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Gutachten: Gefahr seit September bekannt

Turnhalle Zeuthen Gutachten: Gefahr seit September bekannt

Ein Gutachten, das der MAZ jetzt vorliegt, belegt: Das Zeuthener Rathaus wusste bereits Anfang September von der akuten Einsturzgefahr der Sporthalle an der Grundschule am Wald. Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) will aber erst am 4. Oktober davon erfahren haben. Drei Fraktionen der Gemeindevertretung beantragten Akteneinsicht.

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Die Dachkonstruktion an der Turnhalle der Grundschule ist einsturzgefährdet. Der Gemeinde ist das seit Anfang September bekannt.

Quelle: Andrea Müller

Zeuthen. Die einsturzgefährdete Turnhalle an der Grundschule am Wald in Zeuthen erhitzt weiter die Gemüter. Der MAZ liegt jetzt das Gutachten vom Sachverständigen Henning Pohle vor. Er hatte bereits am 8. September der Gemeinde mitgeteilt: „Aus meiner Sicht ist aufgrund der vorgefundenen Schadensbildung Gefahr im Verzug.“

Pohle hatte die Untersuchung am 1. September vorgenommen. Mit Stecheisen und Bohrer habe er widerstandslos in das untersuchte Holz eindringen können. „Ein ohne Kraftaufwand heraus gelöstes Holzteil zeigt einen Befall durch holzzerstörende Pilze“, heißt es weiter in dem Gutachten. Zudem sei die Oberfläche der Holzbauteile mit einem nicht diffusionsoffenen Anstrich belegt. Dieser sei im Bereich der Holzschäden ohne Untergrundhaftung und habe sich teilweise vollständig abgelöst. Als Schadensursache benannte Pohle dauerhaft eindringende Feuchtigkeit. Das Holz sei nicht vor eindringendem Wasser geschützt worden. Der nicht diffusionsoffene Anstrich habe gar die Feuchtigkeit im Holz eingesperrt und ein Abtrocknen der Holzteile verhindert, wodurch die Schimmelbildung möglich wurde.

Inzwischen haben drei Fraktionen im Rathaus Akteneinsicht verlangt. Das sind die Fraktionen von FDP, CDU und Grünen.

Kritik an Bürgermeisterin Burgschweiger

Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) zeigte sich gestern verärgert darüber, dass der MAZ inzwischen das Gutachten vorliegt: „Das ist nicht öffentlich“, sagte sie und wollte eigentlich nicht erneut zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Schließlich sagte sie aber, dass sie erst am 4. Oktober von der akuten Gefahr erfahren habe und daraufhin die Halle sofort habe sperren lassen. Zwei Tage zuvor hatte sie aber der MAZ erklärt, dass ein erstes Gutachten vom 8. September noch kein klares Ergebnis gebracht habe und erst eine erneute Untersuchung Anfang Oktober darauf hingewiesen habe, dass Gefahr im Verzug sei.

„Sie hat bewusst ein hohes Risiko in Kauf genommen“, kommentierte das die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Nadine Selch. Dass die Bürgermeisterin im September noch nichts von der Gefahr gewusst haben will, empört Karl-Uwe Fuchs (FDP): „Worüber, wenn nicht über die Gefahr eines möglichen Einsturzes einer gemeindeeigenen Sporthalle, will man denn die Bürgermeisterin informieren?“, fragte er. „Es muss davon ausgegangen werden, dass seit dem 8. September Lebensgefahr für jeden Turnhallenbenutzer bestanden hat“, so Jonas Reif (Grüne).

Erste Untersuchungen bereits im Februar

Genau genommen wusste das Rathaus schon viel eher von Schäden an der Dachkonstruktion. Das belegt eine Stellungnahme vom Ingenieurbüro Kai Billinger aus Zeuthen, das die Halle bereits im Februar dieses Jahres untersucht hatte.

Seit September fanden in der Sporthalle neben Sportunterricht und Vereinstraining auch Großveranstaltungen statt, darunter die Schuleinführung sowie der Dahme-Pokal. Beide Male waren mehr als 600 Besucher in der Halle.

Von Andrea Müller

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