Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Das ist nötig, um den Verkehrskollaps am BER zu verhindern
Lokales Dahme-Spreewald Das ist nötig, um den Verkehrskollaps am BER zu verhindern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:21 23.01.2019
  Quelle: IHK Cottbus, Spreeplan, PST, MAZ
Dahmeland-Fläming

Die Verkehrsplaner haben es sich nicht leicht gemacht. Fast ein ganzes Jahr habe man an der Studie gesessen, sagt Bertram Teschner vom Berliner Büro Spreeplan. Teschner und sein Kollege Torsten Schulz vom Büro PST aus Werder haben im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Cottbus 35 Treffen mit Behörden und Institutionen abgehalten und dabei sämtliche Zahlen und Daten gesammelt, die für das Umfeld des Flughafens BER verfügbar waren. Solchen Aufwand hat zu diesem Thema bislang keiner betrieben.

Die Studie, die dabei heraus kam, belegt mit Zahlen, was in der Flughafenregion viele Politiker bereits seit Jahren mutmaßen: Das Straßennetz und das ÖPNV-Angebot werden in ihrer jetzigen Form nicht ausreichen, wenn der BER erst ans Netz gegangen ist. Denn mindestens 70 000 zusätzliche Einwohner sind zu erwarten, 135 000 neue Arbeitsplätze werden geschaffen und bis zu 37 Millionen zusätzliche Fluggäste werden Schönefeld pro Jahr ansteuern. Das alles verursacht einen gigantischen Verkehr.

So lässt sich das Chaos abwenden

Als Schlussfolgerung daraus hat die IHK Cottbus, die Auftraggeber der Studie war, 16 Maßnahmen erarbeitet, die dringend in Angriff genommen werden müssen, um das drohende Chaos abwenden zu können. Die wichtigsten:

–Die Anschlussstelle Hubertus, die als wichtige Ausweichstrecke zum Flughafen bereits geplant ist und laut IHK bis spätestens 2025 kommen sollte.

–Die Anschlussstelle Kiekebusch, mit der Eichwalde, Zeuthen und vor allem Waltersdorf entlastet werden könnten.

–Die Verlängerung der Jürgen-Schumann-Allee, die als Ausweichstrecke die B 96a entlasten soll und über die neue Anschlussstelle Schönefelder Seen auch an die Autobahn angebunden werden kann.

–Der Bau der so genannten Transversale, einer Straße, die die Autobahnen 113 und 117 verbindet und auch die geplanten Gewerbegebiete im Süden Berlins an die Autobahnen anschließt.

–Die Entschärfung vieler überlasteter Knotenpunkte wie etwa die Anschlussstellen Schönefeld-Nord und Schönefeld-Süd, die Ortsdurchfahrt Waltersdorf und verschiedener Straßen in Rangsdorf und Großbeeren.

–Die Dresdner Bahn, die laut IHK unbedingt bis zur geplanten Schließung von Schönefeld alt im Jahr 2025 kommen muss.

–Die Zweigleisigkeit des Bahnhofs Königs Wusterhausen.

–Die Verlängerung der U7 bis zum Flughafen Schönefeld. Letzteres führten die Verkehrsplaner als besonders sinnvolles Projekt an, und sie legten dabei auch erstmals Berechnungen vor, die die Rentabilität des Projektes unterstreichen.

37 000 Menschen in der U7

Demnach könnte diese Linie täglich von rund 37 000 Menschen genutzt werden. „Das sind mehr, als derzeit mit der U7 in Spandau unterwegs sind“, so Teschner.

Die IHK nimmt aber nicht nur die Länder Berlin und Brandenburg in die Pflicht. Auch die regionalen Verkehrsgesellschaften haben laut Studie noch Hausaufgaben zu erledigen. Sie müssten sich darum bemühen, die neu entstehenden Gewerbegebiete besser ans Bus-Netz anzubinden. „Nur, wenn dort von morgens um 3 bis Mitternacht Busse fahren, bekommen wir die Autos von der Straße“, so Bertram Teschner. Von der Ansiedlung eines Zentralen Omnibus-Bahnhofs am BER raten die Planer ab. Er würde nur zusätzlich Verkehr in die Region ziehen.

Stadtautobahn völlig ausgelastet

Die größte Herausforderung dürfte allerdings auf Berliner Seite liegen. Dort ist die Stadtautobahn schon jetzt völlig ausgelastet. Laut den Verkehrsplanern kommt bis zum Jahr 2040 dort noch einiges an Verkehr dazu. Während heute rund 130 000 Fahrzeuge täglich den Britzer Tunnel passieren, werden es dann rund 200 000 sein. „Da müssen Maßnahmen schnellstmöglich auch länderübergreifend diskutiert werden“, so Teschner.

Von den Kommunen der Region wird die Studie begrüßt. Insbesondere Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) ist jede Unterstützung willkommen, die seiner Gemeinde hilft Verkehrsprojekte umzusetzen. Einen Teil davon wird die Gemeinde Schönefeld ohnehin selbst erledigen. Die Verlängerung der Jürgen-Schumann-Allee etwa will die Gemeinde zusammen mit der Flughafengesellschaft realisieren. Für die Transversale sichere die Gemeinde derzeit Grundstücke, demnächst soll dazu laut Haase eine Vereinbarung mit dem Bezirk Köpenick geschlossen werden. Und für die Anschlussstelle Hubertus hat Schönefeld bereits die Planung bezahlt. „Wir werden die Finanzierung in jedem Fall sichern“, sagt Haase. „Wir hoffen aber natürlich, dass wir Fördermittel dafür bekommen.“

Gemeinden sollen Strukturkonzept erstellen

Beim Land will man sich allerdings von der IHK nicht die Pistole auf die Brust setzen lassen. Er sehe die Studie als gute Grundlage für ein Strukturkonzept, sagt Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums. Dieses Konzept müssten allerdings die Kommunen aufstellen. „Darin sollten die Gewerbeansiedlungen und der geplante Wohnungsbau berücksichtigt werden, damit klar ist, in welche Richtung sich die Region künftig entwickelt“, so Streu. Die Verkehrsentwicklung müsse man immer im Blick haben.

Von Oliver Fischer

Mitglieder der Volkssolidarität haben eine Wählergruppe gegründet. Sie will sich an der Kommunalwahl beteiligen. In Königs Wusterhausen gibt es eine gemeinsame Liste mit einem Verein.

26.01.2019

Mitgründer Lothar Voigt hatte den richtigen Riecher. Tanzmusik aus früheren Jahrzehnten kommt an beim Publikum. Die fünf gestandenen Musiker von „Halbtrocken“ haben eine große Auswahl an Liedern.

25.01.2019

SPD, Linke und Grüne in Dahme-Spreewald verbünden sich zum Auftakt des Wahljahres gegen die AfD. Der CDU werfen sie Anbiederung vor. Beide Parteien reagieren entrüstet.

25.01.2019