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Dahme-Spreewald Geschichte in Geschichten
Lokales Dahme-Spreewald Geschichte in Geschichten
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14:40 19.05.2016
Die Eiche auf dem Salzmarkt wurde vor 200 Jahren gepflanzt. Quelle: Andrea Müller
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Mittenwalde

Die Eiche auf dem Mittenwalder Salzmarkt wird 200 Jahre alt. Der Heimatverein nimmt dies zum Anlass, am Sonntag ein Museumsfest zu veranstalten. „Der Baum hat in seinem Leben viel gesehen“, so Vera Schmidt, die Vorsitzende des Heimatvereins. So sei die Idee entstanden, Geschichte in Geschichten zu erzählen. Als Erzähler werden Ingrid Thinius, Christa Nedwed, Michael Schmidt, Carsten Clemen und Sigrid Manczyk dabei sein.

Das Heimatmuseum eröffnete vor 15 Jahren. Quelle: Andrea Müller

Gepflanzt wurde der Baum 1816 als Zeichen des Friedens und der Hoffnung nach den Befreiungskriegen (1813-1815). Vera Schmidt weiß, dass damals in der Gegend um Mittenwalde die Notte-Niederung überschwemmt werden sollte, um Napoleon mit seinen Truppen zu stoppen. Zusätzlich wollte man Befestigungsanlagen und Verschanzungen errichten. Doch der fehlende Regen und die anhaltende Trockenheit machten den Strategen einen Strich durch die Rechnung. Die Niederung konnte nicht geschwemmt werden, weil es schlicht an Wasser fehlte. „In Mittenwalde hat man dann begonnen, in die Stadtmauer alle dreineinhalb Meter Schießscharten zu hauen“, so Schmidt. Doch auch dieser Plan ging nicht auf, denn in die zum Teil zweieinhalb Meter dicken Mauern ließen sich nicht so einfach Löcher schlagen.

Militär war in Mittenwalde stationiert

Schließlich kam der Feind gar nicht nach Mittenwalde. Napoleons Truppen nahmen den direkten Weg nach Berlin. Ihr Weg führte eher in Richtung Dahlewitz und Großbeeren, wo Ende August 1813 die entscheidende Schlacht stattfand. Die Niederlage der Franzosen verhinderte das Vordringen der napoleonischen Truppen nach Berlin und beendete die französische Herrschaft in der Mark. „Allerdings war viel Militär in Mittenwalde stationiert“, weiß die Heimatforscherin. Mittenwaldes Bürger seien damals verpflichtet gewesen, die Soldaten aufzunehmen und zu beköstigen. Tafeln mit den Namen der Gefallenen aus den Befreiungskriegen erinnern im Eingangsbereich zum Turm der St.-Moritz-Kirche daran. Diese wurden auf Befehl des Königs angefertigt und aufgehängt. Die Kosten dafür hatte die Stadt zu tragen.

Ein weiteres großes Ereignis unter der Eiche auf dem Salzmarkt war die Kapitulation der Stadt 1945 am Ende des Zweiten Weltkrieges. „Bürgermeister Schwarz hat die Stadt mit einem weißen Kopfkissen-Bezug an die Russen übergeben“, so Vera Schmidt. Das Kopfkissen sei bis heute im Museum zu sehen.

Friedenseiche soll Friedenseiche bleiben

Zur Wende war die Eiche auf dem Salzmarkt Treffpunkt für die Bürgerversammlungen. „Da war ich dann selbst mit dabei“, erklärt die Heimatvereins-Vorsitzende, die mit einiger Sorge in die Zukunft blickt. „Der Baum ist als Friedenseiche gepflanzt worden und sie soll weiter Friedenseiche bleiben“, sagt sie. Heute dient der Platz als Heimstatt für Weihnachts- und Stadtfeste. Fremde wie Einheimische nehmen gern auf der Bank zu ihren Wurzeln Platz, um ein wenig zu verschnaufen oder einfach das historische Ambiente zu genießen. So soll es auch beim Museumsfest am Sonntag sein, bei dem die Geschichte selbst die Hauptrolle spielen soll. Vorgeführt werde auch altes Handwerk. Es gibt Führungen durch die Stadt. Gleichzeitig sind Höfe in dem mittelalterlichen Ackerbürgerstädtchen geöffnet und können ebenfalls besucht werden. Geöffnet sein wird auch die St.-Moritz-Kirche. Organisiert wird das Fest, das zwischen 11 und 17 Uhr stattfindet, von den Mitgliedern des Mittenwalder Heimatvereins. Dieser zählt gegenwärtig 120 Mitglieder. Sie sorgen unter anderem dafür, dass das vor 15 Jahren sanierte und eröffnete Heimatmuseum immer an den Wochenenden und mittwochs zwischen 10 und 17 Uhr für Gäste und Einheimische geöffnet ist.

Von Andrea Müller

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