Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald „Der Laden war mein drittes Kind“
Lokales Dahme-Spreewald „Der Laden war mein drittes Kind“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 21.02.2018
Christina Henschel schließt Ende März ihren Laden für Geschenkartikel in der Bahnhofstraße. Sie geht in den Ruhestand. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

„Der Laden war mein drittes Kind“, sagt Christina Henschel und strahlt über das ganze Gesicht. Vor 27 Jahren übernahm sie den Kunstgewerbeladen der HO in der Königs Wusterhausener Bahnhofstraße, in dem sie zuletzt als Verkaufsstellenleiterin gearbeitet hatte. Diese Ära geht nun zu Ende. Die 63-Jährige geht in den Ruhestand – nach 47 Arbeitsjahren, wie sie stolz betont.

Am 30. März ist Schluss. Der Ausverkauf hat schon begonnen. Wenn sie über den bevorstehenden Abschied erzählt, schießen ihr dann doch die Tränen in die Augen. „Es fällt mir schwer, aber es muss sein“, sagt sie. In den zurückliegenden Jahren stand sie alleine in ihrem Geschenkartikel-Laden, fünf Tage in der Woche. Sie kam über die Runden, aber einen Mitarbeiter konnte sie nicht einstellen.

„Viele Leute kommen jetzt und sagen, das es schade ist. Aber sie sind auch selbst schuld. Sie kaufen in den großen Centern ein und im Internet und machen es damit uns kleinen Händlern schwer.“

Viele Wechsel in der Bahnhofstraße

In der Bahnhofstraße haben schon andere traditionsreiche Geschäfte die Segel gestrichen, wie das Schuhhaus in Christina Henschels Nachbarschaft, in dem sich jetzt ein Nagelstudio befindet. Beim Fotoatelier an der Schleuse glückte jedoch der Übergang. Fotograf Jörg Unkel aus Berlin übernahm das Geschäft und führt es seit Monatsbeginn unter dem selben Namen weiter. Die vorherige Inhaberin ging ebenfalls in den Ruhestand. „Ein Bekannter hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Laden frei wird“, erzählt er. Das Atelier ist bereits geöffnet, wird demnächst noch renoviert.

Veganes Bistro schließt trotz positiver Resonanz

Auf Abschied stehen die Zeichen bei René Rehme, der in der Passage an der Bahnhofstraße vor gut einem Jahr das erste vegane Bistro „Alge Gaia“ in Königs Wusterhausen eröffnete. Es ist inzwischen nur noch montags bis freitags geöffnet, die Wochenenden haben sich nicht gelohnt. Doch das Angebot kommt gut an bei den Königs Wusterhausenern. „Es läuft ganz gut, und das Echo ist bisher durchweg positiv“, berichtet er. Aus persönlichen Gründen will René Rehme jedoch das Geschäft wieder aufgeben, zwar nicht sofort, aber in den kommenden Monaten. Er sucht schon einen Nachmieter. „Am liebsten wäre mir jemand, der das Konzept übernimmt“, sagt er.

Förderprogramm für den innerstädtischen Einzelhandel

Vielleicht profitiert sein Nachfolger schon von dem neuen Förderprogramm, das Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels auflegen will. 50 000 Euro sollen jährlich im Haushalt zur Förderung bereitgestellt werden. „Wer durch die Bahnhofstraße geht sieht, dass der Einzelhandel stirbt“, sagte Ennullat kürzlich im Hauptausschuss. Denkbar sind Mietzuschüsse oder finanzielle Hilfen bei Veranstaltungen. Eine Richtlinie soll noch erarbeitet werden. Stadtpolitiker stimmten dem Vorschlag schon zu, die Fördersumme soll mit dem Haushalt am 26. Februar in der SVV beschlossen werden.

Von Frank Pawlowski

Vertreter von CDU, Linken, FDP und Frauenliste wagten sich in diesem Jahr beim traditionellen Politischen Aschermittwochvorabend in Königs Wusterhausen in die Bütt. Sie sprachen wie üblich vor allem über die Kommunalpolitik.

21.02.2018

Ein Opel-Fahrer hat am Dienstagmittag erfolglos versucht, sich einer Verkehrskontrolle im Mittenwalder Ortsteil Telz (Dahme-Spreewald) zu entziehen. Der Grund zeigte sich, nachdem die Beamten den Mann gestellt hatten. Ein Drogentest reagierte positiv auf Opiate.

14.02.2018

Eine Autofahrerin wurde am Dienstagnachmittag bei einem Unfall in Eichwalde (Dahme-Spreewald) in ihrem Auto eingeklemmt. Sie hatte versucht, einem Wagen auszuweichen, nachdem dessen Fahrer ihr die Vorfahrt genommen hatte. Feuerwehrleute mussten sie aus dem Wagen befreien. Sie blieb unverletzt.

14.02.2018