Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Geteiltes Echo auf Tegel-Offenhaltung

Schönefeld Geteiltes Echo auf Tegel-Offenhaltung

Die Bürgermeister der BER-Umfeldgemeinden sehen eine mögliche Offenhaltung Tegels als vorteilhaft, verweisen aber auch auf rechtliche Probleme. Weniger Lärm-, Verkehrs- und Feinstaubbelastung seien die Vorteile der Gemeinden.

Schönefeld 52.3923169 13.5170006
Google Map of 52.3923169,13.5170006
Schönefeld Mehr Infos
Nächster Artikel
S-Bahn nach Wildau im Zehn-Minuten-Takt

Ein Passagierflugzeug startet hinter dem Terminal am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) im brandenburgischen Schönefeld.

Quelle: Foto: dpa

Schönefeld. Das Volksbegehren für die Offenhaltung des Flughafens Tegel nach Eröffnung des neuen Airports in Schönefeld stößt bei den Bürgermeistern der BER-Umfeldgemeinden auf ein geteiltes Echo. Nach bisheriger Beschlusslage wird Tegel sechs Monate nach Inbetriebnahme des BER geschlossen – vor-aussichtlich 2018.

Auf dem Areal in Berlin sollen Wohnhäuser und ein Gewerbepark entstehen. Die Berliner Bürgerinitiative „Tegel bleibt offen“ kämpft gegen die Schließung und hat mit über 200 000 gesammelten Unterschriften einen ersten Etappensieg errungen. Im Herbst könnte es in Berlin bereits eine Volksabstimmung geben, im Gespräch ist der 24. September, der Tag der Bundestagswahl. Zuvor jedoch muss sich das Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Thema befassen.

Verkehrschaos bei 35 Millionen Passagieren

„Ich bin für die Offenhaltung, weil ich glaube, dass der BER-Flughafen zu klein sein wird“, sagte Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos). Regierungsmaschinen sollten in Tegel bleiben, ebenso die kleinen Maschinen der General Aviation mit gewerblichen und privaten Flügen. „Alle anderen großen Linienmaschinen könnten den Verkehrsflughafen in Schönefeld nutzen“, sagte Haase. So könne man das erwartete Verkehrschaos entschärfen, wenn vor Ort pro Jahr 35 Millionen Passagiere abgefertigt werden. „Alles was dazu beiträgt, dass hier weniger geflogen wird, entlastet uns“, sagte Haase.

„Wenn der Flugverkehr in Tegel beibehalten wird, wären wir in Schulzendorf weniger belastet von Krach und Emissionen. Wenn Tegel schließt, haben wir nur noch Krach“, sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Hinzu kämen Abgase und Feinstaube, die die Flugzeuge mit sich brächten.

Längere Übergangszeit für Tegel

Tegel müsste konsequenterweise geschlossen werden, wenn der BER eröffnet, ist die Meinung von Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). In Berlin wohnten mehr Menschen dicht beieinander und das Gefahrenpotenzial sei

Für Carl Ahlgrimm (parteilos), Bürgermeister von Großbeeren, ist die Schließung Tegels oder die Offenhaltung kein Thema. „Wer daran etwas ändern will, der muss zuerst geltendes Recht ändern“, sagte er. Bei der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung im Süden Berlins sei Schönefeld aber in kürzester Zeit wie auch Tegel ein innerstädtischer Flughafen. Von einer BER-Erweiterung mit einer dritten Start- und Landebahn rät er ab. Daher müsse neben dem BER ein weiterer Flughafen gebaut werden und schnell eine Standortsuche beginnen.

Neue Standortsuche für weiteren Flughafen gefordert


.

„Es könnte ein rechtliches Problem entstehen“, gibt Lutz Franzke (SPD), Bürgermeister von Königs Wusterhausen, zu Bedenken. Mit Blick auf die gestiegene Passagierzahlen sei Tegel aber eine Option, über die man nachdenken müsse. „Jeder Passagier mehr in Tegel, heißt bei uns geringere Probleme“, sagte Franzke.

Eine Entscheidung von Berlin und Brandenburg

„Jede Form der Entlastung ist für die Bürger der Gemeinde gesundheitsfördernd und macht das Wohnen angenehmer“, sagte auch Marion Dzikowski, stellvertretende Bürgermeisterin von Blankenfelde-Mahlow. Die Gemeinde sei vom BER-Betrieb am meisten betroffen, „weil wir näher dran liegen und An- und Abflüge sofort mitbekommen.“ Neben den Flugzeugen von oben habe man die Bahn von der Seite, dazu noch den Verkehr von der Bundesstraße 96, so Dzikowski.

„Das ist in erster Linie eine Entscheidung der Berliner und des Landes Brandenburg“, sagte Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke). Wenn Teile des Verkehrs über Tegel abgewickelt würden, führe dies zu einer deutlichen Entlastungswirkung in der Gemeinde. Andererseits hätten Berlin und Brandenburg die ökononomischen Effekte zu teilen, „womit aber beide Länder gut leben könnten.“ Die Entscheidung damals sei „leider“ auf Schönefeld gefallen. Schon damals hätte eigentlich die Standortsuche wieder beginnen müssen. Die Offenhaltung Tegels müsse nun rechtlich geprüft werden. Unabhängig davon sollten die Flugrouten optimiert werden.

Von Oliver Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg