernsdorf würden sich Winters eine Gedenktafel für Erwin Hahs wünschen, eine bleibende, öffentliche Erinnerung und Würdigung, wie das Straßenschild in der neuen Königsufer-Siedlung. Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD) will sich darum kümmern. Die Tafel selbst sei nicht das Problem, sondern einen geeigneten Standort zu finden. An dem früheren Wohnhaus von Erwin Hahs in der Engelsstraße bliebe die Tafel weitgehend unbemerkt. „Da läuft keiner lang“, sagt Borck. Andere, öffentlichere Standorte, kämen aus diversen Gründen nicht in Betracht. Das Gelände des Bürgerhauses wiederum würde sich anbieten, ist aber wegen des angespannten Verhältnisses zum Betreiberverein derzeit ebenfalls kein Thema. So wird es mit der Tafel wohl noch eine Weile dauern.

Großer Fundus: Gabriele und Jürgen Winter bewahren zahlreiche Werke des Künstler-Ehepaares auf. Quelle: Frank Pawlowski

Unverhoffter Fund unbekannter Bilder

Gabriele und Jürgen Winter freuten sich jüngst über einen unverhofften Fund weiterer Bilder von Erwin Hahs und Iris Hahs-Hoffstetter. Eine Galeristin entdeckte sie zufällig bei einem Privatsammler in Sachsen, der sie den Winters anstandslos überließ. Zur Bilderreihe wurde das Künstlerpaar durch das Nachkriegsdrama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert inspiriert. Doch Jürgen Winter hält längst nicht nur den Maler und Pädagogen Erwin Hahs für bedeutsam, er entdeckte in dessen Tagebüchern aus den Kriegsjahren eine ungeahnte Weitsicht. „Er dachte früh an Europa.“ Der Stoff zum Forschen und Entdecken geht nicht aus.

Von Frank Pawlowski

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