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Grüne Gewässer sollen von Klärwerken gereinigt werden

Phosphat in den Seen Grüne Gewässer sollen von Klärwerken gereinigt werden

Die Wasserqualität des Notte-Kanals und vieler Seen im Kreis lässt zu Wünschen übrig. Alt-Landrat Hartmut Linke will die grünen Gewässer im Kreis von Klärwerken wie das in Waßmannsdorf reinigen lassen.

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Durch zu viel Phosphat sind die Gewässer grün.

Quelle: Joachim Liebe

Schönefeld. Saubere Seen im Landkreis Dahme-Spreewald durch Phosphat-Reduktion: Das ist der Vorschlag von Alt-Landrat Hartmut Linke beim MAZ-Lesertelefon. Die Gewässerqualität von Seen und Kanälen in der Region ließe zu Wünschen übrig. Die als Entengrütze bekannten auf der Wasseroberfläche schwimmenden Wasserlinsen würden Überhand nehmen, das Wasser undurchsichtig grün färben, andere Pflanzen verdrängen und den Sauerstoffgehalt des Wassers zum Nachteil der Fische verändern.

Um der Lage Herr zu werden, sollten moderne Klärwerke, wie das auf die Phosphor-Eliminierung spezialisierte in Waßmannsdorf, beauftragt werden, eine Reinigung der hiesigen Gewässer durchzuführen, so Linke. „Phosphat ist der Grund für die Seen-Grünfärbung“, sagte er. Das Phosphor, das in die Gewässer gelange, schade den Seen, die nur einen geringen Durchfluss haben. „Über Pipelines könnte man eine Rückführung und eine Zuführung von phosphorarmen Wasser organisieren. So könnten wir den grünen Notte-Kanal aufwerten und die Seen, die an ihm dranhängen“, sagte Linke.

Im Klärwerk Waßmannsdorf könnten künftig neben Abwässern auch verunreinigte Seen gesäubert werden

Im Klärwerk Waßmannsdorf könnten künftig neben Abwässern auch verunreinigte Seen gesäubert werden.

Quelle: Berliner Wasserbetriebe

Neuer Anlagenbau erforderlich

„Wenn es eine Finanzierung gibt, findet sich eine technische Lösung“, sagte Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben. Der Berliner Tarifkunde dürfte jedoch nicht belastet werden, die Finanzierung säuberlich getrennt sein. Auch würden die Anlagen im Klärwerk Waßmannsorf trotz der geplanten Erweiterung nicht ausreichen. „Dafür müsste man eine kleinere neue Anlage bauen“, sagte Natz. Man lege kein Klärwerk so groß aus, dass nebenbei noch ein See damit gereinigt werde könne. Dafür notwendig seien Pumpwerke und lange Leitungen – eine Millioneninvestition. Alternativ könne man über eine mobile Anlage nachdenken, die man nach Bedarf einsetzen kann.

Berliner Wasserbetriebe haben Erfahrung

Erfahrung in dem Bereich habe das Unternehmen bereits seit mehr als 20 Jahren. So gebe es in Berlin bereits zwei von Klärwerken losgelöste Phosphat-Eliminierungsanlagen. Eine stünde in Tegel, die den Tegler See zu einem sauberen Gewässer mit rund vier Metern Sichttiefe gemacht habe. Zum anderen gebe es die kleinere Anlage Beelitzhof am Berliner Wannsee, die die komplette Grunewald-Seenkette mit gereinigtem Wasser füllt und sie so vor dem Austrocknen schützt und für eine gute Wasserqualität sorgt. „Die Technik ist erprobt.

Das findet seit Jahrzehnten statt“, sagte Natz. Gespräche hätten dazu noch nicht stattgefunden. Es sei aber von Brandenburger Seite angefragt worden, ob mit gereinigtem Wasser der niedrige Wasserstand in den Sommermonaten gestützt werden könne.

Kostenfaktor

„Technisch ist vieles möglich. Es ist aber auch eine Frage, wer bezahlt so etwas,“ sagte Peter Sczepanski, Verbandsvorsteher vom Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband. Ein Engagement in diesem Bereich könne er sich vorstellen, in erster Linie sei dies aber Aufgabe der Wasser- und Bodenverbände oder der Unteren Wasserbehörde des Kreises.

Von Oliver Becker

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