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Dahme-Spreewald Gemeinde setzt auf Hilfe vom Landkreis
Lokales Dahme-Spreewald Gemeinde setzt auf Hilfe vom Landkreis
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00:18 02.11.2013
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Bestensee

Eigentlich stand es nicht auf der Tagesordnung. Dennoch war das geplante Flüchtlingsheim in Pätz das wichtigste Thema bei der jüngsten Sitzung des Bestenseer Gemeinderats am Dienstag. Ein Beleg dafür waren die gut besetzten Besucherplätze.

„Mit diesem Heim kommen Probleme auf uns zu“, stellte Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf fest. „Die Gemeinde wird alles daransetzen, sie zu lösen“, betonte er. Gleichtzeitig machte er aber deutlich, dass er dabei auf Hilfe vom Kreis setze. Zum einen gehe es um die medizinische Versorgung. Schon jetzt seien die Ärzte des Ortes weitgehend ausgelastet. Zum anderen seien Lösungen für Schule und Kindergarten gefragt, wenn die mehr Kinder aufnehmen müssten. „In der Kita wird niemand bevorzugt oder benachteiligt“, sagte Quasdorf. „Dort geht es strikt nach Anmeldungsliste.“

Wer in Zusammenhang mit der Unterbringung von 150 Fremden in Pätz Sorgen äußere, gehöre nicht automatisch in die rechte Ecke, merkte der Bürgermeister an. Die Ausländer hätten Anspruch, um Asyl zu bitten und das dafür vorgesehene Verfahren zu durchlaufen. „Wir wollen denen, die herkommen, das Leben erleichtern ohne uns das Leben schwerer zu machen“, fasste es der Rathauschef zusammen.

Annette Lehmann, die Ortsvorsteherin von Pätz, regte die Einrichtung von Alphabetisierungskursen an, in denen im Laufe einiger Monate Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt würden. Ein derartiger Sprachunterricht werde vom Landkreis erwogen, informierte Kreistagsabgeordneter Michael Kuttner (CDU). Eventuell könne auch ein Arzt gewonnen werden, der im Flüchtlingsheim Sprechstunden abhalte.

Ein Pätzer kritisierte, dass mehrere Bewohner des Ortsteils von der Informationsveranstaltung im Technologie- und Berufsbildungszentrum vor zwei Wochen ausgeschlossen wurden, da die Plätze nicht reichten. Dann brachte er noch einen Vorschlag an: „Die Flüchtlinge dürfen bekanntlich nicht arbeiten, sie brauchen Freizeiteinrichtungen“, meinte er. „Vielleicht ließe sich ein Arbeitskreis bilden, in den sich auch Bürger einbringen können.“

Andreas Scholz von den Unabhängigen Bürgern empfahl Vereine anzusprechen, um sie angesichts der anstehenden Aufgaben mit ins Boot zu holen. Kontakte zu den Kirchengemeinden habe er bereits aufgenommen. Mit Blick auf die jüngste Demonstration von Rechtsextremisten durch die Kommune warnte er: „Wir dürfen den guten Ruf Bestensees nicht durch Nazis beschädigen lassen.“

Von Klaus Bischoff

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