Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Gleichberechtigung im Generationenwandel

26. Bradenburgische Frauenwoche Gleichberechtigung im Generationenwandel

Die 26. Brandenburgische Frauenwoche wurde am Donnerstag in Königs Wusterhausen eröffnet. Motto der Veranstaltungsreihe ist „Frauengenerationen im Wechselspiel – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“. Vor allem der Wandel der Generationen wurde beim Auftakt stark thematisiert.

Voriger Artikel
Kahlschlag sorgt für Kritik
Nächster Artikel
Abriss-Start am alten Betonwerk

Gespannt verfolgt das Publikum die Diskussionen auf dem Podium.

Quelle: Philip Ziche

Königs Wusterhausen. Nadja Cirulies weiß, dass ihre Berufsbezeichnung oft für Stutzen sorgt. Deswegen ergreift sie in ihrer kurzen Ansprache die Gelegenheit, zu erklären, was eine Andragogin ist, nämlich eine Erwachsenenbildnerin. „Das ist interessant: Pädagogik heißt übersetzt eigentlich ’Knabenführung’ und ’Andragoge’ Männerführung“, sagt sie. „Da zeigt die Sprache, auf welchem Stand wir heute noch sind.“

Unter dem Motto „Frauengenerationen im Wechselspiel – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“ erfolgte am Donnerstag in Königs Wusterhausen der offizielle Auftakt zur 26. Brandenburgische Frauenwoche. Etwa 120 Interessierte versammelten sich dafür im Saal der Stadtverwaltung. Bis zum 20. März gibt es in ganz Brandenburg eine Reihe an Veranstaltungen, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit und dem Dialog der Generationen auseinandersetzen. Zu diesem Anlass erschienen auch Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze (Linke), Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD), die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Dahme-Spreewald Elke Voigt, sowie Brandenburgs Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe und Landrat Stephan Loge (SPD). Moderiert wurde die Tagung von Nadja Cirulies.

Hintergrund

Die erste Brandenburgische Frauenwoche fand 1991 statt. Sie wurde von der damaligen Arbeits- und Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) ausgerufen.

Die landesweiten Veranstaltungen schließen den Weltgebetstag (4. März) und den Internationalen Tag der Frau (8. März) ein.

Alle Beiträge der Auftaktveranstaltung wurden simultan von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.

Im vergangenen Jahr besuchten über 16 000 Interessierte die mehr als 320 Veranstaltungen der Brandenburgischen Frauenwoche.

Das diesjährige Programm beinhaltet unter anderem eine Ausstellung zu häuslicher Gewalt in Potsdam, die heute eröffnet wird; sie wurde von Ludwigsfelderinnen gestaltet.

Träger der Frauenwoche sind der Frauenpolitische Rat des Landes und die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Der Generationendialog war auch Schwerpunkt der Auftaktveranstaltung. Das sagte Ulrike Häfner, erste Sprecherin des Frauenpolitischen Rates des Landes Brandenburg, in ihrer Eröffnungsrede. „Themen wandeln sich mit der Zeit und werden von unterschiedlichen Generationen unterschiedlich angesehen“, sagte sie. Carsten Werner von der Friedrich-Ebert-Stiftung hoffte, dass durch die Frauenwoche die Kommunikation zwischen den Generationen in Brandenburg gestärkt wird.

Ministerin Golze: Anstoß zur Geschlechtergerechtigkeit

Ministerin Golze versteht das Motto der Frauenwoche als Anstoß, die Geschlechtergerechtigkeit nicht nur gesellschaftspolitisch zu sehen; es gehe in diesem Zusammenhang auch um eine Generationenfrage. „Da ist so viel Wissen, so viel Kompetenz, die weitergegeben werden kann“, sagte sie. „Ein gut gelungener Generationenwechsel kann mehr Chance als Risiko sein.“

Bei den später von Nadja Cirulies geführten Interviews mit je zwei Frauen unterschiedlicher Generationen wurden diese Chancen dann deutlich gemacht. Theresa Arens, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Potsdam-Mittelmark, musste bei ihrem Amtsantritt vor drei Jahren einen Neustart hinlegen – die Verwaltung wollte neue Prioritäten setzen.

Viel Material von ihrer Vorgängerin Angelika Lübbe gab es nicht, aus gutem Grund, wie Lübbe sagte: „Eine neue, junge Frau muss anders arbeiten.“ Arens selbst sieht den kompletten Neuanfang als Vorteil, da sie die Gleichstellung nun nach eigenen Vorstellungen bearbeiten könne und nicht auf der Arbeit ihrer Vorgängerin aufbauen müsse. Nun setzt sie sich dafür ein, dass die Gleichstellungspolitik in die Integration eingebaut wird, damit diese einen neuen Stellenwert bekommt.

Auch die Geschäftsführung des Brandenburger Landfrauenverbandes wurde vor sechs Jahren an die jüngere Generation übergeben. Die heutige Geschäftsführerin Anja-Christin Faber wurde allerdings schonender in das Amt eingeführt als Theresa Arens: Ihre Vorgängerin Gisela Materne, die 18 Jahre lang Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes war, begleitete sie einige Zeit lang. „Ich bin froh, dass die Verjüngung geglückt ist“, sagte Materne. Derselben Auffassung war auch eine Zuschauerin, die sich für das Engagement des Verbandes bedankte.

Auf die Wichtigkeit der Frauenverbände machte zudem die Historikerin Heike Dreier in einem Vortrag aufmerksam. Demnach könnten Frauen in Verbänden Kompetenzen wie Meinungsbildung oder öffentliches Auftreten lernen, ohne damit direkt ihren Beruf zu beeinflussen. „Es geht darum, sich im geschützten Raum auszuprobieren“, sagte Heike Dreier.

Jüngste Rednerin bei der Auftaktveranstaltung war die Schülerin Li Smilgies, die im Jugendbeirat der Stadt Königs Wusterhausen sitzt. Sie sprach mit Birgit Uhlworm von der Unabhängigen Frauenliste Königs Wusterhausen über die Möglichkeiten, der Jugend mehr Mitspracherechte einzuräumen. „Der Jugendbeirat kann Themen anders an den Kreistag herantragen“, sagte Uhlworm. In seiner Arbeit unterstütze der Jugendbeirat vorrangig die Jugend, so Li Smilgies. „Frauenbezogene Themen haben wir nicht, aber da passiert vielleicht noch was“, erläuterte sie.

Von Philip Ziche

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg