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Hunderte Bäume müssen verschwinden

Ausbau der Seestraße in Zeuthen auf Kosten der Linden Hunderte Bäume müssen verschwinden

Der Landesbetrieb Straßenwesen legte im Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde Zeuthen seine Pläne für den Ausbau der Seestraße (L 401) vor. Es gibt zwei Varianten. Beide beinhalten die Fällung von 236 Linden. Dafür wird es Neupflanzungen geben, aber nicht unbedingt hier. Das ist abhängig davon, für welche Variante des Gehweges man sich entscheidet.

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Diese Baumallee könnte der Axt zum Opfer fallen, wenn die Seestraße (l 401) ab dem Jahr 2018 neu gebaut wird.

Quelle: Andrea Müller

Zeuthen. Der Ausbau der Landesstraße 401 (Seestraße) in Zeuthen wird nun konkret. Der Landesbetrieb für Straßenwesen legte der Gemeinde jetzt seine Pläne mit zwei Varianten vor. Baubeginn könnte 2018 sein, vorausgesetzt, in Zeuthen entscheidet man sich zügig für eine der beiden Vorschläge.

Kürzlich wurden sie im Ortsentwicklungsausschuss vorgestellt und beraten. Einerseits ist man froh, dass die seit dem Jahr 2006 gehegten Wünsche, aus der Pflasterpiste eine Straße zu machen, endlich wahr werden könnte. Andererseits ist man sich des hohen Preises bewusst. Denn zum geplanten Ausbau der L 401 gehört die Fällung von 236 Alleebäumen. In der Mehrzahl handelt es sich um alte und sehr hohe Winterlinden, die der Straße von Eichwalde in Richtung Wildau Charakter verleihen. Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD) war erstaunt über die vorgelegten Planungsunterlagen. „Der Ausbau der Straße hat absolute Priorität und sicher müssen auch Kompromisse eingegangen werden, aber ich denke, hier hat man gedanklich noch nicht alle möglichen Varianten durchgespielt“, kommentierte sie die Ideen des Landesamtes für Straßenwesen. Sie geht davon aus, weiter im Gespräch mit dem Amt zu bleiben und nach weiteren Lösungen zu suchen. In der Lindenallee ein paar Hundert Meter sei es ja auch anders gegangen.

Grund für die Fällung in dem jetzigen Straßenabschnitt, der kurz hinter dem Zeuthener Rathaus beginnt, ist die anvisierte Verbreiterung der Straße von jetzt 6,50 Meter auf dann 7 Meter. Zudem stehe nach den Ausführungen die Frage, ob man an dieser Stelle einen kombinierten Geh-und Radweg möchte oder nur einen Weg ausschließlich für Fußgänger. Ob so oder so hat Konsequenzen für die Bäume. Wird es nur ein Gehweg, könnten die Bäume zwar ebenfalls nicht stehen bleiben. Dafür könnte aber an der Straße neu gepflanzt werden, was in dem anderen Fall mit einem kombinierten Weg für Fußgänger und Radfahrer gar nicht möglich wäre.

Jonas Reif, Grüne und Mitglied im Ortsentwicklungsausschuss, hält die Fällung der Bäume für ein absolutes „No Go“, als ein Ding der Unmöglichkeit. Deswegen sei es ihm wichtig, die Öffentlichkeit schon zu diesem frühen Zeitpunkt in die Planungen einzubeziehen und nicht zu warten, bis die Messen gesungen sind. „In Brandenburg sind Baumalleen ganz besonders geschützt. Es ist mir ein Rätsel, wie sich ein Landesbetrieb für Straßenbau einfach darüber hinweg setzen kann“, sagt er. Reif erhofft sich von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald in dieser Hinsicht Unterstützung. Doch hier hält man sich mit dem Hinweis darauf, dass der Landesbetrieb für Straßenwesen verantwortlich sei, bedeckt. „Dem Landkreis liegen diesbezüglich bisher keine Unterlagen vor“, so Sprecher Michael Janek. Die Planung obliege dem Landesbetrieb Straßenwesen.

Burgschweiger hält gegen die Pläne: „Wir müssen nicht alles akzeptieren und uns nicht die Pistole auf die Brust setzen lassen“. Zwar liefen die Planungen jetzt auf Hochtouren, damit die Straße in drei Jahren gebaut werden kann. Ihrer Meinung ist aber dennoch Zeit, nach Wegen zu suchen, die Allee zu erhalten. Für den Fall, dass die 236 Linden gefällt würden, müssten 708 Bäume neu gepflanzt werden. Nicht oder nur teilweise an der L 401, sondern da, wo es das Alleenkonzept Brandenburgs vorsieht. Der Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses Jörgen Hassler (SPD) erklärte am Schluss der Beratung, dass so viel Grün wie möglich zu erhalten ist. Die Unterlagen gehen nun den Fraktionen zu.

Von Andrea Müller

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