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Hausarrest für Rettungswagen

Rettungsdienst in Schulzendorf Hausarrest für Rettungswagen

In der Schulzendorfer Rettungswache stehen zwei Rettungswagen. Tagsüber werden beide eingesetzt; doch nachts muss einer in der Garage bleiben. Der Grund: Statistisch gesehen gibt es zu wenig Notfälle, um beide Fahrzeuge zu besetzen. Das sorgte jetzt für einen Disput in der Gemeindevertretung. Sie will die Situation ändern.

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Die Rettungswache des Landkreises Dahme-Spreewald in Schulzendorf. Es gibt einen Disput um den zweiten Rettungswagen.

Quelle: Andrea Müller

Schulzendorf. In der Rettungswache in Schulzendorf stehen zwei Rettungswagen (RTW) zum Einsatz bereit. Tagsüber dürfen auch beide raus. Doch nachts muss einer in der Garage bleiben.

Gemeindevertreterin Ramona Brühl (CDU) versteht das nicht. Sie ist selbst Krankenschwester, arbeitet in einer Beatmungs-Wohngemeinschaft im Ort. Deswegen brachte sie das Thema jetzt bei der Gemeindevertretersitzung erneut zur Sprache. „Letzte Nacht hatten wir wieder einen Notfall, der gerufene RTW kam aus Schönefeld“, beschrieb sie die gegenwärtige Situation. Wenn dann ein Patient noch in ein Krankenhaus, zum Beispiel nach Königs Wusterhausen, gefahren werden muss, werde dabei kostbare Zeit allein durch den weiten Anfahrtsweg verloren. „Dabei steht ein Rettungswagen hier praktisch vor dem Haus“, echauffierte sie sich. Ramona Brühl sagte, dass sie dies für unvertretbar hält. Die Situation in Schulzendorf ist nicht neu. Der zweite Rettungswagen steht bereits seit anderthalb Jahren zwischen 19 und 7 Uhr still.

„Grund sind die geringen Einsatzzahlen“, erklärt die Pressesprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald, Heidrun Schaaf. Der Kreis ist für den Einsatz der Rettungswagen zuständig. Im Jahr 2011 hatte er den Rettungsdienst neu organisiert und neue Wachen in Schönefeld, Bestensee, Königs Wusterhausen und Teupitz errichtet. Dies vor allem vor der Maßgabe, dass zwischen dem Anruf in der Rettungsstelle und dem Eintreffen des Rettungswagens höchstens 15 Minuten vergehen sollen. „Auch der Rettungsdienst muss sparsam und wirtschaftlich organisiert sein“, so Schaaf. Deswegen gebe es genaueste Vorgaben, was den Einsatz der Fahrzeuge angehe. In Schulzendorf seien es einfach zu wenige Notfälle in der Nacht, um beide RTW zu besetzen. Betrieben wird die Wache in Schulzendorf von der Johanniter-Unfallhilfe.

Die Einsatzzahlen werden laut Schaaf vierteljährlich erhoben; der Einsatz der RTW auch mit der kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen abgesprochen. „Die 15 Minuten werden auch in Schulzendorf immer eingehalten“, so die Pressesprecherin.

Ramona Brühl widerspricht dem. „In der Regel mag das stimmen, aber es gibt Fälle, in denen dies nicht so ist“, sagt sie. Denn man müsse auch bedenken, dass die Bahnschiene dazwischenliegt, wenn ein RTW aus Königs Wusterhausen nach Schulzendorf fahren muss. An der Schranke komme es mitunter zu langen Wartezeiten.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Schulzendorf, Herbert Burmeister (Linke), sprach sich darum für eine klare Stellungnahme der Gemeindevertretung aus. Sie soll mit Nachdruck vom Kreis fordern, dass künftig der zweite RTW auch nachts in Schulzendorf eingesetzt wird. Das soll bei der nächsten Sitzung beschlossen werden.

Von Andrea Müller

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