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Gütesiegel für Supermarkt in Friedersdorf

Handelseinrichtung in Heidesee Gütesiegel für Supermarkt in Friedersdorf

Die Inhaberin des Edeka-Marktes in Friedersdorf, Yvonne Wildau, feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Dasein als Unternehmerin. Als kleine Krönung empfand sie diesbezüglich, dass ihr Markt am Mittwochnachmittag vom Handelsverband Berlin-Brandenburg mit dem Gütesiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ geehrt.wurde.

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Die Regionalleiterin des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Christine Minkley (l.), überreichte Marktinhaberin Yvonne Wilde die Zertifizierungsurkunde für das „Generationenfreundliche Einkaufen“.

Quelle: Franziska Mohr

Friedersdorf. Wie bei so vielen Menschen in der Region änderte sich auch bei der damals noch sehr jungen Yvonne Wilde mit der Wende beruflich so ziemlich alles. Die Facharbeiterin für Nachrichtentechnik stieg plötzlich ins Personalbüro ihres Vaters ein, der elf Lebensmittelfilialen betrieb. Nur wenige Jahre später, 1996, übertrug er ihr das Geschäft in der Friedersdorfer Hauptstraße, sodass die heute 49-Jährige in diesem Jahr ihr 20-jähriges Dasein als Unternehmerin feiert.

Im Februar 2013 zog sie im Ort in den großen Edeka-Markt in der Lindenstraße um, der am Mittwochnachmittag vom Handelsverband Berlin-Brandenburg mit dem Qualitätssiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet wurde. Die Verkaufsfläche vergrößerte sich mit dem Umzug von 390 auf 935 Quadratmeter, die Anzahl der Mitarbeiter stieg von zwölf auf 40. „Irgendwie haben mir damals schon die Knie gezittert. Der große Markt war ein Wagnis“, gesteht die Friedersdorferin. Aber Unternehmertum ohne Risiko gehe nicht. Und den Schritt in die Selbstständigkeit hat die engagierte Frau bis heute nicht bereut, obwohl ihre Wochenarbeitszeit nur selten unter 60 Stunden liegt. Eine solche „Erbsenzählerei“ aber betreibt sie erst gar nicht. „Arbeit muss Spaß machen. Da fällt alles andere nicht so ins Gewicht“, sagt sie schmunzelnd.

Arbeit mit dem Personal als wichtigste und schwierigste Aufgabe

Als das Wichtigste, aber auch das Schwierigste charakterisiert Wilde die Arbeit mit dem Personal: „Meinen Mitarbeitern muss die Arbeit Freude bereiten, die sich auf die Familien und selbstverständlich auch auf die Kunden überträgt.“ Kein Kunde gehe gern zu einer Verkäuferin, bei der jede Frage eine Frage zu viel ist. Augenblicklich sind drei Mitarbeiterinnen schwanger und sieben weitere haben kleine Kinder. Dennoch gelingt es Wilde zufolge im Team die Arbeit so zu organisieren, dass der Markt auch sonnabends von 7 Uhr bis 20 Uhr geöffnet ist. „In der Woche muss der Einkauf bei den meisten Kunden vor allem schnell gehen. Am Wochenende aber beobachte ich schon gern, wenn Eltern ihren Kindern auch das eine oder andere neue Produkt wie Chia Samen für Müsli erklären“, sagt Wilde.

Ihre Vorliebe gilt dem Obst- und Gemüsestand, während sie die Büroarbeit oft als unvermeidliche Last empfindet. Den Ausgleich, um sich immer wieder auf neue Kunden einstellen zu können, findet Yvonne Wilde übrigens beim Joggen und Radfahren. Dann verkraftet sie auch die eine oder andere Meckerei, weil nicht immer gleich alles vorrätig ist. Traurig allerdings stimmt sie, dass die Ladendiebstähle zunehmen. „Nicht selten sind es Stammkunden, die wahrlich nicht aus Armut Centartikel entwenden“, sagt sie. Ausgesprochen dankbar aber sind jene Kunden, die den Bringeservice in Anspruch nehmen. Eine Bestellung per Telefon oder Mail genügt und die Waren werden jeweils freitags bis ins Haus geliefert. Für das Zertifikat, das übrigens im Landkreis bisher nur fünf Supermärkte erhielten, zeichnen den Friedersdorfer Markt unter anderem der barrierefreie Zugang, die mit Rollatoren befahrbaren Gänge, gute Parkmöglichkeiten sowie eine Kundentoilette aus.

Kunden kommen gern nach Friedersdorf

Service, den die Kunden zu schätzen wissen. „Ich komme gern her. Gerade an der Fleischtheke sind die Mitarbeiter immer sehr freundlich, auch wenn ich als Single nur kleine Mengen kaufe“, sagt Silvia Braast aus Bindow. „Es ist schon ein bisschen teuer, aber ich bin zufrieden“, meint Christiane Haupt. „Die Mitarbeiter helfen immer gern weiter, wenn man mal etwas nicht findet“, lobt der Friedersdorfer Peter Knaste, während er seinen Einkaufswagen füllt.

Von Franziska Mohr

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