Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Handy-Nutzung im Unterricht umstritten
Lokales Dahme-Spreewald Handy-Nutzung im Unterricht umstritten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:56 26.02.2018
Tablets halten auch an Schulen der Region Einzug. An der Otfried-Preußler-Schule Großbeeren gab es bereits im Jahr 2016 ein Tablet-Projekt. Quelle: Krischan Orth
Dahmeland-Fläming

Am Goethe-Schiller-Gymnasium in Jüterbog gehört die Digitalisierung bereits zum Schulalltag. Über eine Schul-Cloud, also einen über das Internet erreichbaren Datenspeicher, können die Schüler ihre Schulaufgaben abspeichern und sich zu Hause Unterrichtsmaterialien auch mit ihrem Smartphone herunterladen. Im Unterricht ist die private Nutzung des eigenen Handys trotzdem erst einmal tabu. Nur wenn ein Lehrer die ausdrückliche Anweisung gibt, dürfen die Schüler das Smartphone als Taschenrechner benutzen, via Google Hintergründe recherchieren oder in Online-Wörterbüchern Vokabeln nachschlagen.

Ein Prinzip, mit dem man an der Schule bislang gut gefahren ist. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Smartphone, sobald es im Unterricht verwendet wird, von den Schülern auch als Unterrichtsmaterial verstanden wird“, sagt Jens Angerhoefer, Informatiklehrer und Koordinator der Digitalisierung an der Schule. „Wenn der Lehrer das geschickt macht, funktioniert es auch, dass die Schüler das Handy nach der Recherche wieder weglegen“, sagt Angerhoefer.

Verbot von Smartphones „nicht zeitgemäß“

Die Schule begrüßt deswegen die jüngste Forderung der Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) in der MAZ, dass Brandenburger Schüler künftig ihre eigenen Smartphones und Tablets auch im Unterricht nutzen dürfen sollen. „Ich glaube, es ist schlicht nicht mehr zeitgemäß, Smartphones in der Schule komplett zu verbieten“, sagt Schulleiter Matthias Lehmann.

Doch nicht alle Schulen in der Region handhaben den Umgang mit den privaten Smartphones und Tablets der Schüler so, wie es Rektor Lehmann und Informatiklehrer Angerhoefer in Jüterbog tun. Wer sich an den Schulen der Region umhört, bekommt ein gespaltenes Bild.

Gespaltenes Bild in den Schulen

An der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme zum Beispiel dürfen Lehrer ihren Schülern ebenfalls in Einzelfällen die Recherche über das Smartphone erlauben. Statt mit privaten Schüler-Geräten würde man dort aber lieber mit bereitgestellten Computern arbeiten. „Wir hier im ländlichen Raum würden uns eher eine bessere Ausstattung der Schule wünschen – ein vernünftiges Computerkabinett zum Beispiel oder Laptop-Tower“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Reichert. Die Nutzung von privaten Geräten dagegen betrachtet sie als nur sehr schwer handhabbar. „Es müsste dann auch sichergestellt werden, dass die Smartphones in den Pausen wieder weggelegt werden. Bei uns sind die Smartphones auch in den Pausen verboten.“

Ähnlich sieht es Anja Duns-Tietz, Rektorin an der Evangelischen Schule in Schönefeld. „Eine reine Nutzung der privaten Geräte halte ich für schwierig. Dann müsste sichergestellt werden, dass die Nutzung kontrolliert werden kann und die Schüler sich auch wirklich dem Unterricht widmen“, sagt sie. Auch dort würde man es befürworten, wenn den Schülern ein Gerät bereitgestellt werden könnte.

Technische Ausstattung ein finanzielles Problem

Diese vollständige Ausstattung der Schulen mit Tablets oder Notebooks scheint Ministerin Ernst für das Land aber nicht finanzierbar: „Ich glaube, dass es weder Bund noch Ländern gelingt, Schulen alle zwei, drei Jahre mit neuen Endgeräten auszustatten. Das ist auch nicht notwendig. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben Handys oder Tablets.“ Dass Schüler benachteiligt werden, die sich bestimmte Geräte nicht leisten können, will Ernst verhindern. „Natürlich müssen Schulen jene Familien unterstützen, die aus finanziellen Gründen ihren Kindern keine Handys kaufen können oder es auch nicht wollen. Aber auch das wird in der Praxis kein Problem sein“, so die Ministerin.

