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Historische Schlossmauer wird restauriert

Denkmalpflege in Königs Wusterhausen Historische Schlossmauer wird restauriert

Die alte Schlossmauer Am Amtsgarten in Königs Wusterhausen, die einst den Küchen- und Lustgarten des Jagdschosses umfasste, fristete über Jahrzehnte ein kümmerliches Dasein. Jetzt aber wird sie restauriert. Bis Mitte Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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In der alten Schlossmauer sind noch 14 dieser Rundbögen erhalten geblieben.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Bernd Jagner lebt seit 18 Jahren in Königs Wusterhausen. Aber er hätte schwören können, dass es in der Stadt keine Schlossmauer gibt. Ähnlich sehen es auch die Zeesener Nadine Weiß und Mark Toppert. Auch sie kennen nur das Jagdschloss, von einer noch erhaltenen historischen Mauer haben sie, wie offenbar auch viele andere Dahmeländer, noch nie gehört.

Ein Wunder ist dies nicht. Schließlich fristete die noch 52 Meter lange historische Mauer Am Amtsgarten, die einst den Küchen- und Lustgarten des Jagdschlosses umfasste, bis zum Beginn der Bauarbeiten für das neue Rathaus ein kümmerliches Dasein. „Erst mit dem dortigen Flächenerwerb rückte sie wieder ins Blickfeld“, sagt Ilka March von der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen. 2011 wurde sie mit ihren 14 noch erhaltenen Rundbögen als Einzeldenkmal in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen. Ihr derzeitiger Zustand ist allerdings beklagenswert, ihre Standsicherheit gefährdet. In den Rundbögen fehlen diverse Ziegel. Ein Anblick, der den Mitgliedern der Unteren Denkmalbehörde im Landkreis schon seit Jahren ein Dorn im Auge ist. „Umso mehr freuen wir uns, dass die Stadt die Restaurierung nun tatsächlich in Angriff nimmt“, stellt die dortige Mitarbeiterin Martina Schrepper bei der Bauanlaufberatung fest. Der Landkreis unterstützt dieses etwa 150 000 Euro teure Vorhaben aus dem Sonderprogramm Bestandssicherung mit 30 000 Euro.

„Die Restaurierung ist schwierig. Es sind leider keine historischen Dokumente zu dieser Schlossmauer erhalten geblieben“, sagt Ilka March. Nicht einmal das genaue Entstehungsdatum ist bekannt. Experten geben ein Baujahr um 1780 an. Niemand kann heute auch mit Bestimmtheit sagen, wie die Schlossmauer ursprünglich gestaltet war. Das macht die Arbeit für Burkhard Bluhm, der das Projekt restauratorisch begleitet, nicht einfach. Die Ziegelansicht soll unbedingt gewahrt bleiben. Verwendet wurden einst handgefertigte Ziegel im Kloster- beziehungsweise später für die nachträgliche Abdeckung im Reichsformat. Fehlendes Material muss jetzt in Spezialfirmen bestellt werden, die noch die Kunst der Herstellung dieser alten Formate beherrschen. Auch zum Fugenbild sind zahlreiche Abstimmungen nötig. Das betrifft das historische Fugenmaterial ebenso wie die Farbe, die Körnung sowie die Fugentiefe. „Das alles muss erst erarbeitet werden“, erklärt March die Puzzlearbeit des Restaurierens.

Das Fundament besteht noch aus Kalkstein. Die Spezialfirma Becker & Armbrust aus Frankfurt (Oder) legt es jetzt frei und dichtet es fachmännisch ab. Das Niveau wird dem Parkplatz am Rathaus angepasst, sodass die Rundbögen künftig besser sichtbar werden. Die Restaurierung soll Mitte Oktober beendet sein, sodass die Dahmeländer dieses Meisterwerk der Handwerkskunst dann ausgiebig bewundern können.

Von Franziska Mohr

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