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Historischer Blasebalg restauriert

Mittenwalde Historischer Blasebalg restauriert

Ein historischer Blasebalg in der alten Schmiede von Mittenwalde wurde von der Orgelbaufirma Sauer in Frankfurt (Oder) aufwendig restauriert. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits Anfang Juni abgeschlossen sein, kleine Löcher im Leder gaben den Experten jedoch Rätsel auf.

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Vera Schmidt von Heimatverein betätigt den Blasebalg.

Quelle: Andrea Müller

Mittenwalde. Er ist alt, aber wie neu: Der historische Blasebalg der alten Schmiede am Heimatmuseum auf dem Salzmarkt in Mittenwalde wurde aufwendig restauriert und schmückt nun wieder diesen Teil des im Original erhaltenen Ambientes. Übernommen hatte die komplizierte Arbeit die Orgelbaufirma Sauer in Frankfurt (Oder). „Das klingt erst einmal merkwürdig“, so Vera Schmidt vom Heimatverein. Aber dieses in Deutschland sehr bekannte Unternehmen kenne sich eben hervorragend mit Leder aus. So kam es zu dem Auftrag. Eigentlich sollte der Blasebalg schon Anfang Juni fertig werden. Doch dann zogen sich die Arbeiten etwas in die Länge.

Schuld daran, so Schmidt, sei ein Fund im Holz des Blasebalgs, der allen zunächst ein Rätsel aufgegeben habe. Es fanden sich in dem Material lauter kleine Löcher. Man dachte zunächst an Holzwürmer, doch diese Lösung stellte sich schnell als Trugschluss heraus. Man bohrte sprichwörtlich nach – und heraus kamen winzige Metallsplitter. Einige Exemplare waren auch größer und erreichen Ausmaße von bis zu einem Zentimeter. „Es handelt sich um Granatsplitter“, erklärt die Vorsitzende des Heimatvereins.

Das Herz der alten Schmiede wurde aufwendig restauriert

Das Herz der alten Schmiede wurde aufwendig restauriert.

Quelle: Andrea Müller

Im Zweiten Weltkrieg sei Mittenwalde mehrmals von Granaten getroffen worden. „Es gab insgesamt 30 Einschläge allein in den Kirchturm“, weiß die Heimatgeschichts-Forscherin. Die Splitter seien durch die Gegend geflogen und vor allem in die Balken der umliegenden Dachkonstruktionen eingeschlagen. Da der Blasebalg – dessen Entstehung auf die Zeit zwischen 1920 und 1930 zurück geht – damals noch auf dem Dachboden der Schmiede befestigt gewesen sei, habe er auch tüchtig etwas abbekommen. Die Orgelbauer aus Frankfurt (Oder), die sich nun um den Blasebalg kümmerten, hätten alle Splitter sorgfältig aus dem Holz befreit. „Sie sind jetzt in einer Vitrine im Heimatmuseum zu sehen“, verrät Vera Schmidt.

Erstmals waren nun Blasebalg und Granatsplitter während des Oldtimer-Festes öffentlich zu sehen. Das nächste Mal außerhalb der regulären Öffnungszeiten des Museums mit historischer Schmiede möchte der Heimatverein die Exponate zum Tag des offenen Denkmals am 11. September den Besuchern nicht nur zeigen, sondern auch vorführen.

„Dann wird es wieder ein Schauschmieden geben“, kündigt Vera Schmidt an. Zudem soll in dem Zusammenhang auch ein kleines Jubiläum gefeiert werden. Denn die alte Schmiede ist dann seit fünf Jahren an das Mittenwalder Heimatmuseum angegliedert und kann neben dem eigentlichen Museum, dem Hof und dem Weingarten besucht werden.

Von Andrea Müller

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