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Dahme-Spreewald Hafen sucht neue Investoren
Lokales Dahme-Spreewald Hafen sucht neue Investoren
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00:18 12.05.2017
Im Hafen wird die Braunkohle aus der Lausitz auf Lastkräne gekippt. Sie bringen die Ladung ins Berliner Heizkraftwerk. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Königs Wusterhausen

Deutlich früher als geplant will der Energieerzeuger Vattenfall in seinem Heizkraftwerk in Berlin-Rummelsburg seinen Kohlebetrieb einstellen. Die Entscheidung hat direkte Folgen für den Hafen in Königs Wusterhausen, der lange Zeit Umschlagort für die Braunkohle war, die hier von Zügen aus der Lausitz auf Transportkähne umgeladen wurde. Mit 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr machte das Braunkohlegeschäft bislang rund 60 Prozent des Geschäfts der kommunalen Hafengesellschaft Lutra aus. Sollte ursprünglich das Aus für die Braunkohle erst Ende 2018 erfolgen, ist der Stichtag bereits der 24. Mai diesen Jahres. Das frühe Aus stellt die Hafengesellschaft vor große Herausforderungen, da sie zwar Rücklagen gebildet hat, in der Kürze der Zeit aber nicht die benötigten Investoren binden konnte, um die finanziellen Ausfälle über das laufende Geschäft auszugleichen.

„Jetzt gibt es eine große Aufregung bei dem Thema, die ich nicht verstehe“, sagte Reinhard Schuster, Geschäftsführer der Hafengesellschaft. „Wir wissen seit vielen Jahren, dass das Ende des Kraftwerks in Berlin kommt und haben uns darauf eingestellt. Die Schließung ist für uns keine Überraschung, der frühe Zeitpunkt schon“, sagte er. Die Gesellschaft werde den Ausfall kompensieren und sei nicht gefährdet. „Wir verhandeln mit vielen Investoren zu fast jeder Fläche. Sie stehen bei uns aber nicht Schlange“, sagte er. Mit dem Tempo der Ansiedlung ist er nicht zufrieden und verweist auf Projekte ohne erfolgreichen Abschluss – so etwa ein Vertrag mit Vattenfall zur Biomasseaufbereitung, der mit der EEG-Nivellierung hinfällig war. Auch die für den Hafen wichtige Umfeldentwicklung sei mit der verschobenen BER-Eröffnung nicht wie erwartet erfolgt. „Wir müssen umstrukturieren, Kosten reduzieren und mehr Umsatz erwirtschaften“, so Schuster. Auch Arbeitsplätze sind betroffen: Zwölf von 34 Mitarbeitern müssen gehen.

Intensive Standortwerbung ist nötig

Künftig müsse man intensiver für den Standort werben – laut Schuster eine Aufgabe nicht allein der Hafengesellschaft, sondern auch des Landes und Landkreises. Der Hafen sei ein moderner Standort mit guten Voraussetzungen bei Straße, Schiene und zu Wasser. Dafür habe man viel investiert. Für rund 65 Millionen Euro wurden der Nordhafen mit einer Eisenbahnbrücke versehen, Nord- und Südhafen mit einer Straßenbrücke verbunden, ein barrierefreier Anschluss zur Autobahn geschaffen, knapp 400 Meter Kaianlage samt Ladestraße gebaut und Industrie- und Gewerbeflächen neu erschlossen. Auch weiter müsse man in den Standort investieren und Flächen erschließen, um optimale Standortvoraussetzungen zu schaffen. „Doch so eine Entwicklung braucht teilweise Jahre“, sagte er. Langsam gehe es voran – Gewerbeflächen würden vermietet, es gebe einen neuen Schwerlastkran, ein Containerterminal sei geplant. Man sei auf vielen Veranstaltungen, Messen, schalte viele Anzeigen. „Wir sind optimistisch, das es uns gelingt, die Flächen in nächster Zeit zu füllen“, so Schuster.

„Was da an Verlusten wegbricht, können wir nicht innerhalb einer Jahresfrist abpuffern, weil die Neuansiedlungen einfach noch nicht da sind“, sagte Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD). Nun müsse man schneller Investoren binden und für die Hafen-Mitarbeiter eine Wiederbeschäftigung organisieren. In engeren Verhandlungen sei man derzeit mit zwei Unternehmen aus dem Bereich Steinkohle und der Metallverarbeitung.

Von Oliver Becker

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