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Glatt oder nicht glatt

Winterdienst Glatt oder nicht glatt

Wenn es schneit, friert oder eisregnet, sind die Mitarbeiter der Räumdienste und Straßenmeistereien gefordert. Hunderte von ihnen sorgen seit dem Wochenende in aller Herrgottsfrühe dafür, dass die Autofahrer und Fußgänger sicher zur Arbeit kommen. Es gibt leichtere Jobs als diesen – denn für die Räumer selbst räumt schließlich niemand die Straße.

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Rainer Leitmeyer, Werksleiter beim Betriebshof in Königs Wusterhausen, mit den Streugutvorräten für diesen Winter.

Quelle: Gerlinde irmscher

Dahmeland-Fläming. Wenn Jörg Träger morgens im Büro ankommt, muss er seine Leute nicht erst fragen, ob der Winterdienst geklappt hat. Er hat dann schon alle Infos aus erster Hand. Sein Arbeitsweg führt ihn jeden Morgen von Jüterbog nach Wünsdorf, das sind 50 Kilometer Teststrecke einmal quer durch den Landkreis Teltow-Fläming. Wenn die Straßen auf dieser Route durchgängig frei sind, dann haben die Kollegen vom Landkreis und vom Landesbetrieb Straßenwesen ihren Job ordentlich gemacht. Und am Montag, dem ersten verschneiten Morgen in diesem Winter, war Jörg Träger zufrieden.

Räumen, salzen, abstumpfen

Träger arbeitet beim Landesbetrieb Straßenwesen. Er ist stellvertretender Regionalleiter des Betriebsdienstes und somit auch zuständig für die Straßenmeistereien, die seit diesem Wochenende ganz auf Winterdienst eingestellt sind. Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien haben alle Bundes- und Landesstraßen zwischen Niederer Fläming und Schönefeld im Blick, im Landkreis Dahme-Spreewald darüber hinaus auch noch die Kreisstraßen. Das ist ein verantwortungsvoller Job. Sobald es schneit oder die Temperaturen auf den Gefrierpunkt sinken, sind die Augen aller Verkehrsteilnehmer auf die Straßenwärter gerichtet. Sie müssen den Asphalt von Schnee befreien, abstumpfen, salzen, irgendwie dafür sorgen, dass Autos, Radfahrer und Fußgänger möglichst rutschfrei ans Ziel kommen.

An der Vorbereitung jedenfalls soll es auch in diesem Jahr nicht liegen. Die Salzlager sind voll, sagt Träger, es gibt langfristige Lieferverträge mit Salzherstellern. Etwa 1000 Tonnen lagern in Wünsdorf auf einem riesigen Haufen. Das könnte, wenn es nicht zu oft schneit oder zu lange friert, für den gesamten Winter reichen.

Das Prozedere bei den Straßenmeistereien ist auch seit Jahren eingespielt. Über den Deutschen Wetterdienst bekommen die Fachleute im Stundentakt genaue Vorhersagen und gegebenenfalls auch Warnungen. Entsprechend werden die Dienste eingeteilt. Auf der Autobahn gibt es ein Schichtsystem rund um die Uhr, weil dort im Falle eines Schneefalles bei Tag und bei Nacht geräumt werden muss. Auf den Landstraßen ist das Reglement etwas lockerer, dort sollen die Straßen vor allem zwischen 6 und 21 Uhr befahrbar sein – im Rahmen dessen, was möglich ist. Und möglich ist nicht immer alles.

300 Kilometer Straße müssen eisfrei bleiben

300 Kilometer Straße liegen allein im Bereich der Straßenmeisterei Wünsdorf – und die hat zum Salzen und Schieben nur vier Fahrzeuge zur Verfügung. „Wenn sich manchmal ein Autofahrer beschwert, dass er kein Räumfahrzeug gesehen hat, dann müssen wir ihm antworten, dass das leider auch nicht immer möglich ist. Wir können nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Jörg Träger. Zumal die Fahrzeuge in der Regel auch nicht allzu schnell unterwegs sind. Denn sie sind die ersten auf der Straße, sie bewegen sich auf noch ungesalztem und ungeräumten Terrain. Deshalb müssen die Saisonkräfte, die der Landesbetrieb im Winter zur Unterstützung einstellt, auch vorher ein spezielles Fahrtraining absolvieren, sagt Träger.

Freilich sind die Straßenmeistereien des Landesbetriebs nicht die einzigen, die Straßen schnee- und eisfrei halten. In den Kommunen sind die Zuständigkeiten individuell geregelt. Grundstückseigentümer kümmern sich in der Regel um die Geh- und Radwege vor ihrem Gartenzaun, manchmal auch um die Fahrbahnen. In einigen Städten und Gemeinden übernimmt der örtliche Bauhof den Rest, in anderen werden Firmen zu Hilfe gerufen. Die Stadt Königs Wusterhausen etwa hat der Firma Ruwe den Winterdienst auf den Straßen übertragen. Der kommunale Betriebshof sichert darüber hinaus die Geh- und Radwege, die nicht von Anliegern gereinigt werden müssen. Und das alles möglichst vor dem Berufsverkehr.

Der Wecker klingelt morgen um 2.45 Uhr

Bei Werkleiter Rainer Leitmeyer hat deshalb am Montag der Wecker schon um 2.45 Uhr geklingelt, eine gute halbe Stunde später war er auf der Teststrecke unterwegs, die alle besonders glätteempfindlichen Straßenabschnitte im Stadtgebiet umfasst. Er hat Bremstests gemacht, ist auch mal ausgestiegen, um mit der Schuhsohle die Fahrbahn zu kontrollieren. Dann hat er die Räumfirma alarmiert und auch ein paar seiner eigenen Leute aus dem Bett geklingelt.

So wird das jetzt wahrscheinlich noch bis mindestens Donnerstag gehen, vielleicht sogar noch länger. Auch wenn die Wetterdienste zum Ende der Woche hin etwas wärmere Temperaturen in Aussicht stellen, wird der Bereitschaftsdienst erst bei stabilen fünf Grad über null aufgehoben. So lange es kälter bleibt, müssen sich die Profi-Räumer auf kurze Nächte einstellen.

Von Oliver Fischer

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