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Dahme-Spreewald Gesichter Äthiopiens
Lokales Dahme-Spreewald Gesichter Äthiopiens
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18:04 19.08.2014
Siegfried Menthel mit einer seiner Aufnahmen. Quelle: Heidrun Voigt
Eichwalde

Die Kinder, die Siegfried Menthel fotografiert, strahlen um die Wette und drängeln sich ins Bild. Die Erwachsenen sind zurückhaltend, schauen ernst, blicken kaum von der Arbeit auf. Insgesamt 20 Jahre Hilfsprojekte in Äthiopien hat der Eichwalder in Porträts dokumentiert. Gezeigt werden die Bilder in der Alten Feuerwache Eichwalde unter dem Titel „Gesichter Oromias – Begegnungen in Äthiopien“. Die Oromo sind das größte Volk in Äthiopien und leben in dem Bundesstaat Oromia.

Pfarrer in Addis Abeba

„32 Jahre war ich in Schmöckwitz und Müggelsee Pfarrer. In den 80ern haben wir die ersten Benefizkonzerte für Projekte in Afrika, damals Tansania, organisiert“, erinnert sich der schmale, graubärtige Mann. Seit sieben Jahren ist er im Ruhestand, doch an Ruhe ist nicht zu denken. Vom Oktober vergangenen Jahres bis zum März war Menthel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba als Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde tätig. Parallel dazu gab er an der Schule der deutschen Botschaft Religionsunterricht. „In der Schule auf dem Gelände der Kirchengemeinde in Addis Abeba bekommen die Ärmsten freien Unterricht und etwas zu essen. Zudem kümmert sich ein Sozialarbeiter um die Familien der Kinder“, erzählt Siegfried Menthel.

Schnappschüsse, die viel aussagen und zeigen

Er engagiert sich seit 1994 vor allem im rund 700 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Canka. „Die Armut, mit der man überall konfrontiert wird, ist schwer erträglich“, gesteht Menthel. Er fügt hinzu, dass die Armut die Menschen dort aber nicht charakterisiere oder präge: „Man trifft viele fröhliche Menschen mit viel Kraft dort.“ Und diese hat der Eichwalder in seinen Bildern festgehalten. Die Großmutter, die die Verantwortung für den Enkel nach dem Aidstod seiner Eltern übernommen hat. Die junge Afrikanerin, die mit der Wasserwaage eine Mauer prüft. Die beiden jungen Frauen, von denen eine ihr Gesicht unterm Tuch verbirgt, die andere im Ringelshirt selbstbewusst in die Kamera schaut. „Ich bin kein Fotograf, ich mache Schnappschüsse“, sagt Siegfried Menthel von seinen Bildern. Es sind Momentaufnahmen – offen, ungeschminkt, authentisch.

Michael Stöckigt, der wie sein verstorbener Vater Menthels Projekte mit Benefizkonzerten unterstützt, wird zur Ausstellungseröffnung die musikalische Begleitung übernehmen. Siegfried Menthel wird einige Geschichten, die hinter den Bildern stecken, erzählen.

Alte Feuerwache Eichwalde vom 24. August bis 14. September, Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Eintritt frei. Ausstellungseröffnung 22. August, 19 Uhr.

Von Heidrun Voigt

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