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Dahme-Spreewald Gutachten zum sozialen Wohnungsbau geplant
Lokales Dahme-Spreewald Gutachten zum sozialen Wohnungsbau geplant
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10:45 07.03.2017
Markus Mücke
Schulzendorf

Bereits seit den vergangenen Jahr wollen Schulzendorfs Gemeindevertreter eine Machbarkeitsstudie zum sozialen Wohnungsbau in Auftrag geben. Nach Fertigstellung der Studie, soll entschieden werden, ob und in welchem Umfang Sozialbauten von der Gemeinde realisiert werden können. In einer nicht öffentlichen Sondersitzung am 21. März wollen sie drei Anbieter zu ihren eingereichten Konzepten hören, Fragen stellen, um einen Zuschlag zu erteilen. Das beschlossen die Fraktionen auf der letzten Gemeindevertretersitzung. Die zuvor schriftlich eingereichten Konzepte der drei Bewerber ließen für sie noch Fragen offen.

„Das Gutachten braucht es, um Aufschluss über die wirtschaftliche Machbarkeit und die rechtliche Situation zu bekommen, kurz: ob und wie es geht“, sagte Joachim Kolberg (CDU). Schulzendorf brauche bezahlbare Wohnungen hauptsächlich für Jugendliche und Senioren. „Wir müssen diese Wohnungen anbieten, um junge Menschen in der Gemeinde zu halten.“ Ältere Menschen, die Haus und Hof nicht mehr unterhalten könnten, sollten ebenfalls die Möglichkeit haben, in Schulzendorf zu bleiben. Man habe viele Grundstücke in Gemeindehand, darunter viele kleinere. Ein größerer Bau könne etwa auf dem Grundstück des ehemaligen Rathauses in der Otto-Krien-Straße entstehen oder in der Herweghstraße, wo drei aneinander liegende Grundstücke Gemeindeeigentum seien. Die Fraktionen hätten ferner beschlossen, keine weiteren Grundstücke zu verkaufen, „um diese als Wert in die Gesellschaft einzubringen“. Die Studie solle darüber hinaus klären, ob es sinnvoll ist, für solche Bauvorhaben eine eigene Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Eine Option ist auch, die Wohnungsbaugesellschaft Wildau mit der Aufgabe zu betrauen. „Ansonsten kostet es erst einmal viel Geld, die Verwaltung dazu aufzubauen“, so Kolberg.

Fördergelder vom Land sollen Sozialbauten ermöglichen

„Es gibt einen Bedarf an sozialem Wohnungsbau, da in Schulzendorf nur noch Einfamilienhäuser, nicht aber Ein- bis Zwei-Raum-Wohnungen gebaut werden“, schloss sich Wolfgang Schröder (Bürgerbündnis freie Wähler) an. Es nutze der Gemeinde wenig, wenn die Bevölkerung überaltere und die jungen Leute wegziehen, weil sie vor Ort keine Wohnung finden. „Das war der Punkt, wo wir gesagt haben, wir müssen anders denken“, so Schröder weiter. Finanzierbar seien solche Sozialbauten und günstigere Mieten über Fördergelder vom Land.

Auch Dieter Gronau (Linke) sprach sich für einen geförderten sozialen Wohnungsbau aus. „Mit einer Förderung könnte man auf eine Miete von unter zehn Euro pro Quadratmeter kommen“, sagte er. Neben Senioren und Jugendlichen sieht er auch einen Bedarf für alleinerziehende Mütter, die zum Beispiel nach einer Scheidung mit ihren Kindern in der Gemeinde Schulzendorf wohnen bleiben wollen. Grundstücke habe man genug. Der Nachteil an den großen Flächen in Gemeindehand sei, dass in den meisten Fällen naheliegende Einkaufsmöglichkeiten fehlten. „Das ist gerade für Senioren ein Nachteil“, so Gronau. Und weiter: „Dass wir am Ende sagen ,Finger weg vom sozialen Wohnungsbau’ kann auch passieren.“

Bürgermeister fürchtet Verlustgeschäft

Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) sieht das Vorhaben kritisch: „Das ist ein Verlustgeschäft.“ Sozialer Wohnungsbau für eine Miete von sieben Euro den Quadratmeter sei ohne Fördergelder nicht stemmbar. Zinsfreie Darlehen vom Land gebe es, sie müssten aber bei geringen Mieteinnahmen längerfristig zurückgezahlt werden und belasteten den Haushalt. Auch seien viele Gemeindeflächen zu klein, um darauf einen größeren Bau zu realisieren, der billiger sei als die Errichtung mehrerer kleinerer Gebäude.

Von Oliver Becker

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