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Dahme-Spreewald Hotel am Funkerberg geschlossen
Lokales Dahme-Spreewald Hotel am Funkerberg geschlossen
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00:43 25.08.2014
Verlassen: Das Tagungshotel wird derzeit leergeräumt. Quelle: Grimm
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Königs Wusterhausen

Kein Klappern von Tellern, Kaffeetassen oder Besteck mehr auf der Terrasse, leere Fahnenstangen, der rote Teppich auf den Stufen zum Eingangsportal ist förmlich mit dem Untergrund verwachsen und lange hat dort keiner mehr Laub gekehrt – seit Beginn des Monats ist das Tagungshotel auf dem Funkerberg dicht. Der Mietvertrag der Telekom, die dort viele Jahre das bei Ortsansässigen beliebte „Commundo“-Hotel mit Tagungsräumen und 41 Doppelzimmern betrieb, läuft zum 24. Oktober aus. 

Stühle und Tische sind zusammengeschoben und gestapelt. Quelle: Grimm

Telekom will sparen

Es besteht kein Interesse mehr daran, das Ensemble weiterhin als Weiterbildungsstätte zu nutzen: „Das ist ein Standort, den wir nicht mehr benötigen“, sagt dazu auf Nachfrage Telekom-Pressesprecher Georg von Wagner. Auch Kostenfragen hätten auf die Entscheidung Einfluss gehabt. Zudem, so die Argumentation, sei das Kerngeschäft der Telekom „das Betreiben von Telefonie“.
Dennoch brennt im Inneren der früheren Funkschule derzeit tagsüber noch Licht. Blumentöpfe sind mit Inventur-Klebezetteln versehen, Tische und Stühle sind stapelweise gruppiert und mit Folie verpackt, bereit für den Abtransport. „Es finden dort noch Aufräumarbeiten statt, da wir das Gebäude leergeräumt übergeben werden“, so von Wagner. Teilweise werde die Einrichtung intern an anderen Standorten weitergenutzt, teils sind Möbel gespendet worden. Ein Fachschulprojekt in Kenia wie auch die Suchthilfe Schwerin konnten so beispielsweise unterstützt werden.

Zukunft des Gebäudes unklar

„95 Prozent der Mitarbeiter haben bereits einen neuen Job“, teilt Georg von Wagner mit. Das seien vor allem „Fremdarbeitskräfte“ aus den Bereichen Küche, Zimmerservice und Rezeption. Nicht bekannt ist bisher, was nun aus dem Areal werden soll. „Der Stadt liegen dazu keine Informationen vor“, ließ Königs Wusterhausens Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU) ausrichten.

Zentrum für Funker

Als Bildungseinrichtung für die Schulung von Facharbeitern und Ingenieuren für Funksende- und Empfangsanlagen wurde die „Funkschule“ 1953 erbaut, hat Zeitzeugin Rosemarie Matter dokumentiert.

Bald wurde die Schule dem Ministerium für Post und Fernmeldewesen der DDR unterstellt und diente von 1957 bis 1988 als Ausbildungsstätte für Funker. Sie war zentraler Anlaufpunkt für Nachwuchs-Nachrichtentechniker. 170 Lehrlinge, so Matter, lebten seinerzeit im Internat.

Nach der Wende übernahm die Telekom das Gebäudeensemble und modernisierte es 1992 umfassend. Zwei Jahrzehnte lang nutzte sie es als Weiterbildungsstätte. Auch viele private Feiern fanden dort statt.

Alle Fragen zur künftigen Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes beantwortet Telekom-Sprecher von Wagner damit, dass dies Sache des Eigentümers sei. Die Telekom sei nur Mieter gewesen und habe den Komplex schon vor Langem verkauft. An wen, dürfe er aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen und verwies ans Grundbuchamt, wo der Eigentümer nicht mehr in Erfahrung zu bringen war.

Großes Bedauern über Schließung

Zur Bausubstanz sagt von Wagner: „Es gibt keinen Sanierungsstau. 2011 haben größere Umbaumaßnahmen stattgefunden an den Sanitäranlagen im Erdgeschoss, der Küche, dem Speiseraum, der Bar und einigen Gästezimmern.“

Beim Sender- und Funktechnikmuseum stieß die Nachricht von der Schließung auf großes Bedauern. Zeitzeugin und langjährige Lehrerin an der Funkschule, Rosemarie Matter, erinnert sich wehmütig: „Zahllose Kontakte mit ehemaligen Lehrlingen und Studenten bestätigen uns noch heute, dass die an der Funkschule vermittelte Bildung in Praxis und Theorie herausragend gewesen ist.“

Von Michaela Grimm

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