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Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede

Bürgermeisterwahl in Bestensee Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede

Das MAZ-Wahlforum findet am Donnerstag mit den drei Bestenseer Bürgermeister-Kandidaten in der Landkost-Arena statt. Im Mittelpunkt stehen Thomas Irmer (SPD), Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung) und Jürgen Ostländer (Plan Bestensee) sowie ihre Wahl-Programme. Hier nun das Wichtigste zu ihren Ideen, die sie als Bürgermeister umsetzen wollen.

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Quelle: privat

Bestensee. Drei Kandidaten – drei Wahlprogramme: In Bestensee gehen Thomas Irmer (SPD), Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung) und Jürgen Ostländer (Plan Bestensee) ins Rennen um den Stuhl des Bürgermeisters. Alle drei sitzen bereits heute in der Gemeindevertretung und sind den Bestenseern bekannt.

SPD-Kandidat Thomas Irmer machte sein Selfie mit Martina Mieritz, die sich in Zeuthen ebenfalls für das Bürgermeister-Amt bewirbt

SPD-Kandidat Thomas Irmer machte sein Selfie mit Martina Mieritz, die sich in Zeuthen ebenfalls für das Bürgermeister-Amt bewirbt.

Quelle: privat

Vergleicht man die Wahlprogramme der drei Kandidaten, sind Gemeinsamkeiten zu erkennen. Zugleich fallen Unterschiede auf. Stichwort Bildung: Klaus-Dieter Quasdorf, Jürgen Ostländer und auch Thomas Irmer wollen ein Schulzentrum in Bestensee entwickeln und die Ausbildung der Kinder beginnend von der Kita bis hin zur Oberstufe ermöglichen.

Thema Infrastruktur: Hier gibt es ebenfalls ähnliche Ideen. Jürgen Ostländer möchte ein Verkehrskonzept in Auftrag geben, das alle Möglichkeiten aufzeigen soll, wo die Verkehrssituation verbessert werden könnte. Er will besonders die Schranke in der Hauptstraße unter die Lupe nehmen und prüfen lassen, ob der Bau einer Brücke oder einer Unterführung möglich ist. Auch den Bau einer Umgehungsstraße zieht er in Betracht. Klaus-Dieter Quasdorf hat diesen neuralgischen Punkt im Ort ebenfalls im Visier. Ihm geht es jedoch eher um die Umsetzung des Planes, eine Rechtsabbiegerspur aus Richtung Kirche und die Linksabbiegerspur in der Gegenrichtung einzurichten. Thomas Irmer nennt diesbezüglich keine Ziele, will sich aber für Barrierefreiheit in der Gemeinde einsetzen. Gehwege, Sitzbänke, abgesenkte Bordsteinkanten sind hier für ihn die Schlagworte.

Stichwort Gewerbe: Thomas Irmer setzt auf die Gewerbesteuer als Einnahmequelle der Gemeinde. Solide Finanzen sicherten aus seiner Sicht die Zukunft. Er will sich von diesem Standpunkt aus für die Schaffung eines Gewerbestandortes in der Nähe der Autobahn mit Tankstelle einsetzen. Jürgen Ostländer hingegen möchte die Erhöhung der Gewerbesteuer prüfen und sie gegebenenfalls rückgängig machen. Klaus-Dieter Quasdorf hat sich zum Ziel gesetzt, den Standort Bestenssee für das Gewerbe zu sichern. Im Ortsteil Pätz möchte er die Gewerbestruktur ausbauen. Er will auch ein zusätzliches neues Handelszentrum errichten, das unter anderem einen Drogeriemarkt beherbergen soll.

Jürgen Ostländer (Plan Bestensee) will einen Neuanfang in Bestensee

Jürgen Ostländer (Plan Bestensee) will einen Neuanfang in Bestensee. Ihm schweben Veränderungen auch in der Verwaltung vor.

Quelle: privat

Stichwort Tourismus: Alle drei messen diesem Bereich einen hohen Stellenwert zu. Alle drei wollen das Radwegenetz ausbauen. Quasdorf und Ostländer benennen auch die Erweiterung vom Wanderwegenetz. Der Ausbau des Wasserwegenetzes hat sich der Kandidat von Plan Bestensee allein auf die Fahnen geschrieben. Er möchte sogar eine Teilzeitstelle für Tourismus schaffen. Quasdorf benennt zusätzlich die Anschaffung saisonalen Schmucks wie Pflanzampeln, um das Ortsbild zu verschönern. Am Kreisverkehr an der B179 soll das Wappen der Gemeinde erblühen. Er will im Ort zudem Verweilpunkte schaffen. Irmer spricht von einem Tourismuskonzept, das die Pflege der Badestrände und die Parkraumbewirtschaftung sowie eine bessere Ausschilderung beinhaltet. Eine Erweiterung der Wegweiser möchte auch Quasdorf. Ostländer schwebt es vor, mehr Leute nach Bestensee zu locken, indem Veranstaltungen über die Gemeindegrenzen hinaus angeboten werden.

Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung) bildete sich mit dem Bären ab unter dem Motto „In dem Amt braucht man ein dickes Fell“

Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung) bildete sich mit dem Bären ab unter dem Motto „In dem Amt braucht man ein dickes Fell.“

Quelle: privat

Dieser Punkt ragt in den Bereich Freizeit und Kultur . Quasdorf kommt es bei einem Mehr an Veranstaltungen weniger darauf an, Fremde in die Gemeinde zu locken. Er will das Miteinander der Bestenseer beflügeln. Er will zudem neue Spielplätze bauen und die Sportstätten sanieren. Ostländer will für die Jugend feste Ansprechpartner einstellen und Bereiche schaffen, wo sich Jugendliche treffen können. Seiner Ansicht nach werden so Anreize für die jungen Leute geschaffen, sich positiv zu entwickeln und Bestensee als Zuhause zu empfinden. Sozialarbeit in Schule und Jugendklub benennt auch Irmer in seinem Programm.
Thema Wohnraum: Irmer verspricht die Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum für Familien und Ältere. Quasdorf will vor allem neu Zugezogene schneller ins Gemeindeleben integrieren.
Stichwort Finanzen: Jürgen Ostländer schlägt hier eine härtere Gangart an. Er will die Ämter von Bürgermeister und Kämmerer trennen. Der Haushalt soll transparent werden und dem Bürger im Internet zugänglich sein. Für die Vergabe von Leistungen an Firmen möchte er einen Vergabeausschuss einsetzen. Ostländer verspricht darüber hinaus einen „Bürgerhaushalt“. Der soll dem Bürger ermöglichen, über eine feste Summe im Jahr selbst zu entscheiden. Ein Ausschuss soll festlegen, welche Wünsche der Bestenseer umgesetzt werden. Irmer geht vor allem auf die Eröffnungsbilanz ein. Bestensee hat seit 2011 keine. Das behindert das Agieren der Gemeinde und notwendige Investitionen. Irmer will die Eröffnungsbilanz erarbeiten und so die Zukunft von Bestensee sichern. Gleichzeitig möchte er Transparenz bei der Arbeit der Verwaltung für die Öffentlichkeit herstellen und dem Bürger mehr Teilhabe bei den wichtigen Entscheidungen im Gemeinderat ermöglichen. Für ihn ist mehr Öffentlichkeitsarbeit der Schlüssel für ein gutes Miteinander. Er möchte auch die Internetpräsenz der Gemeinde auf einen modernen Stand bringen. Irmer spricht ebenfalls in seinem Programm von einem Bürgerbeteiligungshaushalt. Die Bürger sollen mitentscheiden können, welche Projekte in den nächsten Jahren realisiert werden.

Andere Themen: Mehr Stimme im Gemeinderat für die Senioren ist Jürgen Ostländer wichtig. Deswegen soll seiner Ansicht nach der Seniorenbeirat eine beratende Stimme in der Gemeindevertretung erhalten. Auch das Wohngebiet „Glunzbusch“ mit fast einem Drittel Bürgeranteil soll beratende Stimme in diesem Gremium erhalten.

Jürgen Ostländer hat sich in seinem Wahlprogramm auf die Fahnen geschrieben, sich der Problematik der Altanschließer im Märkischen Abwasser- und Wasserverband (MAWV) anzunehmen. Er will keine Beschlüsse des MAWV mittragen, die die Auszahlung der Beiträge von Altanschließern verhindern. Seiner Meinung nach sollen selbst die Bestenseer ihr Geld zurück bekommen, die keinen Einspruch gegen ihre Bescheide eingelegt haben.

Die Eigenständigkeit von Bestensee wollen alle drei Bürgermeister-Kandidaten in der Zukunft erhalten.

Einen besonderen Service in der Arbeit der Verwaltung will Ostländer für Bürger einrichten, die 75 Jahre und älter sind: Sie brauchen künftig nicht ins Rathaus kommen; das Rathaus kommt zu ihnen.

Die MAZ lädt für Donnerstag, den 31. August, um 18.30 Uhr zum Wahlforum mit allen drei Kandidaten ein. Dieses findet in der Landkost-Arena statt. Gäste sind eingeladen, ihre Fragen an die Kandidaten zu stellen.

Von Andrea Müller

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