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Germania: Ein Spezialist für Nischen-Ziele

Airport Schönefeld Germania: Ein Spezialist für Nischen-Ziele

Flieger der Fluggesellschaft Germania heben seit knapp vier Jahren in Schönefeld ab und hat sich unter anderem auf Nischen-Ziele spezialisiert. Die Flotte soll insgesamt ausgebaut werden. In diesem Zuge wird 2017 ein weiteres Flugzeug in Schönefeld stationiert.

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Auf dem Rollfeld am Schönefelder Flughafen sticht die grünweiße Boeing 737-700 der Fluggesellschaft Germania ins Auge.

Quelle: Uta Schmidt

Schönefeld. Sie ist eine der wenig verbliebenen Fluggesellschaften, die noch den sogenannten Full Service an Bord bietet: Essen und Trinken während des Fluges, Zeitungen und Zeitschrift, dazu 20 Kilogramm Freigepäck ohne Aufpreis. Seit knapp vier Jahren hebt die Fluggesellschaft Germania vom Flughafen in Berlin-Schönefeld ab, nachdem sie jahrelang Berlin-Tegel als Flughafen genutzt hatte. Und mit Beginn des kommenden Sommerflugplans knüpft die grün-weiße Fluglinie ihr Streckennetz noch dichter: Bis zu vier Mal wöchentlich starten dann Maschinen von Schönefeld aus nach Beirut (Libanon). Bodrum (Türkei) und Burgas (Bulgarien) stehen einmal sowie Ibiza (Spanien) und Paphos (Zypern) zweimal wöchentlich im Flugplan. Nach Teheran (Iran) geht es bis zu dreimal in der Woche.

„Nischendestinationen“ abseits der ausgetretenen Pfade

„Wir fliegen vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke, insbesondere von dezentralen Flughäfen aus, jenseits großer Drehkreuze“, beschreibt Accountable Manager Sieghard Jähn das Geschäftsmodell der Fluglinie. Seit mehr als 30 Jahren fliege die Airline zu Warmwasserzielen rund ums Mittelmeer oder auf die Kanaren und bringe Passagiere mit zusätzlichen Linienverbindungen zu Zielen in Europa, Nordafrika und dem Nahen und Mittlere Osten, die jenseits ausgetretener Touristenpfade liegen. Jähn spricht von „Nischendestinationen“ und meint damit Flugziele, die große Fluggesellschaften nicht ansteuern.

Accountable Manager Sieghard Jähn von Germania

Accountable Manager Sieghard Jähn von Germania.

Quelle: Uta Schmidt

„Der Markt und die Bedürfnisse verändern sich derzeit enorm. Darauf reagieren wir als kleinere Fluglinie, passen unser Streckennetz an und wachsen organisch“, sagt er. Zum Winterflugplan 2017 wird Germania ein zweites Flugzeug in Berlin-Schönefeld fest stationieren. Als neues Ziel bietet Germania neben Gran Canaria oder Fuerteventura dann auch Hurghada und Sharm el-Sheikh (Ägypten) an. Angebote, die laut Jähn der engen Verbindung des Unternehmens mit Reisebüros und Touristikanbietern entspringen würden. Germania fliegt aber auch reine Linienverkehre für Geschäftsreisende und Familien und übernimmt zusätzlich Firmenverkehr, wie etwa den bei Airbus von Hamburg-Finkenwerder nach Toulouse.

Manager mit Flugerfahrungen in der Turboprop

Dieses „Mischmodell“ sei ein Erfolgskonzept, so Jähn, der in Schönfeld schon vor 40 Jahren als Interflug-Pilot abhob. „Ich habe in Dresden studiert – heute würde man sagen Luft- und Raumfahrt –, als Navigator begonnen und war als Copilot tätig“, erzählt er. Nach Flügen auf Turboprop-Flugzeugen und Tupolew habe er bei der Interflug auch den Airbus A310 fliegen können und gehörte damit zu den ersten Besatzungsmitgliedern, denen dieses Privileg zu Teil wurde. Nach der Wende musste sich Jähn nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen und wechselte 1992 zu Germania. „Ich habe gesehen, wie das Fliegen Regionen und Menschen verbindet und dass man dafür sogar Berge versetzen kann, das bleibt für mich fantastisch“.

Als Accountable Manager ist Jähn unter anderem für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit der Flugzeuge zuständig. Dabei hilft auch die Techniksparte der Germania, die Germania Technik Brandenburg, die für Wartung und reibungslosen Ablauf sorgt. 2012 bezog das Unternehmen als Untermieter den Hangar im Westteil des BER-Geländes in Selchow.

Hintergrund zum Unternehmen

Der Erstflug der in Köln gegründeten Airline Germania erfolgte im Jahr 1986. Berlin wurde 1991 in den Flugplan aufgenommen, später verlagerte die Airline ihren Sitz nach Berlin.

Gegründet wurde die Firma von Hinrich Bischoff (1936-2005). Er macht die Fluggeräte-Vermietung zum Geschäftsmodell. Unter ihm wurden Tickets zu Festpreisen angeboten und Flugzeuge als Werbeflächen genutzt.

Pro Jahr befördert Germania mehr als 2,8 Millionen Fluggäste zu 55 Zielen.

Mit der Schweizer Schwestergesellschaft Germania Flug betreibt das Unternehmen 25 Flugzeuge. Die Flotte besteht aus zehn A319, fünf A321 sowie zehn Boeing 737-700.

„Sicherheit und Zuverlässigkeit haben bei uns oberste Priorität“, sagt Jähn. Vom Weltluftfahrtverband sei die Airline mit dem IOSA-Status zertifiziert worden, der eine weltweit anerkannte Sicherheitsüberprüfung bestätigt. Aktuell betreibt Germania Flugzeuge vom Typ Boeing 737-700 sowie Airbus A319 und A321. Das Management hat mit dem Flugzeugbauer Airbus Verträge für die Auslieferung von 25 Jets des Typs A320neo und Optionen auf 15 weitere Maschinen desselben Typs unterschrieben. Die Flugzeuge sollen ab dem Jahr 2020 ausgeliefert werden.

Bereits jetzt stehen die Hauptstadtrouten des Winterflugplans 2017 fest. Interessenten können sich bis zum 12. März über die Fluggesellschaft und ihre Reiseziele bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Halle 25 am Stand 167 informieren.

Von Uta Schmidt

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