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Gotteshaus soll Kulturstätte werden

Kirchbauverein Wernsdorf Gotteshaus soll Kulturstätte werden

Das Wernsdorfer Gotteshaus sollte einst das Zentrum des Dorfes werden. Davon allerdings ist es derzeit noch ein wenig entfernt. Der Kirchbauverein bietet dort alljährlich interessante Kulturveranstaltungen an, sucht zugleich aber auch nach neuen Angeboten. Neue Vereinsmitglieder sind willkommen.

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Der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Bernhard Lehmann, mit seiner Frau Margret vor den 1927 in den Kirchturm eingebrachten Stahlglocken, die nach der Rekonstruktion nicht wieder verwendet wurden.

Quelle: Franziska Mohr

Wernsdorf. Heute ist die Dorfkirche in Wernsdorf ein Schmuckstück. Ende der 90er Jahre aber sah dies völlig anders aus. Damals bröckelte an dem schon 1803 geweihten Kirchbau der Putz ab oder war – noch schlimmer – gar nicht mehr vorhanden. Die Risse im Turm waren unübersehbar, die Decke im Inneren einsturzgefährdet. Die 1927 in die Kirche eingebauten Stahlglocken durften aufgrund der baulichen Mängel nicht mehr geläutet werden. „Die Kirche mitten im Dorf befand sich in einem so jämmerlichen Zustand, dass Ende der 90er Jahre plötzlich eine großzügige anonyme Spende für ihren Wiederaufbau im Ort einging“, erinnert sich Margret Lehmann. Die Spende war an die Bedingung gekoppelt, dass die Kirchenglocken wieder läuten sollten. Das war die Geburtsstunde des 1998 entstandenen Kirchbauvereins, zu deren Gründungsmitgliedern Margret Lehmann gehört. Ihr Mann Bernhard leitet den Verein seit 2008.

Unterstützt auch von kleineren Spenden sowie unter anderem durch Zuwendungen der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale (Kiba) sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz startete die Rekonstruktion 2002 und konnte im Wesentlichen 2005 erfolgreich abgeschlossen werden. Neue, moderne Glocken läuten seither wieder.

Mit den Mühen war es gleichwohl nicht vorbei. „Der Verein hat schließlich nicht eine Viertelmillion Euro für die Rekonstruktion der Kirche aufgespürt, damit sie anschließend im Dornröschenschlaf versinkt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Allein mit den nur alle fünf bis sechs Wochen stattfindenden Gottesdiensten und den jährlichen ein bis zwei Trauungen ist das Haus nicht ausgelastet.

Nach der Rekonstruktion sollte die Kirche das gesamte Dorf beleben. Dazu wurde 2002 mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Wernsdorf ein Nutzungsvertrag abgeschlossen, der sicherstellen sollte, dass das sanierte Gebäude auch für außerkirchliche Veranstaltungen genutzt werden kann. „Davon allerdings macht die Stadt Königs Wusterhausen seit der Eingemeindung überhaupt keinen Gebrauch“, sagt Lehmann bedauernd. Dabei hätte sich dies in Bezug auf die Unterbringung von 88 Flüchtlingen in Wernsdorf geradezu angeboten. Im Gegenteil. Der Kirchbauverein soll künftig bei seinen Veranstaltungen für die Nutzung des benachbarten Bürgerbüros sogar noch einen stündlichen Obolus von drei Euro bezahlen. Bisher war es gängige Praxis, dass sich die Künstler dort kostenfrei umziehen beziehungsweise die Toilette nutzen können, die in der Kirche fehlt. Stadtsprecherin Ursula Schlecht sagt, dass dieser kleine Betrag notwendig ist, um die Betriebskosten des Bürgerhauses zu decken.

Den Lehmanns zufolge wird es für den nur 25 Mitglieder zählenden Kirchbauverein ohnehin immer schwieriger, Künstler nach Wernsdorf zu locken, deren Auftritt der Verein auch finanzieren kann. Zumal er sich neben den klassischen Musikangeboten auch für neue Themen, Lesungen und Genres öffnen möchte. Als ein Renner erwies sich beispielsweise die Veranstaltung, bei der Beatles-Songs auf der Orgel präsentiert wurden. Diesbezügliche Angebote nimmt der Vereinsvorsitzende gern entgegen. Auch neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Kontakt:
 0 33 62/82 16 47 oder per E-Mail unter Bernhard.Lehmann@kirchbauverein-wernsdorf.de

Von Franziska Mohr

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