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Dahme-Spreewald Gedenkstein erinnert an Alyssa
Lokales Dahme-Spreewald Gedenkstein erinnert an Alyssa
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12:20 19.11.2015
Dort wo der Stein steht, ist Alyssa vor zwei Jahren umgebracht worden. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Eichwalde

Es ist ein Verbrechen, das die Menschen in Eichwalde noch immer sprachlos macht. Am Mittwoch vor zwei Jahren ist die 14-jährige Alyssa in der Nähe des S-Bahnhofs mit dutzenden Messerstichen getötet worden. Nun steht ein schlichter Findling an genau dieser Stelle. „Im Gedenken. Alyssa Baumann“, ist in den Stein graviert. Er soll an die grausame Tat erinnern und daran, dass Alyssa nicht vergessen bleibt. Der Stein steht bereits seit einigen Tagen, am Mittwoch gab es dort eine kleine Zeremonie.

Als Alyssas Eltern an den Stein treten, wird es ruhig

In einigem Abstand zum Stein haben sich etwa 20 Leute versammelt. Darunter Freunde der Familie Baumann und einige Eichwalder, viele von ihnen haben in Cottbus den Prozess gegen Alyssas Mörder Maurice M. verfolgt. Auch Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) ist da. Viele nehmen Alyssas Eltern in den Arm. Einige unterhalten sich, andere hängen ein Trauerplakat auf. Als Alyssas Eltern an den Stein treten und Arm in Arm inne halten, wird es ruhig. Keiner spricht mehr. Wenig später treten die Besucher einzeln vor, legen Blumen ab, halten inne. Einige weinen.

Chronologie des Falles im MAZ-Spezial

Urteil gegen Alyssas Mörder noch nicht rechtskräftig

An der Stelle, an der Alyssa so grausam umgebracht wurde, werden seit zwei Jahren immer wieder Kerzen, Kuscheltiere oder Fotos abgelegt. Die Idee, dass dort ein Stein aufgestellt wird, ist in vielen Gesprächen von Alyssas Eltern und ihren Freunden entstanden. „Wir saßen nach den Prozesstagen in Cottbus oft zusammen und haben überlegt, wie wir Alyssas Andenken bewahren können“, sagt Alyssas Mutter. Irgendwann kam die Idee, einen schlichten Stein, der sich in die Umgebung einbettet, aufzustellen. „Ein Bekannter hat uns dann gesagt, dass er einen schönen Findling auf einer Baustelle gesehen hat“, sagt Alyssas Vater. So kam dann eines zum anderen. Die Gemeinde sagte ihre Unterstützung zu, ein anonymer Spender finanzierte die Inschrift auf dem Stein.

Ende April ist Alyssas mutmaßlicher Mörder Maurice M. nach einem sechs Monate langen Prozess wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. M.’s Verteidiger haben Revision eingelegt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Große Unterstützung durch Freunde von Alyssas Eltern

Dass ihre Tochter so brutal aus dem Leben gerissen wurde, ist für Alyssas Eltern auch zwei Jahre nach der Tat kaum zu verkraften. „Es ist immer da und wird uns immer begleiten“, sagt die Mutter. Trotzdem sagt sie, dass sie zwei Jahre nach dem Tod ihrer Tochter langsam wieder in eine Art Alltag zurückfinde. Inzwischen arbeitet die 50-jährige wieder. „Wir funktionieren.“ „Es geht bergauf, in kleinen Schritten“, sagt ihr Mann. Vor allem wollen sie für ihren Sohn da und eine Stütze sein. „Aufgeben war deswegen für uns nie eine Option.“

Ihre Freunde hätten sie in der schweren Zeit unglaublich toll unterstützt, sagt Alyssas Vater. „Ich bin da sehr stolz auf meine Freunde“, sagt der 54-Jährige. Eine von ihnen ist Marita Seifert. „Ich kenne Alyssas Mutter, seit sie mit ihr schwanger war“, sagt Seifert. „Es war klar, dass ich für sie da bin.“ Sie wisse aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man alleine da steht. Den Prozess in Cottbus verfolgte sie. Auch, um Alyssas Eltern zu helfen. „Ich finde, die beiden gehen mit der Situation unheimlich stark um.“

Von Christian Meyer

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