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Gospel für ein gutes Lebensgefühl

Senzig Gospel für ein gutes Lebensgefühl

Nicht jeder Ton sitzt, aber der Spaß stimmt dafür umso mehr, sagen die Mitglieder des Senziger Gospelchors über sich selbst. Seit 17 Jahren treffen sich die Sänger regelmäßig zur Probe und geben Konzerte. Aktuell singen 60 Gospelfreunde aus Königs Wusterhausen und Umgebung mit.

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Birgit Norden, Christiane Käfert, Peter Franneck und Gerlinde Jung (v. l.).

Quelle: Dörthe Ziemer

Senzig. Singen macht glücklich, stellt der Musikwissenschaftler Gunter Kreutz in einem 2014 erschienenen Buch über das Singen fest. Das können die rund 60 Sänger des Senziger Gospelchores nur bestätigen. „Wir sind dazu da, den Menschen Freude zu bringen“, sagen die „Choreltern“ Gerlinde Jung und Peter Franneck.

Doch es scheint nicht das Singen allein zu sein, das Glücksgefühle hervorruft. Diesen Eindruck gewinnt, wer den Senzigern beim Plaudern über das Chorleben zuhört. „Es ist vor allem die Gemeinschaft“, sagt Birgit Norden. Gern erinnert sie sich an ihre ersten Proben zurück, in denen sie so herzlich und fürsorglich in die Gemeinschaft aufgenommen wurde, dass die erste Scheu vor dem, was musikalisch in einem Chor auf sie zukam, schnell verflogen war.

Gute Stimmung bei den Sängern

Und es scheint, dass insbesondere die Gospelmusik Nichtsänger animiert, dieses Hobby für sich zu entdecken. „Bei uns muss niemand vorsingen“, erklärt Peter Franneck. „Es stimmt bei uns nicht jeder Ton, aber die Stimmung“, ergänzt Christiane Käfert, die schon seit mehr als 15 Jahren in dem Chor singt. Diese Stimmung wird vor allem durch Bewegung, aber auch durch Spontanität erzeugt: Da lassen sich die Bässe mal eine Bewegung einfallen, mit der sie nicht nur das Publikum, sondern auch die anderen Sänger im Konzert überraschen. Solisten bekommen ihre Anerkennung aus dem Chor gleich während des Singens – etwa mit Schulterklopfen – übermittelt.

Auch außerhalb von Konzerten wird die musikalische Gemeinschaft gelebt: Bei Probenwochenenden wird abends am Lagerfeuer gesungen. Oder die Sänger bereiten in kleinen Gruppen eigene Stücke vor, die sie zum Besten geben. Oder sie schreiben gemeinsam eigene Arrangements zu ihren Liedern.

Sänger unterstützen den Chorleiter

„Gospel ist meins“, sagt Peter Franneck. Als „Chorpapa“ kümmert er sich zusammen mit einem Kern von etwa zehn Sängern um die organisatorischen Belange, um Chorleiter Foster Ebai Agbor zu entlasten. Der Chorleiter revanchiert sich dafür musikalisch, etwa indem er nach einer anstrengenden Probe noch einen Ohrwurm singen lässt – „etwas Schönes“, womit die Sänger nach der Probe in die Woche gehen.

Doch mit Gospel lässt sich keineswegs nur Glück und Freude ausdrücken. „Wir singen auch ernste Lieder, die die Menschen bewegen und ihnen und uns die Tränen in die Augen treiben“, erzählt Birgit Norden. Die Chorgemeinschaft musste gemeinsam Trauer verarbeiten, als der erste Chorleiter Thomas Hoppe 2012 plötzlich verstarb. Er hatte 1999 als Gemeindepädagoge des damaligen Kirchenkreises Königs Wusterhausen die Idee, den Gospelchor zu gründen. Er wollte damit vor allem junge Leute ansprechen, aber er hat Menschen aller Generationen, darunter ganze Familien, zum Singen animiert. Sein zu früher Tod bedeutete für die Sänger eine Zäsur, die sie dadurch überwanden, dass sie sich immer weiter zum Singen trafen.

Gospel ist mehr als nur Singen

Schließlich fand der Chor in Foster Ebai Agbor einen neuen Chorleiter und Mentor, der sowohl Sänger als auch Publikum mitreißt und begeistert. Bei aller Freiheit, die Gospelmusik bietet und fordert, ist Chorleiter Foster durchaus streng. So bricht er ein eben angestimmtes Lied immer wieder ab, wenn noch nicht alle Sänger den Einsatz gefunden haben. Und: „Das Klatschen muss natürlich synchron sein“, erklärt Christiane Käfert, während die Bewegung – und das ist dann wieder Gospel – individuell sein dürfe. So kommt das Glück, das jeder Sänger empfindet, ganz direkt zum Ausdruck.

Dieses Glück speist sich also aus viel mehr als aus dem Singen allein. Doch das Singen ist der Schlüssel dazu. Musikwissenschaftler Gunter Kreutz fasst es in etwa so zusammen: Gemeinsames Singen steigert das Wohlbefinden, stärkt Abwehrkräfte und Atmung, schützt vor Stimmproblemen und verbindet uns über alle Generationen und Lebenslagen hinweg miteinander.

Info: Am 13. November, 17 Uhr, findet ein Herbstkonzert in der Martin-Luther-King-Kirche Berlin-Neuköln statt, am 10. Dezember, 16 Uhr, ein Adventskonzert in der Friedenskirche Wildau.

Von Dörthe Ziemer

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