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Hafen-Pläne für Container-Umschlag

Königs Wusterhausen Hafen-Pläne für Container-Umschlag

Im Königs Wusterhausener Hafen sollen einmal jährlich 40 000 Container bewegt werden. Der Neubau eines Terminals dafür ist schon vorbereitet worden. Wenn die Förderung bewilligt wird, kann es losgehen. Ein zweites Terminal für Sattelauflieger soll ebenfalls entstehen. Der Kohleumschlag spielt keine Rolle mehr.

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Der Hafen Königs Wusterhausen/Wildau will sich zu einem Güterverteilzentrum entwickeln.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Die Königs Wusterhausener Hafengesellschaft Lutra muss sich nach dem Ende des Kohleumschlags praktisch neu erfinden. Die Kohle machte mehr als die Hälfte des Umsatzes aus, neue Geschäftsfelder sollen das künftig ersetzen. Der Hafen setzt dabei vor allem auf den Container-Umschlag, wie Geschäftsführer Reinhard Schuster in einem Bericht für den Haushaltsausschuss des Stadtrates deutlich machte.

Terminals im Nord- und Südhafen geplant

So soll im Nordhafen ein Terminal errichtet werden, in dem 35 000 bis 40 000 Container im Jahr umgeschlagen werden können. Ein zweites Terminal für Sattelauflieger ist im Südhafen geplant. „Diese Projekte sind für den Hafen von großer Bedeutung“, sagte Schuster. Für beide Vorhaben seien Förderanträge eingereicht worden, berichtete er. Am weitesten fortgeschritten sind offenbar die Pläne für das Container-Terminal im Nordhafen. Laut Schuster gebe es positive Signale, dass die Förderung bewilligt werden könnte.

Hafen-Chef Reinhard Schuster sucht nach dem Kohle-Aus neue Geschäftsfelder für den Hafen

Hafen-Chef Reinhard Schuster sucht nach dem Kohle-Aus neue Geschäftsfelder für den Hafen. Der Container-Umschlag soll ein wichtiges Standbein werden.

Quelle: Franziska Mohr

Ein Investor stehe schon bereit, er will sich mit einer Million Euro an dem insgesamt vier Millionen Euro teuren Terminal-Neubau beteiligen. Für die Betreibung des Terminals will sich die Lutra selbst bewerben. „Wir hoffen auf gute Umsätze“, sagte Schuster.

Bedenken wegen des erwarteten Verkehrsaufkommens

Stadtverordnete Angela Laugsch (Linke) äußerte Bedenken wegen des zu erwartenden erheblichen Verkehrsaufkommens. Schuster verwies darauf, dass die Container nicht nur auf der Straße, sondern auch per Schiff und Bahn transportiert würden. Laut einem Verkehrsgutachten sei die Belastung daher leistbar, wie er sagte. Nach Schusters Ansicht werden das Hafengeschäft und dazugehörende Dienstleistungen weiter bestehen, aber an Bedeutung verlieren. „Wir sehen uns zunehmend als Wirtschaftsstandort.“

Standort mit langer Tradition

Der heutige Hafen in Königs Wusterhausen wurde 1854 erstmals als Umschlagplatz erwähnt, damals vor allem für Baustoffe.

1894 bekam der Hafen einen Gleisanschluss, zu dieser Zeit begann auch der Kohleumschlag, der im Mai 2017 eingestellt wurde.

Auf dem Hafengelände sind 15 Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern angesiedelt.

Bis 2015 wurden 60 Millionen Euro Steuergelder investiert, allein 43 Millionen Euro flossen in den Ausbau der Hafeninfrastruktur. 85 Millionen Euro wurden von Firmen investiert.

Die Gesamtfläche beträgt 65 Hektar. Der Hafen liegt auf Königs Wusterhausener und Wildauer Gebiet.

Trotz des Kohleausstiegs erwirtschaftet die Lutra in diesem Jahr voraussichtlich einen Gewinn von 500 000 Euro bei einem Umsatz von knapp sechs Millionen Euro. Getrübt wird die Bilanz durch die Kündigung eines größeren Unternehmens. Die Finanz- und Vermögenslage sei stabil, so Schuster.

Verhandlungen zur Ansiedlung neuer Firmen

Er informierte über Verhandlungen mit zahlreichen Firmen, die ein Interesse an einer Ansiedlung im Hafen haben. Die Lutra verpachtet und verkauft Grundstücke. Die Zahl der Lutra-Beschäftigten ist von 36 auf 24 geschrumpft. Schuster versicherte, dass keine weiteren Entlassungen vorgesehen seien. Für 2018 rechnet er mit einem Defizit von 600 000 Euro. „Das wird ein kritisches Jahr für uns, aber die Liquidität wird dennoch gesichert sein.“

Von Frank Pawlowski

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