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Große Menschen, kleine Züge

Modellbau Große Menschen, kleine Züge

Seit Jahren bauen die Telzer Modellbahnfreunde an ihrer Anlage. Sie veredeln Schienen, trimmen Plastikhäuser auf alt, legen Friedhöfe und Jahrmärkte an. Was dabei rauskommt, konnten interessierte Besucher jetzt in den Werkstatträumen des Vereins begutachten. Sie bekamen einiges zu sehen.

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Lässt Züge fahren: Vereinschef Guido Wolter.

Quelle: Fotos: Dietrich von Schell (2)

Telz. Dass Modellbahnen nach wie vor Jung und Alt faszinieren, konnte man am 5. und 6. Dezember im Telzer Gewerbegebiet erleben. Die Modellbahnfreunde Telz hatten zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Es herrschte reger Andrang. Die Besucher wissen bereits aus vergangenen Jahren, was sie von den Modellbahnfreunden geboten bekommen.

Der 120 Quadratmeter große Vereinsraum ist zu etwa zwei Dritteln von der Modellbahnanlage ausgefüllt. Bahnen im Maßstab von 1:87 – ICE, Dieselloks, aber auch historische Lokomotiven – drehen dort ihre Runden. „Wie lang die Strecke ist, haben wir noch gar nicht gemessen“, sagt Guido Wolter und zuckt die Schultern. Er ist Vorsitzender des Vereins Modellbahnfreunde Telz. Wolter weiß aber immerhin: „Eine Bahn benötigt für eine Runde fünf Minuten.“ Für eine Modellbahnstrecke eine respektable Zeit.

Mit insgesamt 18 Mitgliedern, darunter vier Jugendlichen, haben die Bahnfreunde ihre Modellanlage innerhalb von sechs Jahren aufgebaut. Dabei fällt die Liebe zum Detail auf: Altstadt, Rummelplatz, Bäume, sogar einen Friedhof gibt es auf der Platte.

Guido Wolter erklärt, wie der Bau abläuft: „Wenn das Untergestell steht, kommen Gleise und Elektrik dran.“ Die 16,5 Millimeter breiten Schienen werden „gealtert“, wie er sagt. Sie werden mit Farbe versehen, so dass sie verrostet aussehen. Das Gleiche geschieht mit den Häusern. Wenn sie aus der Packung kommen, strahlen sie fabrikneu, aber mit etwas Farbe und Fingerspitzengefühl wirken die Dächer plötzlich hundert Jahre alt.

„Wenn die Bahn störungsfrei fährt, wird die Landschaft elektromagnetisch begrast: mit einer Technik, die garantiert, dass das Gras auch steht. Solche Arbeiten laufen jeden Freitag. Ab 17 Uhr kommen die Modellbahnfreunde und bauen, bis ihnen die Augen zufallen.

Auch Arthur ist oft dabei. Er ist 13 Jahre alt, seine Eltern bringen ihn und holen ihn gegen 21 Uhr ab. „Am liebsten baue ich Bahnhöfe und Landschaften“, erzählt er. Auch technische Kniffe werden ihm gezeigt. „Zwar wird die Anlage überwiegend vom Computer gesteuert“, sagt Wolter. Aber Handsteuerungen gehörten einfach dazu. „Zum Spielen.“

Zu Hause betreibt Wolter eine Gartenbahn. Er braucht das: Zu sehen, wie sich durch sein Zutun etwas bewegt, wie etwas reibungslos funktioniert. Und er sagt: „Der Verein hat etwas Familiäres, wir kennen uns. Unsere Frauen unterstützen uns, haben für das Wochenende jetzt Kaffee und Kuchen gemacht.“

Einen ähnlichen Zusammenhalt haben die Berliner Busfahrer, sechs Kollegen von der BVG, die zufällig festgestellt haben, dass sie sich alle für Modellbahnen interessieren. Seit einem Jahr belegen sie einen Raum bei den Telzer Modellbahnfreunden. Auch sie zeigten ihre Anlage, an der sie seit 2006 bauen. 2008 kamen sie auf die Idee, ihre Anlage auszustellen. Die erste Schau fand im Berliner Postbahnhof statt. Inzwischen sind sie jedes Jahr woanders: Magdeburg, Halle, zuletzt in Brandenburg/Havel.

Von Dietrich von Schell

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