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Gutachten zum Bahnübergang vorgelegt

Zeuthen Gutachten zum Bahnübergang vorgelegt

Eine von der Gemeinde Zeuthen in Auftrag gegebene Analyse zum Bahnübergang Forstweg soll Grundlage für eine neue Diskussion zum Brücken- oder Tunnelbau sein. Die Gemeinde will Land und Bahn mit den Untersuchungsergebnissen konfrontieren.

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Laut einer Studie ist der Bahnübergang am Forstweg ein Gefahrenpunkt.

Quelle: Josefine Sack

Zeuthen. Der Bahnübergang am Forstweg ist wegen langer Schließzeiten der Schranke ein Gefahrenpunkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Rathaus Zeuthen in Auftrag gegebene Studie. In der jüngsten Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses wurde sie vorgestellt. Die Ergebnisse will die Bürgermeisterin nutzen, um Land und Bahn dazu zu bewegen, an der Stelle einen Tunnel- oder Brückenbau zu errichten.

Lange Schließzeiten und Staus

„Wir haben in den letzten Jahren gegenüber Land und Bahn immer wieder darauf hingewiesen, dass wir an der Schranke am Forstweg Verkehrssicherheitsdefizite haben“, sagte Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). Da man diese Auffassung nicht teilte, hatte die Gemeinde die Studie in Auftrag gegeben. Die Verkehrssituation wurde beobachtet, Zählungen vorgenommen, eine Fotodokumentation durchgeführt. Festgestellt wurde, dass in Spitzenzeiten zwischen sechs und sieben Uhr die Schranke 50 Prozent der Zeit geschlossen ist.

„Bei einer durchschnittlichen Schließzeit von 3,5 Minuten kommen wir in dieser Stunde auf insgesamt 30 Minuten, wo die Schranke zu ist“, sagte Burgschweiger. Das Problem an der Stelle sei der große Rückstau, der dann weit in die Goethestraße hineinreiche. „Dadurch kommt es zu vermehrten Verkehrsverstößen, die wir nicht hinnehmen können – Lkws überholen auf der Gegenspur, Bürger huschen unter der Schranke durch“, so die Bürgermeisterin. Ziel sei es nun, Land und Bahn mit den Ergebnissen zu konfrontieren und um eine Stellungnahme zu bitten, wie sie gedenken, diese Defizite abzubauen. Als Eigentümerin der Landesstraßen L401 und L402 an der Kreuzung am Bahnübergang sei das Land für den Straßenausbau verantwortlich. Im Rahmen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes sei die Bahn mit im Boot, so die SPD-Frau.

Tunnel- oder Brückenbau wieder im Gespräch

Ein Tunnel- oder Brückenbau wäre trotz der Tankstelle vor Ort technisch realisierbar. Der Kreis hatte 2014 ein integriertes Verkehrskonzept erarbeitet, in dem Varianten für Tunnel und Brücke am Forstweg vorgestellt wurden. „Der Tunnel wäre für Zeuthen die städtebaulich verträglichere Lösung“, sagte Burgschweiger. Das Waldgrundstück neben der Tankstelle sei zwar verkauft. Dieses könne sich die Gemeinde aber bei Bedarf über ein Planfeststellungsverfahren zurückholen, wenn die Fläche für den Straßenbau benötigt werde. „Das Gutachten zeigt, dass es dort ein erhöhtes Gefahrenpotenzial gibt und eine Lärmbelastung – hier fahren nicht nur Zeuthener mit ihrem Pkw, sondern Menschen aus dem ganzen Landkreis“, sagte Karl Uwe Fuchs (FDP). Die Verkehrsbelastung sei unstrittig. Sie sei hoch und werde noch zunehmen, wenn die Schließzeiten durch mehr Züge länger werden. Die Belastungsgrenze sei bereits erreicht, das Gutachten eine gute Grundlage, um einen Tunnel zu bauen. „Fraglich ist aber, ob das bezahlbar ist. Denn wir haben mit Schule, Kita und Turnhalle viele Großprojekte zu stemmen.“

„Ich bin für einen anderen Standort, wenn wir eine Querung haben wollen“, sagte Sonja Pansegrau (Linke). Mit der Bahn müsse über eine Verbesserung bei den Schließzeiten gesprochen werden. Sie müssten reduziert werden, denn oft sei die Schranke geschlossen, ohne dass etwas geschehe. Man brauche schnell eine Lösung, denn der Bau einer niveaufreien Querung könne lange dauern. „Wir haben nun eine stichhaltige Analyse“, sagte Nadine Selch (CDU). Immer wieder komme es zu Konflikten am Forstweg. Jetzt habe man die Möglichkeit, beim Land vorstellig zu werden. Um die Bahn an der Finanzierung für eine neue Querung mit ins Boot zu holen reiche das Gutachten jedoch nicht aus, da Fehler bei der Schrankenschließung nicht berücksichtigt wurden. „Es ist eine konfliktreiche Kreuzung. Nachgewiesen wurde, dass eine andere Verkehrsführung mit Schranke keine Lösung ist“, sagte Jonas Reif (Grüne).

Von Oliver Becker

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