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Dahme-Spreewald Großdemo gegen Wiesenhof
Lokales Dahme-Spreewald Großdemo gegen Wiesenhof
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07:12 08.09.2017
Im März blockierten Tierschützer aus Protest gegen die Schlachtpläne den Werkseingang des Niederlehmer Betriebes. Quelle: Aireye
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Königs Wusterhausen

Die Kampagne „Meine Landwirtschaft“ hat für diesen Sonnabend zu einer Demonstration gegen den Geflügelschlachthof in Niederlehme aufgerufen. Geplant sind ein Marsch ab 13 Uhr vom Bahnhof Königs Wusterhausen zur Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH in Niederlehme und ab 15 Uhr eine Kundgebung vor den Werktoren. Auf der Rednerliste steht unter anderem Kerstin Rist von der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“. Die Veranstalter erwarten mehrere hundert Teilnehmer.

Protest gegen Erweiterungspläne

Die Aktion richtet sich gegen die geplante Erweiterung der Schachtkapazität auf bis zu 240 000 Hühner täglich. Produkte des Niederlehmer Betriebes, der zur PHW-Gruppe gehört, sind unter anderem Geflügelfleisch und Hähnchen der Marke Wiesenhof. „Wir sind nicht nur gegen die Schlachthoferweiterung, sondern wir stehen auch für artgerechte und ressourcenschonende Alternativen in der Landwirtschaft“, sagte der Leiter der Kampagne, Jochen Fritz. Er betreibt in Brandenburg/Havel im Nebenerwerb einen Biohof. „Wiesenhof ist das Symbol der verfehlten Agrarpolitik der letzten Jahre.“

Nach der Demo wird gefeiert

Die Kampagne ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von mehr als 45 Organisationen aus Landwirtschaft, Tierschutz sowie Umwelt- und Naturschutz. Die Demonstration in Königs Wusterhausen steht unter dem Motto „Wir haben Tierfabriken satt“. Im Anschluss an die Kundgebung gibt es in Niederlehme ein so genanntes Fest für die Agrarwende mit Livemusik, Essen und Getränken. Die Einwohner der Stadt sind dazu eingeladen. Die Veranstaltung endet um 18.30 Uhr.

Stadt stellt Festwiese nicht zur Verfügung

Ursprünglich sollte das Fest auf der Niederlehmer Festwiese An der Ablage stattfinden, das Grundstück gehört der Stadt. Laut Kampagne hätten Ordnungsamt und Polizei keine Einwände gehabt. Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) lehnte es jedoch ab, die Festwiese zur Verfügung zu stellen. Für Jochen Fritz ist das ein „wahltaktisches Manöver“, wie er sagte. „Das ist ein der Demokratie unwürdiges Spiel.“

Bürgermeister: Überzogene Forderung

Lutz Franzke weist den Vorwurf zurück. Dem Veranstalter sei „viel Raum gelassen worden, seine Interessen als Schlachthofgegner durchzusetzen.“ Er begründete seine Entscheidung mit Forderungen „einiger Mitwirkender“ des Aktionstages, den Niederlehmer Betrieb zu schließen. Das sei „unangemessen und überzogen“ gegenüber den betroffenen Arbeitnehmern. Der Verlust von mehr als 700 Arbeitsplätzen würde damit in Kauf genommen.

Bereits an diesem Freitag um 19.30 Uhr gibt es im Kultursaal auf dem Funkerberg eine Podiumsdiskussion zu den Wiesenhof-Plänen.

Von Frank Pawlowski

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