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Dahme-Spreewald Einsatz für das Wohl der Katzen
Lokales Dahme-Spreewald Einsatz für das Wohl der Katzen
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22:21 08.08.2014
Margot Wendland aus Prieros engagiert sich seit langem für das Wohl der Katzen. Quelle: Aileen Hohnstein

Der 8. August steht ganz im Zeichen der Katzen, es ist der internationale Katzentag. Das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere soll bei den Menschen geweckt werden. Einige brauchen dafür keinen besonderen Tag. Für sie steht das Wohl der Tiere immer im Vordergrund.

Eine von ihnen ist Claudia Böhme. Mit einer Hand voll Katzen elend fing es an. Auf einem Müllhaufen in Tunesien fand die 54-Jährige ein Kätzchen und nahm es aus dem Urlaub mit nach Hause. Dort pflegte Claudia Böhme ihre Zutzel, wie sie ihren neuen Mitbewohner nannte, gesund. „Damit ist meine Liebe zu Katzen extrem geworden“, erzählt die Tierpflegerin. Katzenring und -kette, bunte Katzen als Anstecker an der Kleidung – ein Leben ohne die Samtpfoten ist für sie nicht mehr denkbar: „Ich trage ja mittlerweile sogar Socken, auf denen Katzenmotive sind.“

Das Katzenelend haben die Menschen geschaffen

Dass es bei ihr aber mehr als nur ein Spleen ist, beweist sie täglich. Seit 1999 kümmert sie sich um herrenlose Katzen, hat das Tierheim Zossen mit aufgebaut. 2010 rief sie den Verein „Katzenhilfe“ ins Leben und berät ehrenamtlich neben ihrer Arbeit im Tierheim Zossen und in der Tierwelt Friederikenhof in Großbeeren in allen Fragen rund ums Katzenwohl.

Claudia Böhme auch selbst aktiv, wenn mauzende Streuner ihre Hilfe brauchen. Und das ist eine nicht enden wollende Aufgabe. „Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, stellt sie traurig fest. „Dabei ist es ein Problem, das die Menschen geschaffen haben.“ Viele Tierhalter würden sich ihrer Schützlinge entledigen und sie aussetzen, wenn sie nicht mehr in den Alltag passen oder zu viel Arbeit machen. Das führt zu unkontrollierter Vermehrung der verwilderten Tiere.

Elend der Straßenkatzen durch Kastrationspflicht mindern

In Luckenwalde und Umgebung führt sie deshalb Fangaktionen durch: Straßenkatzen werden mit Futter angelockt, gefangen und in Berlin kastriert. Finanziert wird das über das „Projekt Kitty – Hilfe für Straßenkatzen“. Nach ein paar Tagen werden die Tiere wieder an der Fangstelle ausgesetzt. „Es sei denn, sie sind dort gefährdet. Zum Beispiel, weil Menschen ihnen Böses wollen“, sagt sie. Erst in dieser Woche hat sie wieder zwei Muttertiere und ihre sechs Jungen erwischt.

Claudia Böhme fängt streunende Katzen ein. Quelle: Hohnstein

Mit der Aktion soll die Zahl verwilderter Samtpfoten reduziert, vor allem aber ihr Leid gelindert werden. „Natürlich sind Katzen selbstständiger als Hunde. Aber trotzdem frieren sie wie die Schneider im Winter.“ Oft seien die Tiere verwurmt und unterernährt, vor allem, wenn sie Nachwuchs durchbringen müssen. „Es sind eben keine reinen Wildtiere. Vor Generationen haben die noch in einer Wohnung gelebt“, sagt Claudia Böhme. Deshalb findet sie es richtig, dass in Luckenwalde als einziger Gemeinde Brandenburgs die Kastration von freilaufenden Hauskatzen seit dem 1. August Pflicht ist.

Streunende Katzen genießen wenig Ansehen

Das sieht auch Margot Wendland so. Die 60-Jährige aus Prieros ist ehrenamtliche Tierheimleiterin in Märkisch Buchholz und hat 1991 den „Tierschutzverein Königs Wusterhausen“ mitgegründet. „Zur Katzenhaltung gehört heutzutage die Kastration“, sagt sie. Das gängige Vorurteil „kastrierte Katzen fangen keine Mäuse“ sei falsch: „Ich kenne nur Katzen, die ihre Mäuse mit den Pfoten oder Zähnen fangen. Bis jetzt habe ich noch keine gesehen, die das mit ihrer Gebärmutter macht.“

Katzen sind in ihrem Tierheim das größte Problem. Dort und auf Pflegestellen rangiert ihre Zahl derzeit um die 60. Gerade, wenn im Frühjahr und Herbst Wurfzeit ist, gibt es kaum genug Platz für den bei Menschen ungewollten Katzennachwuchs. „Die Kastrationspflicht wäre eine riesige Hilfe. Das kann man nicht oft genug sagen“, ist Margot Wendland überzeugt. Gerade in ländlichen Gebieten genießen die Mäusejäger ihrer Meinung nach kein hohes Ansehen: „Es gibt hier so viele Katzen, dass das einzelne Tier an sich keinen Wert mehr hat.“ Vielmehr würden die Streuner als Ärgernis wahrgenommen. „Ein Tier, das auf der Straße lebt, kann nichts dafür. Allein kann es an dieser Situation nichts ändern“, sagt Margot Wendland. Zur gängigen Argumentation, dass Katzen gewitzte Jäger seien, entgegnet sie: „Dass ein Tier nicht verhungert, heißt nicht, dass es ihm gut geht.“

Sprachrohr der Tiere

Organisation, Tierpflege, Gedanken über die Situation ihrer Schützlinge – über zu wenig Arbeit kann Margot Wendland nicht klagen. Es gibt ein Motto, das sie antreibt: „Tiere selbst können nicht für sich sprechen, also müssen es andere für sie tun.“ Das möchte sie übernehmen, genau wie Claudia Böhme. Auch wenn beide Frauen in ihrem Engagement viel Elend erlebt haben.

So hat Claudia Böhme den Körper einer Jungkatze gefunden, bei dem Kopf und Schwanz abgetrennt waren. Zu Margot Wendland wurde schon eine Katze gebracht, in der 42 Kugeln eines Luftgewehrs steckten. „Wenn es nach den Taten der Menschen geht, könnte man nur schreiend wegrennen“, berichtet Margot Wendland. Aber beide Frauen haben eigene Beweggründe, warum sie trotz allem weitermachen: Für Claudia Böhme ist die Liebe der Tiere der größte Dank. Für Margot Wendland sind es die kleinen Fortschritte im Denken der Menschen.

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Von Aileen Hohnstein

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