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Gewerbeverband Eichwalde wird 110 Jahre alt

Wiedervereinigung war ein Befreiungsschlag Gewerbeverband Eichwalde wird 110 Jahre alt

Vor 110 Jahren wurde der Eichwalder Gewerbeverband gegründet. Während der DDR ruhte die Verbandsarbeit. Seit 1992 gibt es in Eichwalde den Verband wieder. Kurz nach der Wiedervereinigung erlebte er dank der Freien Marktwirtschaft seinen zweiten Frühling. Wurden die Handwerksebtriebe in der DDR starkt gegängelt, blühten die Betriebe nach 1990 auf.

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Eichwalde. Wenn in wenigen Tagen die Eichwalder die neueste Ausgabe des örtlichen Branchen-Telefonbuches im Briefkasten finden, merken sie wieder, dass es einen Gewerbeverband gibt und dass er etwas für sie tut. Denn der gibt die Hefte seit 1999 heraus. Dass der „Eichwalder Gewerbeverband 92“ am 25. Oktober sein 110-jähriges Bestehen feiert, ist kein Irrtum. Gegründet wurde er 1903, an einem Sonntagnachmittag um vier Uhr, wie es die Chronik verzeichnet. Denn in der Woche hatten die Geschäftsleute genug zu tun. Eichwalde war gerade erst parzelliert worden. Kirche, Rathaus, Schule und diverse Bürgerhäuser wurden gebaut.

Die 92 im Namen bezieht sich auf den zweiten Frühling des Vereins, dessen Neugründung 1992. Detlef Pape übernahm den Vorsitz, Jörg Wollermann, Enkel des Gründungschefs Johann Wollermann, wurde sein Stellvertreter.
„Der Übergang zur Marktwirtschaft wirkte wie ein Befreiungsschlag, Handel und Gewerbe blühten auf“, stellt Werner Hahn, Verbandsvorsitzender seit 2006, fest. „In der DDR wurden Handwerker zwar gebraucht, aber trotzdem gegängelt, und Einzelhändler gab es neben Konsum und HO nur wenige.“ Obwohl er sich offiziell nie aufgelöst hatte, ruhte die Arbeit des Verbandes.

Der ausgezeichnete Verband

Den Anfang machten Gewerbetreibende , die am Sonntag, dem 25.Oktober 1903, in der Gaststätte Wiechers beschlossen, einen Verein zu gründen. „Es soll den Mitgliedern in den abzuhaltenden Versammlungen Gelegenheit gegeben werden, gegenseitig Meinungen und Belehrungen auszutauschen“, schrieb das Teltower Kreisblatt damals. Den Höhepunkt der Anstrengungen Verbandes markiert die Eröffnung des Markt- und Festplatzes 2009. Wolfgang Preuß leitete das Projekt ein, Dieter Grabow, Wilfried Schulze und Werner Hahn setzten es fort und kümmerten sich um die historische Pumpe, die einen in den Plumpengraben mündenden Wasserlauf speist. Den Lohn der Mühe erhielt der Verein, als das Bundesverkehrsministerium und der deutsche Handelsverband ihm im Frühjahr für seinen Anteil an der Ortsgestaltung den Preis „Händler machen Stadt“ zuerkannte. Im Wettlauf um Ideen zur Belebung kommunaler Zentren war er einer von bundesweit fünf Preisträgern, die aus 166 Bewerbungen gekürt wurden.

Mit der Ruhe war es nun vorbei. Die Verbandsmitglieder mischten sogar aktiv in der Gemeindeentwicklung mit. „Wir wollten wie damals schon die Gründungsväter etwas für Eichwalde tun“, sagt Werner Hahn. „Unser größter Erfolg wurde der Bau des Marktplatzes, um den wir jahrelang gerungen hatten.“ Als ein belebendes architektonisches Element soll er Kunden anziehen und befruchtend auf den Umsatz in den umliegenden Geschäften wirken. „Noch hat er seine volle Wirkung nicht erreicht“, schränkt Hahn ein.

Weil manches nicht so oder nicht so schnell lief, wie es die Ungeduldigen wünschten, blieben Konflikte nicht aus. Verärgert gab Hahn mal eine Ehrennadel der Gemeinde zurück. Jetzt ist Konstruktivität angesagt. Mit Bürgermeister Bernd Speer will er morgen darüber sprechen, wie die Kommune attraktiver werden kann.

Drücken die Probleme nicht mehr auf den Magen, mundet das Fischbuffet auch besser, zu dem der Unternehmerverein seine 40 Mitglieder am Freitag einlädt. Die 1000 Euro Preisgeld, die das Bundesverkehrsministerium jüngst für das Marktplatz-Konzept spendierte, werden dafür nicht ausgegeben, versichert der Vorsitzende: „Die sind der weiteren Verschönerung des Platzes oder des Plumpengrabens vorbehalten.“

Von Klaus Bischoff

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