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Herr Müller schuf Herrn Müller

Töpchin Herr Müller schuf Herrn Müller

Harald Müller von der Atelier-Gemeinschaft Töpchin schuf den „Sieger, Herrn Müller“. Die Skulptur aus Beton tritt am Wochenende ihre Reise zur Fränkischen Straße der Skulpturen an. Die 3,60 Meter große Figur ist dort bereits sehr beliebt, denn wegen ihr reisen sogar Japaner an. Doch das Holz trotzte nicht Wind und Wetter. Nun hat Harald Müller einen neuen Herrn Müller geschaffen.

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Der „Sieger, Herr Müller“ mit seinem Schöpfer Harald Müller von der Atelier-Gemeinschaft Töpchin. Die Skulptur geht nach Franken.

Quelle: Andrea Müller

Töpchin. Harald Müller, Bildhauer in der Atelier-Gemeinschaft Töpchin, schuf eine 3,60 Meter große Figur. Er nennt sie den „Sieger, Herrn Müller“. Am Wochenende wird sie in zwei Teilen die Reise nach Litzendorf in Bayern antreten. Dort befindet sich die Fränkische Straße der Skulpturen. Hierher soll der „Sieger“ nun zurück kehren.

Eigentlich gab es den „Sieger, Herrn Müller“ schon zehn Jahre dort in Franken. „Ich habe ihn damals aus Roteiche geschnitzt“, erklärt der Töpchiner Bildhauer. Das sei kein gutes Material gewesen; trotzte nicht Wind und Wetter. Schließlich sei der „Sieger“ nicht mehr standfest gewesen. Sogar ein Arm sei ihm plötzlich abgefallen. Litzendorf und besonders die Japaner waren ob dieser Nachricht sehr betrübt. Denn der „Sieger, Herr Müller“ war überaus beliebt. Jedes Jahr kamen viele Besucher, um die Skulpturen und vor allem die glücksstrahlende Figur von Harald Müller zu sehen. Der „Sieger“ galt als eine Art Geheimtipp. Den musste man gesehen haben.

Skulptur kostet 16 000 Euro

Auf die Busse voller Touristen will man in Franken nicht verzichten. Harald Müller wurde gebeten, einen neuen „Sieger“ zu erschaffen. Das Geld – rund 16 000 Euro – wurde aus verschiedenen Fördertöpfen zusammen getrieben. „Fast 30 Prozent habe ich bei Freunden und Sponsoren selbst organisiert“, sagt Harald Müller. Die Arbeit begann.

Freude steht dem originellen Sieger ins Gesicht geschrieben

Freude steht dem originellen Sieger ins Gesicht geschrieben.

Quelle: Andrea Müller

Zunächst ersteigerte er eine Ladung Dachlatten für die geplante Unterkonstruktion des neuen „Herrn Müller“. Daran wurde dann aufwendig Ton modelliert. Damit wurde eine Gipsform angefertigt und schließlich der „Sieger“ aus Beton gegossen. „Ich habe den ganzen Winter und bis jetzt an all dem gearbeitet“, so der Töpchiner Künstler. Der neue „Sieger, Herr Müller“ ist nun etwas dünnhäutig – gerade mal zwei Zentimeter dick – , dafür aber wesentlich haltbarer als der „Herr Müller“ aus Roteiche. Auch die grüne Farbe für den fröhlichen Anzug wird lange haltbar sein. „Die Hersteller versprechen eine Garantie von 20 Jahren“, so Harald Müller. Sie sei so teuer gewesen, dass der Künstler gar von „Goldstaub in Grün“ spricht.

Japaner mögen Herrn Müller

Harald Müller freut sich über die Beliebtheit seiner Figur. Sie sei ein Stück von ihm. „Ich habe ihn in einer schönen Lebenssituation modelliert“, sagt er. Das färbe auf die Kunst ab. Von ganz allein. Früher habe er versucht, mit seinen Kunstwerken etwas zu vermitteln. Heute überlasse er das den Betrachtern selbst. „Ich muss den Leuten die Freiheit lassen, zu sehen, was sie sehen möchten“, bringt es der Bildhauer auf den Punkt. Warum sich aber besonders die Japaner so in den „Sieger, Herrn Müller“ verliebt haben, bleibt ihm ein Rätsel. Wahrscheinlich sei „Herr Müller“ für sie das Sinnbild des Deutschen. In diversen Zeitschriften des Landes wurde über Herrn Müller und Herrn Müller geschrieben. „Ich wollte schon immer berühmt werden“, scherzt der Töpchiner, dem es nun auch etwas schwer ums Herz ist, weil er sich von seiner Skulptur verabschieden muss. Etwas tröstet ihn in gewisser Hinsicht: Dieses Mal wird der „Sieger, Herr Müller“ sehr lange leben. „Und wahrscheinlich noch da sein, wenn es mich schon nicht mehr gibt.“

Von Andrea Müller

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