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Dahme-Spreewald Geschraubte Bücher und blöde Buchstaben
Lokales Dahme-Spreewald Geschraubte Bücher und blöde Buchstaben
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08:00 18.02.2016
Yvonne Zitzmann hilft einer Schülerin beim Basteln des Notizbuches. Quelle: Philip Ziche
Zeuthen

Die 13 Schüler der Grundschule am Wald in Zeuthen stehen vor einer nur scheinbar leichten Aufgabe: Sie sollen zu jedem Buchstaben ihres Namens einen Begriff oder kurzen Satz finden, der sie charakterisiert. Das ist leichter gesagt als getan, besonders bei langen Namen und schwierigen Buchstaben. „Was kann ich bei Z schreiben?“, fragt eine Schülerin in den Raum. Yvonne Zitzmann lächelt. Die Rangsdorfer Autorin startete am Dienstag die Autorenpatenschaft mit den Schülern der fünften Klassen der Grundschule am Wald. Das Projekt findet im Rahmen einer bundesweiten Initiative des Friedrich-Bödecker-Kreises statt, die seit 2013 besteht und zum Ziel hat, Kindern Literatur näher zu bringen.

Lautstark diskutierend und sich gegenseitig Charaktereigenschaften vorschlagend versuchen die Schüler, zu jedem Buchstaben ein Wort zu finden. Anschließend soll jeder sein „Namens-Anagramm“ vorlesen, was oft zu Gelächter führt. „R ist ein blöder Buchstabe“, liest eine Schülerin ihre Notlösung vor. Ein anderer Schüler schreibt etwas ähnliches, nur mit dem Buchstaben Ö.

Die Selbstcharakterisierung dient als Vorstellungsrunde. Der eigentliche Hauptteil des ersten Treffens zwischen Autorin und Schülern besteht darin, ein Buch zu basteln. Darin sollen im Laufe des Jahres Geschichten, Gedichte und andere Texte gesammelt werden. Als Grundlage dienen ein gelochtes Stück Pappe, ein buntes Deckblatt und 70 Seiten Papier. Zwei Paar Nieten, welche die Kinder zusammenschrauben müssen, halten die Seiten zusammen. Am schwierigsten fällt das Abzählen von 70 Seiten, aber auch das hält die Schüler nicht davon ab, ihr ganz persönliches Buch zu kreieren. Mit ausgeschnittenen Formen, Schleifen und einem Titel dekorieren sie ihre Deckblätter, jeder nach seiner eigenen Vorstellung. „Es ist dein Buch, das kannst du machen, wie du möchtest“, ermuntert Yvonne Zitzmann die Kinder. Zum Schluss wird noch ein Leseband eingeklebt, dann können die Seiten beschrieben werden.

Für den Anfang bekommen die Schüler den Auftrag, entweder ihren schönsten oder ihren schlimmsten Tag zu beschreiben. Das löst hektische Diskussionen aus, welches denn nun der schönste Tag war. Auf Anraten von Zitzmann schreiben einige aber auch über ihren schlimmsten Tag. „Manchmal merkt man, wenn man es aufschreibt, dass es gar nicht mehr so schlimm ist“, sagt die Autorin. Beim abschließenden Vorlesen der kurzen Texte zieren sich viele der Schüler, dennoch gibt es einige, die von ihren Erlebnissen berichten.

Alle zwei Wochen treffen sich die Schüler mit Yvonne Zitzmann in der Gemeindebibliothek Zeuthen. Für ihre Autorenpatenschaft hat die Autorin einiges geplant. Sie möchte mit den Kindern Briefe, Gedichte und Kurzgeschichten schreiben. Dazu soll in Zusammenarbeit mit einer Musikerin ein Hörbuch entstehen. Die besten Texte werden am Ende in einem Buch zusammengefasst.

Von Philip Ziche

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