Doch während in den Schulen der Region tatsächlich ab der 7.Klasse beinahe alle Schüler ein Smartphone haben, fehlt es den Schulen häufig an der nötigen Infrastruktur, um die Nutzung zu ermöglichen. „Unser Internet ist nicht schlecht. Das ist schon schnell“, sagt Schulleiter Lehmann aus Jüterbog. „Aber es ist unvorstellbar, dass 400 Schüler und Lehrer gleichzeitig im Wlan sind. Dafür reicht es dann auch nicht aus“. Wer eine breite Nutzung von privaten Schüler-Geräten ermöglichen wolle, der müsse auch das Internet sicherstellen, sagt Informatiklehrer Jens Angerhoefer. Er plädiert außerdem dafür, das Fach Informatik unbedingt wieder zum Pflichtfach zu machen. „In den 1990er Jahren war es das mal. Auch wir hatten mal drei Informatiklehrer an der Schule“, sagt Angerhoefer. Heute sei Informatik dagegen nur noch Wahlpflicht und seine Stelle an der Schule die einzige. „Das reicht einfach nicht. Die Schüler müssen besser vorbereitet werden auf die digitale Zukunft“, so Angerhoefer.

„Schüler werden nur noch mit dem Tablet zur Schule kommen.“

Auch am Friedrich-Gymnasium in Luckenwalde glaubt man an die Bedeutung der digitalen Bildung. An der Schule sind Smartphones nicht verboten und dürfen im Unterricht in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden. Trotzdem ist man nicht ganz einverstanden mit dem Vorschlag der Ministerin. „Wenn alle Schüler ihre privaten Geräte nutzen, weiß ich nicht, wie einheitliche technische Standards gewährleistet werden sollen“, sagt Schulleiter Michael Kohl. Davon, dass die Schule immer digitaler werden wird, ist er trotzdem überzeugt: „Über kurz oder lang werden die Schüler nur noch mit dem Tablet zur Schule kommen.“

Die Digitalisierung der Schulen in Brandenburg

Im Bezug auf die Digitalisierung an den Schulen in Brandenburg sagte die Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) im MAZ-Interview: „Ich bin eine Anhängerin des Prinzips ‚Bring your own device‘. Nicht in der Grundschule, aber zumindest in den weiterführenden Schulen sollten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht nutzen dürfen.“

Die Konflikte
, die aus dem Umgang mit den privaten Smartphones oder Tablets im Unterricht entstehen können, möchte Ernst nicht in den Vordergrund rücken. „Schüler sollen nicht nur Spielen und Kommunizieren lernen, was sie längst können, sondern vor allem den verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten. Ich bin da zuversichtlich, weil wir nicht bei null anfangen. Es gibt bereits Schulen in Deutschland, die Handys oder Tablets erfolgreich einsetzen.“

Von Ansgar Nehls

Mittelalterfans aus dem Dahmeland treffen sich regelmäßig, um anhand von historischen Quellen, das Leben von damals auch heute erlebbar zu machen. Dabei kommen auch schwere Kettenhemden und Schwerter zum Einsatz.

27.02.2018

Das Interesse an der vierten Auflage der Jobmesse „Chance“ in Königs Wusterhausen war groß. 1300 Besucher informierten sich bei Unternehmen, Verbänden und Institutionen über den Arbeitsmarkt in der Region.

27.02.2018

Eine 52-jährige Radfahrerin wurde am Sonnabend bei einem Unfall in Wildau (Dahme-Spreewald) verletzt. Eine Autofahrerin hatte die Frau übersehen und war mit ihrem Wagen mit der Radlerin kollidiert. Rettungskräfte brachten die Verletzte in ein Krankenhaus.

25.02.2018