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Dahme-Spreewald Gemeinde mit Kunst geflutet
Lokales Dahme-Spreewald Gemeinde mit Kunst geflutet
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17:37 10.04.2018
Pinkfarbener Unfallwagen: die Studentin Josephine Hanke vor der Außenwand des Bahnhäuschens, die sie selbst gestaltet hat. Quelle: Heidrun Voigt

Eine solche geballte Ladung moderner Kunst und Musik hat es in der Geschichte Eichwaldes noch nicht gegeben. Am Freitag verwandelten Studenten und Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Berliner Barenboim-Said-Akademie die Gemeinde in eine Bühne für Ausstellung, Konzert und Performance. Das ganze nannten sie „Wunderblock“, es war so etwas wie ein Geschenk zum 125. Geburtstag der Gemeinde.

Der künstlerische Parcours begann um 17 Uhr in der Kirche. Mehr als 50 Besucher waren gekommen, um ein Konzert von Udi Perlman und Guillem Palomar i Anglí zu hören. Die beiden spielten vierhändig improvisatorische Miniaturen auf der Parabrahm-Orgel, die auch Eingeweihte überraschten. „Ich kenne die Orgel seit 30 Jahren, spiele ab und zu selbst auf ihr und habe heute Klänge gehört, die ich bisher so noch nie gehört habe“, stellte Besucher Burkhard Fritz erstaunt fest.

Es folgten experimentelle Performances. Student Christoph Rothmeier erkundete die Kirchenschiffstruktur mit einem Entfernungsmesser, der auch auf Lichtveränderung reagiert, und setzte die Ergebnisse in akustische Signale um, machte also Architektur so hörbar. Sebastian Omatschs „Raumresonanz-Loop-Performance“ beinhaltete einen gesprochenen, mit dem Computer aufgezeichneten Text, den er bis zur Schmerzgrenze verzerrte. Die Entwicklung von Sprache zu dissonanten Tonfolgen trieb einige Besucher aus der Kirche.

Nach dem Konzert ging es am Bahnhäuschen weiter. In zwei Wochen wird es abgerissen, aber vorher erlebt das marode Gebäude sein letztes Comeback als Kunstobjekt. Seinen Giebel ziert ein leuchtend rotes Herz, auf dem Cage/Wheel/Hamster (Käfig/Rad/Hamster) steht.

Ein Herz von Benjamin Althammer für alle Pendler, die morgens zur S-Bahn hasten? Ein Fenster gibt den Blick ins Hausinnere frei. Dort steht ein bemalter Quader auf vier Suppendosen-Beinen auf einem gelben Dreieck. Eine Arbeit von Philipp Dachsel. Weiter hinten ein Garten mit Plastikblumen, den ein goldener Fächer aus Pfauenfedern abschließt. Eine Reminiszenz Veneta Androvas an den zuletzt ansässigen, vietnamesischen Blumenladen?

Eine Außenwand gestalteten zudem Josephin Hanke und Lukas Liese. Neben einem riesigen Wandbild eines pinkfarbenen Unfallwagens steht dort auf einem gelben Regal „Antimaterie“, die von Antifaltencreme bis zur Antirutschmatte reicht.

Die nächste Station des Kunstparcours war die Alte Feuerwache, wo Mona Schmidts Video „Baumgesang: Alte Eiche im Wind“ gezeigt wurde. Dieses Video hat den direktesten Bezug zu Eichwalde. Es beschäftigt sich mit der Friedenseiche, reiht Fotos und Videoaufnahmen aneinander, die Studentin hat sogar die Rinde gemalt. Die Sequenzen aus Realfilm und Animation weisen über Eichwalde hinaus. Das Video ist mit einer Komposition Stefan Lischewskis hinterlegt, der ebenfalls zu den Studenten gehört und zuvor in der Kirche einige Stücke zum Besten gab.

Viele Besucher sprachen sich dafür aus, das Bahnhäuschen oder zumindest Teile der dortigen Kunst zu erhalten. „Selbst die Bauarbeiter, die schon fleißig abreißen, meinten, man müsste einen Kran besorgen, der das Haus beiseite stellt“, sagte Barbara Winter.

Von Heidrun Voigt

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