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Häuser der Bürger

Königs Wusterhausen Häuser der Bürger

In acht Ortsteilen von Königs Wusterhausen, die Kernstadt eingeschlossen, gibt es Bürgerhäuser. Einige werden sehr intensiv für Veranstaltungen und regelmäßige Treffen genutzt, andere sind kaum frequentiert. Letzteres soll sich ändern.

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Das Bürgerhaus Zernsdorf in der Friedrich-Engels-Straße ist groß, hat aber einen kleinen Veranstaltungskalender.

Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. Sie sollen Treffpunkte für die Bürger sein, Domizil für Vereine, Veranstaltungsorte – die Bürgerhäuser. In den acht Ortsteilen von Königs Wusterhausen, die Kernstadt eingeschlossen, gibt es gute Beispiele, aber auch noch viele weiße Flecken, und einen Sonderfall.

Die Zernsdorfer können sich glücklich schätzen. Sie haben das größte Bürgerhaus in der Stadt, umgeben von einem mehrere hundert Quadratmeter großen Grundstück, malerisch am Wasser gelegen. Hans Curt von Einsiedel (1867-1942) schenkte das Familienanwesen der damaligen Gemeinde Zernsdorf zur kommunalen Nutzung. Das geschah viele Jahre, doch seit einiger Zeit verirren sich nur noch wenige Zernsdorfer in ihr Haus. So mancher neuer Einwohner, heißt es, wisse gar nicht, dass es das Bürgerhaus gibt.

Haus in Diepensee wird rege genutzt

Dienstags und donnerstags ist die Bibliothek für ein paar Stunden geöffnet, einmal in der Woche ist Sprechzeit beim Ortsvorsteher. Eine Musikschule bietet Kurse an, die Rentner, Montagsmaler und der Heimatverein treffen sich. Es gibt einen Tanz- und Gymnastikkurs. Doch große öffentliche Veranstaltungen im Saal oder Ortsfeste im Garten hat es lange nicht mehr gegeben. Gelegentlich werden Wohnungen in dem Haus vermietet, der Saal wird ebenfalls überwiegend für Privatfeiern genutzt. Betreiber ist ein Bürgerhausverein. Im Clinch mit dem Heimatverein, der zur Jahresmitte gekündigt wurde, bleiben viele Ideen auf der Strecke.

Wie es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Diepensee. Das Dorfgemeinschafthaus wird rege genutzt für Veranstaltungen, Privatfeiern, für das Vereinsleben. Es gibt sogar zwei Bowlingbahnen. Das moderne Haus eröffnete 2004, es wurde im Zuge der Umsiedlung der früheren Flughafen-Gemeinde gebaut. Ein Trägerverein führt es ein Eigenregie. Im größten Ortsteil Zeesen kann man davon nur träumen. Dort gibt es kein Bürgerhaus – noch nicht. Mit dem geplanten Neubau der Grundschule wird in drei Jahren dieser lang gehegte Wunsch endlich in Erfüllung gehen. Die alte Feuerwehr, in dem jetzt noch ein Teil der Grundschule untergebracht ist, wird zum Bürgerhaus umgebaut, das dann von allen Zeesenern genutzt werden kann.

Notlösung in Niederlehme

Mit einer Notlösung müssen sich die Niederlehmer begnügen, ein Ende des Provisoriums ist nicht in Sicht. Das alte Rathaus in der Karl-Marx-Straße, das einmal Vereine, den Skatclub und die Heimatstube beherbergte, wurde vor einigen Jahren verkauft. Jugendliche haben den Heimatverein in ihrem Clunie-Klub aufgenommen, aber eine Ideallösung ist das nicht.

Das Bürgerhaus „Hanns Eisler“ in Königs Wusterhausen, einst Villa des Großindustriellen Werner von Siemens, hat sich als kultureller Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Der Kulturbund Dahme-Spreewald führt hier die Regie, die Stadt bewirtschaftet das Haus. Im Keller befindet sich ein Gaststätte, die ebenfalls Veranstaltungen anbietet. Am Fontaneplatz im Neubaugebiet eröffnete vor zwei Jahren der Bürgertreff als soziales und kulturelles Zentrum und Freizeittreff. In den Ortsteilen Wernsdorf, Senzig und Kablow gibt es laut Stadtverwaltung „Objekte, die gemischt genutzt werden“, zum Beispiel Ortsvorsteher-Büros. In Senzig wird das ehemalige Bürgerhaus als Hort mitgenutzt. Dort ist der Wunsch nach einem Gemeindezentrum groß. Im vorigen Jahr waren im Königs Wusterhausener Haushalt 91 000 Euro Zuschüsse für die Bürgerhäuser eingeplant. Der neue Haushalt ist noch nicht beschlossen.

Von Frank Pawlowski

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