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Gemeinde verhandelt mit MAWV

Groß Köris erwägt Beitritt Gemeinde verhandelt mit MAWV

Groß Köris erwägt den Beitritt zum Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband. In einer Einwohnerversammlung informierten Kommune und MAWV die Anwohner über den möglichen Ablauf. Der Beitritt könnte demnach frühestens 2017 vollzogen werden

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Anwohner aus Groß und Klein Köris kamen zur Einwohnerversammlung.

Quelle: Karen Grunow

Groß Köris. Mit einer Einwohnerversammlung wurde jetzt in Groß Köris die Möglichkeit vorgestellt, dass die Kommune dem Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) beitreten könnte. Zahlreiche Groß und Klein Köriser waren erschienen. Verbandsvorsteher Peter Sczepanski jonglierte zunächst mit einigen Zahlen, stellte Vergleiche auf, wie viel die Groß Köriser derzeit für das Trinkwasser und die Schmutzwasserentsorgung zahlen und wie hoch die Beiträge an den MAWV wären, wenn sie sich denn entschlössen, dem Verband beizutreten. „Das ist nicht vor 2017 denkbar“, stellte Sczepanski klar. Und der Groß Köriser Bürgermeister Marco Kehling (parteilos) sagte: „Das ist ein Prozess, eine offene Diskussion.“ Die Einwohnerversammlung sei der Anfang, die Bürger sollen mitgenommen werden im Entscheidungsprozess, erklärte er. „Wir sind stolz auf die Wasserversorgung. Wir haben bewiesen, dass wir sehr solide wirtschaften können“, so Kehling. Erst vor einigen Jahren war das Trinkwassernetz ausgebaut worden, die Kommune selbst ist derzeit Betreiberin. Trotzdem sei man auf der Suche nach anderen Lösungen, denn insbesondere die Preise für die Abwasserentsorgung seien hoch.

Mehr als 1200 Haushalte sind in den Ortsteilen Groß Köris, Klein Köris und Löpten ans Trinkwassernetz angeschlossen. Das Wasserwerk Löpten fördert dafür rund 70 000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Die Verbrauchsgebühr in Groß Köris liegt mit 97 Cent pro Kubikmeter derzeit zwar 40 Cent unter der des MAWV-Kerngebietes, dafür ist die monatliche Grundgebühr des Verbandes im Vergleich deutlich niedriger. Im Jahr 2014 fielen bei der dezentralen Schmutzwasserversorgung etwa 30 000 Kubikmeter an in der Gemeinde, in der Eigenheimbesitzer zunehmend auf Kleinkläranlagen setzen und es auch zahlreiche abflusslose Sammelgruben gibt. „Diese Gruben auf Dauer zu betreiben, kann kein Ziel sein“, merkte Thomas Koriath, Amtsdirektor des Schenkenländchens, an. Dass sich aber Kleinkläranlagen sehr wohl rechnen könnten, sagte Otto Ripplinger, der kaufmännische Leiter des MAWV.

Sczepanski sagte auch, dass ein möglicher Beitritt in den MAWV für diesen auch eine strategische Bedeutung hätte. „Wir wollen das Wasserwerk in Lindenbrück stärker nutzen“, erklärte er. Das wird derzeit betrieben von der Dahme-Nuthe Wasser- und Abwasserbetriebsgesellschaft. Außerdem wird geplant, wie die Fäkalannahmestellen Märkisch Buchholz beziehungsweise Alt-Schadow umgebaut werden können. Letzteres wird gerade auch im Hinblick auf die derzeit teilweise schon entstehenden Erweiterungen des Erlebnisbades Tropical Islands passieren. „Wir wollen Planungssicherheit für Märkisch Buchholz. Ihr Fäkalwasser würde dorthin befördert werden“, so Sczepanski. Der MAWV versorgt im Verbandsgebiet derzeit etwa 110 000 Menschen.

Einige Einwohner äußerten die Sorge, dass einer kleinen Kommune in einem großen Verband kaum Stimmen zustehen. Außerdem bedeutet eine bereits viel diskutierte, 2014 verabschiedete Änderung im Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit im Land, dass ehrenamtliche Bürgermeister wie Marco Kehling oder ehrenamtliche Gemeindevertreter bei Entscheidungen des MAWV nicht direkt beteiligt werden können. Stattdessen hätte Thomas Koriath als Amtsdirektor das Stimmrecht auszuüben. Auch darüber wurde in der Einwohnerversammlung diskutiert. „Wir wollen die Mitbestimmung über die Gebühren nicht aufgeben“, sagte ein Mann.

Angesprochen wurde auch, inwieweit für Besitzer großer Grundstücke vielleicht bei der Gebührenberechnung gewisse Obergrenzen existierten. Das jedoch verneinte Sczepanski. „Für alle gelten die gleichen Maßstäbe“, wies er darauf hin, dass nach Quadratmeterzahlen und Geschosshöhen der Wohnbauten die Gebühren ermittelt werden. Im Wohngebiet am Karbuschsee gibt es bis heute keine Trinkwasserversorgung über ein öffentliches Netz, auch dazu wird über Optionen zu diskutieren sein.

Von Karen Grunow

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