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Dahme-Spreewald Biogas-Pläne rufen Anwohner auf den Plan
Lokales Dahme-Spreewald Biogas-Pläne rufen Anwohner auf den Plan
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00:24 16.03.2019
Die Zufahrt zur Biogas-Anlage in Klein Eichholz an der Bundesstraße B 246. Quelle: Frank Pawlowski
Heidesee

Die Pläne für die Erweiterung der Biogasanlage in Klein Eichholz im Heideseer Ortsteil Streganz lagen bereits aus. Die Einwendungen werden am 9. April öffentlich erörtert. Einwohner aus Heidesee und Nachbarorten sehen diesem Termin mit Spannung entgegen.

Sie stehen den Plänen sehr skeptisch gegenüber. „Wir sind nicht gegen die Biogas-Anlage. Wir wollen nach Möglichkeiten suchen, wie das mit uns und der Natur zusammen funktionieren kann“, sagt Inka Lumer der MAZ. Sie ist Sprecherin der Bürgerinitiative „Lebensraum Dahme-Heideseen“, die am Sonntag in Streganz gegründet wurde.

In der Klein Eichholzer Anlage wird Biogas durch die Vergärung von Speiseresten erzeugt. Als Nebenprodukt entsteht ein Dünger. Künftig sollen dort jährlich 48 000 Tonnen Biomasse verarbeitet werden, derzeit sind es 33 000 Tonnen. Die Bürgerinitiative befürchtet eine Zunahme des Lieferverkehrs und eine zusätzliche Umweltbelastung durch die größere Menge des gärigen Düngers, der anfällt.

Gründungsversammlung der Bürgerinitiative Dahme-Heideseen in Streganz. Quelle: Privat

„Wir machen uns Sorgen, was das für Folgen haben könnte“, sagt Inka Lumer. Neben der Geruchsbelästigung verweist sie auf mögliche Auswirkungen durch das Versickern im Boden. So könnten Trinkwasserbrunnen gefährdet sein. Auch Touristen könnten abgeschreckt werden. Die Bürgerinitiative wolle die Landschaft und die Gewässer im Naturpark Dahme-Heideseen schützen.

Sinnbild dafür ist auf einem Plakat der Initiative ein Frosch, der sich an einem Halm festklammert. „Wir setzen uns für einen intakten Lebensraum ein“, sagt Inka Lumer. Die Biogas-Anlage könnte nach ihrer Ansicht sogar einen Beitrag dazu leisten. „Die Erweiterung kann etwas Positives sein,wenn die Gärreste noch besser aufbereitet werden.“

Der Betreiber der Klein Eichholzer Biogas-Anlage ist überrascht von dem Gegenwind. Die Erweiterung sei schon vor anderthalb Jahren mit der Änderung des Flächennutzungsplanes bekannt gemacht worden, sagte Geschäftsführer Philipp Heim von der Firma Pure Power, einem Unternehmen der Heim-Gruppe. Die wenigen Einwände damals hätten sich auf das Ausbringen des Düngers und die Geruchsentwicklung bezogen.

Ein Frosch klammert sich an einem Halm fest. Das Bild steht für das Ziel der Bürgerinitiative, Lebensraum zu bewahren. Quelle: Frank Pawlowski

Er versicherte, dass künftig nicht mehr Dünger aufgebracht werde als bisher. Durch neue Vorschriften habe sich die Menge sogar reduziert. Das werde von den Behörden streng überwacht und dokumentiert. „Wir sind absolut überzeugt, etwas sehr umweltfreundliches zu tun“, sagte Heim. So ersetze der Wirtschaftsdünger den mineralischen Kunstdünger auf den umliegenden Feldern. Das Unternehmen rechnet nicht mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs auf der Bundesstraße B 246 durch die Kapazitätserweiterung. „Daher sehen wir die Sorgen der Bürger momentan als nicht berechtigt an“, sagte Philipp Heim. Zu Gesprächen mit der Bürgerinitiative sei er grundsätzlich bereit. Das Unternehmen wolle sich „im Einklang mit der Natur und den Anwohnern“ entwickeln, sagte er.

Inka Lumer gab zu, dass Bürger auf Planungen oft spät reagieren. „Wenn man sich nicht ständig kümmert, geht manches an einem vorbei“, sagte sei. So habe es gegen den Bau einer Beton-Schredder-Anlage auf einem Firmengelände in Klein Eichholz kaum Einwendungen gegeben. Die Kritik wurde erst laut, als die Bauarbeiten schon begannen.

Die nächste öffentliche Versammlung der Bürgerinitiative findet am 24. März im Tourismuszentrum Prieros statt, Beginn ist um 18 Uhr.

Von Frank Pawlowski

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