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Dahme-Spreewald Gedenkstein restauriert
Lokales Dahme-Spreewald Gedenkstein restauriert
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00:21 07.07.2015
Das Denkmal für die Arbeiter, die sich 1920 gegen die Reaktionäre des Kapp-Putsches stellten. Quelle: Franziska Mohr
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Zernsdorf

Der Königs Wusterhausener Ortsteil Zernsdorf ist einzigartig. Aber keineswegs aufgrund der jüngst ausgestandenen Zwistigkeiten, sondern vor allem dadurch, dass dort 1953 ein Denkmal nicht wie sonst üblich für Tote, sondern für Lebende errichtet wurde. Es steht mitten auf der Friedensaue und hat jetzt nach seiner kürzlichen Sanierung auch wieder eine Inschrift, die für alle Bürger lesbar ist: „Am 23. März 1920 standen hier Zernsdorfer Arbeiter vor den Maschinengewehren der Reaktion. Darum: Nieder mit den Kriegsbrandstiftern! Es lebe der Frieden!“

„Es ist wichtig, dass diese Männer, die sich während des Kapp-Putsches im Frühjahr 1920 mutig der Reaktion entgegenstellten und die Weimarer Republik verteidigten, im Ort nicht vergessen werden“, sagt Ortsvorsteher Uwe Borck (SPD). Daher seien die aus Kulturmitteln stammenden rund 700 Euro für die Rekonstruktion des Denkmals gut investiertes Geld.

Der Kapp-Putsch war ein nur fünf Tage währender konterrevolutionärer Putschversuch gegen die nach der Novemberrevolution 1918 geschaffene Weimarer Republik. Dabei versuchten vor allem Angehörige der Reichswehr sowie Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei die sozialdemokratische Regierung zu stürzen. Putschende Offiziere ernannten den preußische Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp, der im Ersten Weltkrieg Gründungsmitglied der Deutschen Vaterlandspartei war, zum Reichskanzler und erklärten den Reichstag für aufgelöst. Am 14. März riefen die Gewerkschaften zum Generalstreik auf. Daran beteiligten sich auch die Arbeiter des Niederlehmer Kalksandsteinwerkes, der Wildauer Schwartzkopff-Werke sowie Mitarbeiter der Schwellen-, der Dachpappen- und der Teppichfabrik in Zernsdorf. Die Obrigkeit befürchtete, dass die streikenden Proletarier die Sendeanlage auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen besetzen könnten, die damals ausschließlich militärisch genutzt wurde. Zu seiner Verteidigung rückte daher ein Infanteriebataillon an, dessen Soldaten auch in die zuvor bestreikten Orte eindrangen.

Am 23. März verhafteten sie einige vor allem in der SPD oder der USPD engagierte Arbeiter in Zernsdorf. Sechs sollten nach Recherchen von Ortschronistin Margit Mach erschossen werden. Dazu hatte man bereits ein schussbereites Maschinengewehr positioniert. Mach zufolge ist es lediglich dem beherzten Auftreten des damaligen Gemeindevorstehers Robert Paulick sowie des Anwohners Dr. Ernst Geyers zu verdanken, dass das Blutbad in der sprichwörtlich letzten Minute verhindert wurde. Die Männer wurden verhaftet und auf dem Funkerberg gefoltert, kamen aber mit dem Leben davon.

Von Franziska Mohr

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