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Horst Bosetzky liest im Desy

Zeuthen Horst Bosetzky liest im Desy

Der Berliner Schriftsteller Horst Bosetzky hat auf Einladung des Fontane-Kreises in Zeuthen aus seinem biografischen Roman „Der Königs von Feuerland“ über August Borsig gelesen. Er nahm seine Zuhörer dabei mit auf einen kurzweiligen Ausflug in die Stadtgeschichte Berlins.

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Die Veranstaltung im Desy war gut besucht, auch einige Berliner waren in Zeuthen zu Gast.

Quelle: Uta Schmidt

Zeuthen. Auf einen kurzweiligen Ausflug in die Berliner Stadtgeschichte und die Spuren des Berliner Industriellen August Borsig konnten sich am Samstagnachmittag mehr als 50 Zuhörer bei einer Lesung des biografischen Romans „Der König von Feuerland - August Borsigs Aufstieg in Berlin“ begeben. Zu Gast war der bekannte Berliner Schriftsteller und Krimiautor Horst Bosetzky, den Zeuthens Bibliotheksleiterin Christel Vogler sowie der Fontanekreis Zeuthen eingeladen hatten, um aus kundigem Mund und auf unterhaltsame Weise mehr über Leben und Werk des Berliner Fabrikanten und Dampfrossbauers zu erfahren. Borsig avancierte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach einer Zimmermannslehre in Breslau und dem Besuch der „Neuen Königlichen Gewerbeschule“ in Berlin zum „Lokomotivenkönig“ Preußens und wurde so zu einem Wegbereiter der Industrialisierung in den Zeiten des Vormärz.

„In ‚Stine‘ schildert Fontane den Weg und das Umfeld der Borsig-Arbeiter nach Feuerland, wie die Gießerei und Schmiede am Oranienburger Tor genannt wurde“, erklärt Barbara Münzer vom Fontanekreis. Die Zeuthener Fontane-Freunde würden sich immer wieder mit der Berlin-Geschichte befassen, deshalb sei die Resonanz auf die Bosetzky-Lesung besonders groß.

Der Autor hat zahlreiche Quellen ausgewertet

Zur Einstimmung in das Thema hatte Horst Bosetzky eine Modellbahn-Dampf-Lokomotive des Typs C1 mitgebracht, die auf der Berliner Stadtbahn-Strecke ab 1882 zum Einsatz gekommen sei. „Weil nur wenige Fakten aus dem Leben August Borsigs von 1804 bis 1854 und dessen Familie überliefert sind, habe ich die Form des dokumentarischen Romans gewählt“, so der Autor, der ab 2008 etliche Zeitzeugenberichte und Pressebeiträge ausgewertet habe. Ausführlich schilderte etwa die „Vossische Zeitung“ die Probefahrt der ersten Borsig-Lokomotive im Juni 1841 über eine Strecke von einer Meile. Legendär auch die Wettfahrt zwischen der englischen Stephenson- und der Borsig-Lokomotive im Juli 1841 auf der Strecke Anhalter Bahnhof–Jüterbog, die der Berliner mit zehn Minuten Zeitvorsprung für sich entscheiden konnte. „Das war damals eine gewaltige Sache“, so Bosetzky. Seine Entwicklung sei bei der Einweihung der Eisenbahnstrecke Berlin – Stettin 1843 im Beisein des Königs Friedrich-Wilhelm IV. zum Einsatz gekommen. Im nur 50-jährigen Leben Borsigs wurden 500 Lokomotiven gebaut.

In einem Epilog des 2011 erschienenen Romans schildert Bosetzky humorvoll sein fiktives Gespräch mit August Borsig an dessen Erbbegräbnis auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, bei dem „Vater Borsig“ an seinem 207. Geburtstag dem Autor sein Einverständnis erteilt, sich mit dessen Leben in einer Biografie zu beschäftigen.

Viele Denkmäler für Borsig

Straßennamen und Bezeichnungen wie der Borsigdamm, die Hallen am Borsigturm, das Landgut Borsig und die U-Bahnstation Borsig-Werke erinnern heute noch an den Wegbereiter des deutschen Lokomotivbaus. Borsig-Schüler Schwartzkopff baute später in Wildau eine Lokomotivenfabrik mit einer heute unter Denkmalschutz stehenden Werksiedlung.

Eva Otto aus Berlin genoss am Samstagnachmittag Lesung und Begegnung mit dem bekannten Autor von mehr als 50 Büchern. „Seine Familiensaga und seine Krimis gefallen mir besonders gut. Aber auch, wie er die Berliner Geschichte aufbereitet, ist lesenswert und interessant“, sagte sie. Im Anschluss an die Lesung nutzten die Zuhörer die Möglichkeit zum Gespräch mit Bosetzky, der Bücher und Plakate signierte.

Von Uta Schmidt

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