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Himmelfrei und Erdennah

Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus Mittenwalde Himmelfrei und Erdennah

In allen Fluren des Mittenwalder Rathauses gibt es jetzt Bilder von Anke Baltzer zu sehen. Die Wahl-Motzenerin stellt hier ihre Aquarelle aus, die ausschließlich die Region widerspiegeln. In den Momentaufnahmen aus fließenden Farben liegt oft eine gewisse Dramatik: Dunkle Wolken, Waldsaum, umgestülpte Boote. Anke Baltzer mag es spannend.

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Die Motzenerin Anke Baltzer zeigt ihre Aquarelle im Rathaus Mittenwalde.

Quelle: Andrea Müller

Mittenwalde. Aquarelle von Anke Baltzer sind jetzt im Mittenwalder Rathaus zu sehen. Die Ausstellung in allen Fluren ist bis zum 1. Februar während der Öffnungszeiten der Verwaltung zugänglich. Am Donnerstag wurde die neue Exposition feierlich eröffnet.

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Anke Baltzer zeigt bis Anfang Februar 2018 Aquarelle. Es sind Momentaufnahmen aus Farbe und Papier – sämtlich aus der Region in und um Motzen

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Anke Baltzer zeigt im Paul-Gerhardt-Haus ausschließlich Momentaufnahmen aus der Region. Die Frau mit Jahrgang 1940 ist viel draußen unterwegs. Im Handgepäck hat sie ihre Malutensilien: Staffelei, Farben, Pinsel, Papier. Auch die „Knipse“ ist immer dabei. Doch abmalen tut Baltzer für ihre Werke nie. Draußen in der Natur sein, das ist ihr Lebenselixier. Nur hier findet sie die Freiheit, die sie unentwegt sucht: Himmelfrei und erdennah.

Mittendrin im Geschehen

Das ist auch ihren Arbeiten anzusehen. Oft scheint sie mittendrin im Geschehen, obwohl sie nie wirklich zu sehen ist. Immer wohnt den Bildern eine gewisse Dramatik inne. Baltzer-Aquarelle sind in der Regel keine zarten Streicheleinheiten. Auf ihren Bildern passiert etwas. Da ist ein Sturm, dort ein umgestülptes Boot, ein Waldsaum, Gewitterwolken. Anke Baltzer mag es spannend. „Blauer Himmel ist mir zu langweilig“, sagt sie.

Geboren wurde sie in Güstrow. Zehn Jahre später kam der Umzug nach Berlin. Nach dem Abitur machte sie eine Lehre zum Schaufensterdekorateur. Es schloss sich ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin an. Später arbeitete sie freiberuflich und gestaltete Messen, Ausstellungen und Bücher. Mit der Wende wurde sie Chefgestalterin im Team der Zeitschrift „Guter Rat“. Als sich andere schon mit der Rente beschäftigten, nahm sie einen festen Job an – und blieb 15 Jahre. Nach Motzen kam die Berlinerin per Zufall. Hier fand sie ein Sommerhaus und ein Stück Heimat. Sie fühlt sich hier angekommen.

Zeit für Reflexion

Jetzt – frei von Zeitdruck, Aufträgen und Terminen – können die Farben auf dem Papier suchen, was Anke Baltzer sieht. In Aktion, so sagt sie, habe sie viel gelernt. Durch Sehen. Aber erst durch das Wissen um vieles sei sie in der Lage, wirklich zu sehen: Dialektik künstlerischer Arbeit. Immer ist sie auf der Suche. Fotografisches Zeichnen und Malen ist ihr dabei kein Bedürfnis. Sie wandelt in Bilder um, was sie erfühlen kann. Jetzt fühlt sie bewusst in sich hinein. Denn nun endlich habe sie die Zeit dafür. „Das Tolle am alt werden und alt sein ist, die Zeit für Reflexion zu haben“, sagt sie.

Bei der Vernissage am Donnerstag kamen Freunde und Anhänger ihrer Kunst. Auch ein ehemaliger Kollege vom „Guten Rat“ kam nach Mittenwalde. Jens Prockat hatte seine kleine Sopranflöte mitgebracht und spielte für Anke Baltzer einen französischen Tanz.

Gabi Frenzel aus dem Mittenwalder Rathaus hatte in ihrer Rede die Gäste kurz in die Ausstellung und Biografie der Künstlerin eingeführt. Der Motzener Heimatverein bewirtete die Besucher mit Kaffee und Kuchen.

Von Andrea Müller

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