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Dahme-Spreewald Grande Dame ja, Königin nein
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18:27 02.02.2010
ZEUTHEN

. Und für sich beschloss: „Bloß nicht werden wie Agnes Miegel!“ Ruth Kraft hat Wort gehalten.

Wenn sie Anfang März zum Weltfrauentag in Berlin liest, dann aus zwei Gründen: Weil Ruth Kraft eine starke Stimme der DDR-Literatur war und ungeachtet ihrer 90 Jahre eine starke Frau geblieben ist, und weil sie den Kontakt zu ihren Lesern mag. Einiges an „Fanpost“ mischt sich unter die Glückwunschkarten auf dem Lesepult, obwohl ihre Feder mittlerweile ruht. Ruth Kraft schreibt nicht mehr. Persönliche Unterlagen und Manuskripte hat sie dem Bundesarchiv übergeben, als sie 2008 ihr Haus in Zeuthen räumte: „Es wurde mir zu groß.“ Sie zog nach Berlin, in den Friedrichshain, näher zur Tochter. Ihre Recamière hat sie mitgenommen, den Schreibtisch, eine Reihe Bücher – „ich lese gern Biografien“ – und Zeichnungen: Ehm Welk und Rudolf Leonhardt schauen aus filigranen Bilderrahmen. „Sie sehe ich als Paten“, sagt die Autorin, „sie haben uns Jungen damals Mut zum Schreiben gemacht.“

Damals, das waren die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, das Herantasten an eine neue literarische Identität. Ruth Kraft schreibt „Insel ohne Leuchtfeuer“. Die Erinnerungen an ihre Tätigkeit in der Heeresversuchsstelle Peenemünde verfasst sie halb fiktional, halb dokumentarisch. Der Roman ist zum Synonym für den Namen Ruth Kraft geworden, „und er hat zur Legendenbildung beigetragen“, sagt sie. Einmal wurde sie zur rechten Hand Wernher von Brauns erklärt. Sie winkt ab.

Dass aus der sächsischen Kaufmannstochter eine Schriftstellerin wird, hätten ihre Eltern nicht geglaubt, als sie Ruth erst aufs Lyzeum schickten, dann zu einer Buchhalterlehre verpflichteten. Gelesen hat sie jedoch immer gerne und in der Volksschule ein Märchen in Verse gesetzt. Welches? Ruth Kraft besinnt sich. „Es war wohl kein so bekanntes“, sagt sie dann – selbstironisch. Augenzwinkernd geht die Jubilarin auch mit ihrem ,biblischen’ Alter um: Auf der Einladung zur 90. Geburtstagsfeier steht: „Wann ist man Methusalemin?“ und im Innern der Karte: „Bei mir ist es am 3. Februar so weit.“

Kann sie genauso schlagfertig ihre Wünsche benennen? „Ja“, lautet die Antwort, diesmal ist sie sehr ernst: „Ich will sehen, dass meine Enkel beruflich Fuß fassen.“ Nora zum Beispiel, die Regisseurin, deren erste Inszenierung einige Tage nach Ruth Krafts 90. Geburtstag ansteht. Die stolze Oma greift nach einer Kladde auf ihrem Schreibtisch – Bilder von den Proben. Diesmal ist es Andersens „Kleine Meerjungfrau“, vielleicht folgt einmal „Effi Briest“, das Buch, das Ruth Kraft im Schulbus las, fast verschlang. Ihr Faible für Theodor Fontane kam jedoch erst während der Zeuthener Zeit, als sie Mitglied im Fontane-Kreis wurde. Inzwischen ist Ruth Kraft dessen Ehrenvorsitzende und besucht – „wenn mich jemand mit dem Auto abholt“ – alle Veranstaltungen. „Effi Briest hat mich als Mädchen erschüttert. Ich habe mitgelebt und die Handlung für mich selbst weitergesponnen.“

Selbiges tat sie nach der flüchtigen Begegnung mit der Frau, die sich vor Jahren eines von Ruth Krafts Büchern signieren ließ. „Sie haben mir Mut gemacht, um weiterzuleben“, sagte sie der Autorin. Und ging. „Ich hätte fragen sollen, warum. Ich frage mich bis heute.“ Es war so ein Augenblick, der nachwirkte. (Von Tanja Kasischke)

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