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Gemeinsam gegen Fachkräftemangel

Schönefeld will enger mit Arbeitsagentur zusammenarbeiten Gemeinsam gegen Fachkräftemangel

Der neue Hauptstadtflughafen soll viele Jobs in die Region bringen. Das hofft auch die Arbeitsagentur. Dennoch gibt es auch rund um Schönefeld einen hohen Bedarf an Fachkräften. Hoffnungen ruhen auf Schulabgängern, aber auch auf Spaniern und Griechen. Außerdem sollen Kommunen und Arbeitsagenturen stärker zusammenarbeiten.

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Die Bürgermeister von Wildau und Schönefeld, Uwe Malich und Udo Haase, mit Arbeitsagentur-Chef Heinz-Wilhelm Müller (v. l.).

Quelle: Klaus Bischoff

Schönefeld. Anfang kommenden Jahres werden in den Rathäusern von Königs Wusterhausen, Schönefeld und Wildau Beratungsstellen der Agentur für Arbeit öffnen. In ihnen sollen sich Arbeitgeber über das Arbeitskräftepotenzial der Region informieren können, teilten die Bürgermeister der Kommunen und Agenturchef Heinz-Wilhelm Müller aus Cottbus in einem Pressegespräch mit. In dem bereits im April eröffneten Büro gegenüber dem Flughafen-Terminal hatte sich der Andrang offenbar in Grenzen gehalten.
„Die Fachkräftesicherung ist eine strategische Aufgabe“, stellte Wildaus Stadtoberhaupt Uwe Malich fest. Während mit dem Wirtschaftswachstum das Angebot an Arbeitsstellen stiege, sinke wegen des Geburtenrückgangs die Anzahl derer, die sie besetzen könnten. „Noch ist die Diskrepanz nicht riesig, doch werden wir den Fachkräftemangel in den nächsten Jahren mit wachsender Wucht spüren“, sagte er. Schon jetzt werden in dem von den drei Orten gebildeten Regionalen Wachstumskern monatlich 200 Stellen geschaffen.
Wichtig sei, so Malich, dass Schüler und Studenten der Technischen Hochschule im Lande blieben, nicht ganze Abitur-Klassen in den Westen zögen. „Dafür ist auch in den Unternehmen ein Umdenken erforderlich“, betonte er. „Die Leute müssen gut bezahlt werden.“ Auch Spanier oder Griechen seien willkommen, während das Arbeitslosenpotenzial begrenzt sei: „Wer den Hauptschulabschluss nicht geschafft hat, kann kaum zum Software-Entwickler werden.“
Kürzlich seien 20 Schweißer gesucht worden, bemerkte Malichs Schönefelder Kollege Udo Haase. „Die waren kaum aufzutreiben.“ Er empfahl eine stärkere Berufsorientierung der Schulen.
Personalmangel existiere in vielen Branchen, unterstützte ihn Heinz-Wilhelm Müller. „Es fehlen Altenpfleger, Erzieher in Kindertagesstätten, Bäcker und Fleischer wie auch bundesweit einsetzbare Kraftfahrer.“ Wer glaube, qualifiziertes Personal für wenig Geld gewinnen zu können, so meinte auch er, befinde sich auf dem Holzweg. Unternehmer könnten ihre Personalnöte lindern, wenn sie etwa Patenschaften über Studierende übernähmen.
„Durch den Bau des Willy-Brandt-Flughafens in Schönefeld ist uns ein Jobmotor zum Geschenk gemacht worden“, hob der Agentur-Geschäftsführer hervor. „Es wäre doch sträflich, wenn wir nicht verstünden, daraus etwas zu machen.“
Konkrete Hilfestellungen für Arbeitssuchende soll es auch wieder geben. Foren, auf denen von der Luftfahrt über die Logistik bis zum Tourismus Jobs oder Lehrstellen angeboten wurden, waren nach der Absage der Flughafen-Eröffnung vor eineinhalb Jahren nicht mehr einberufen worden. „Wenn es einen neuen Eröffnungstermin gibt“, versprach Müller, „werden wir wieder zu Ausbildungs- und Stellenbörsen einladen. Die große Masse der Jobangebote wird noch kommen.“

Von Klaus Bischoff

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