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Heimat für Ohrlöffelleimkraut

Renaturierungsprojekte in der Dahme-Seen-Region Heimat für Ohrlöffelleimkraut

Sandrasen, Kalkmoore und Feuchtwälder gehören zu den von der Europäischen Kommission geförderten Renaturierungsprojekten, mit denen die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg seit einigen Jahren auch in der Region betraut ist. Holger Rößling ist als Projektleiter unter anderem für die Sandrasen zuständig.

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Holger Rößling leitet Sandrasen- und Kalkmoore-Projekte.

Quelle: Grunow

Dahmeland. Die Bilanz ist positiv: Mit Erfolg konnte die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in diesem Jahr das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt zur Renaturierung von Kalkmooren in der Region abschließen. „Unsere Schwerpunkte lagen in der Löptener Fenne, an den Töpchiner Seen und in Neuendorf“, erläutert der Projektleiter Holger Rößling.

In der Region des Teupitzer Ortsteils Neuendorf befinden sich Kaltwasserteiche, die zum Naturschutzgebiet Mühlenfließ-Sägebach gehören. Im Quellbereich des Sägebaches gibt es ein immer noch aktives Sickerwasser-Quellmoor. Obwohl wegen mangelnder Pflege und Nutzung der Anfang des 20. Jahrhunderts für die Fischaufzucht angelegten Teiche zunehmend mehr Gehölze in das Gebiet eindrangen, hatten sich noch kalkreiche Niedermoore erhalten. Diese sind Lebensraum für selten gewordene Pflanzenarten. Seit 2011 nun wurde intensiv daran gearbeitet, diese besondere Moorlandschaft durch aufwendige Pflegemaßnahmen wiederherzustellen. Finanziert wurde das Kalkmoore-Projekt, zu dem auch einige Maßnahmen östlich von Berlin und im Norden Brandenburgs gehören, über das EU-Förderprogramm „Life“. „Das einzige, das ausschließlich Naturschutzprojekten gewidmet ist“, betont Holger Rößling, der auch das Sandrasen-Projekt der Stiftung Naturschutzfonds betreut.

Das startete 2013, und dabei sollen bis 2019 vor allem im Dahme-Seengebiet kalkreiche Sandtrockenrasengebiete wiederhergestellt werden. Die Massower Heide, einst Schießplatz, ist eines dieser besonderen Gebiete, die innerhalb Europas einen Verbreitungsschwerpunkt hier in der Region haben. Gut fünf Hektar der Massower Heide wurden im vergangenen Jahr einem kontrollierten Brand ausgesetzt, um gegen die starke Verholzung vorzugehen und so die Heide wieder zu verjüngen. „Die Agrargenossenschaft Löpten-Briesen wird die Fläche mit Schafen und Ziegen beweiden“, kündigt Rößling an.

Einigen Protest hatte die Abholzung eines Kiefernwäldchens Anfang 2015 in der Nähe des Groß Köriser Roßkardtsees ausgelöst; Anwohner und Bungalowbesitzer empfanden das Wäldchen als Lärmschutz zur Bahnlinie, die direkt dahinter verläuft. Doch Holger Rößling warb um Verständnis, wurden hier doch heute sehr seltene, auf Sandtrockenrasen gedeihende Pflanzen wie Sandthymian und Silberblume gefunden, die früher sehr typisch waren in Brandenburg. Vor wenigen Wochen erst wurde auf der rund 3500 Quadratmeter großen Fläche der Oberboden abgeschoben, und es wurden vom Ohrlöffelleimkraut, Büscheligem Gipskraut und Grauer Skabiose Samen ausgesät und Pflänzchen gesetzt.

Kürzlich wurde ein weiteres „Life“-Projekt der Stiftung gestartet: Bis 2022 sollen Feuchtwälder am Skabyer Torfgraben bei Zernsdorf, in der Dahme-Niederung zwischen Staakow und Märkisch Buchholz und am Streganzer See bei Prieros renaturiert werden.

Von Karen Grunow

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