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Dahme-Spreewald „Ich verlasse ein fahrendes Schiff“
Lokales Dahme-Spreewald „Ich verlasse ein fahrendes Schiff“
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00:19 15.01.2018
Die Bürgermeisterin von Zeuthen Beate Burgschweiger (SPD) am Ende ihrer Amtszeit. Quelle: Kai-Uwe Küchler
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Zeuthen

Nach acht Jahren als Zeuthener Bürgermeisterin endet die Amtszeit von Beate Burgschweiger (SPD) diese Woche. Im MAZ-Interview zieht sie Bilanz.

Wie fühlen Sie sich am Ende Ihrer Amtszeit?

Beate Burgschweiger: Ich bin zwischen den Welten und kann noch nicht richtig abschalten. Ich bin noch voll in der Bürgermeisterrolle. Ich habe dennoch ein gutes Gefühl, das Amt abzugeben. Mein Nachfolger Sven Herzberger will etwas Gutes für Zeuthen erreichen. Man merkt bei ihm, das ist eine Herzenssache. Auch mein Herz hängt an Zeuthen. Das verbindet uns. Da kann ich mich zurückziehen. Ich übergebe ein fahrendes Schiff.

In Zeuthen findet noch eine feierliche Amtsübergabe statt, in anderen Gemeinden nicht. Warum ist so eine Veranstaltung wichtig?

Weil sie die Rolle des Bürgermeisters in einer besonderen Weise wertschätzt. In so einer Funktion steht man oft mit dem Rücken zur Wand und wird häufig auch abwertend kritisiert. Da ist es wichtig, dass man das Amt des Bürgermeisters würdigt.

Warum war der deutliche Sieg von Herrn Herzberger für Sie und die SPD überraschend?

Ich war erstaunt. Meine Wunschkandidatin war Martina Mieritz. Sie hatte sich schon länger in der Bildungspolitik, der Gemeindevertretung und in Vereinen engagiert. Herrn Herzberger hatte ich zuvor nicht in dieser Rolle wahrgenommen. Ich denke, wir wurden zusammen mit den anderen etablierten Parteien auch im Zuge der Bundestagswahl abgestraft. Die SPD hat mit Kreisgebietsreform oder Flughafenpolitik Fehler auf Landkreis- und Landesebene gemacht.

Anfangs wollten Sie für weitere acht Jahre kandidieren. Dann haben Sie sich anders entschieden – war das die richtige Entscheidung?

Die letzten acht Jahre sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Es gab viele emotionale Auseinandersetzungen, was auch gesundheitliche Folgen hatte. Ich freue mich nun auf neue berufliche Herausforderungen.

Worauf sind Sie besonders stolz, es erreicht zu haben?

Zeuthen ist ein herausragender Bildungsstandort. Wir haben vernetzte Arbeitsstrukturen geschaffen, um besser in den unterschiedlichen Einrichtung zusammen zu arbeiten. Mit dem neuen Bürgerhaus haben wir einen Ort für den Austausch zwischen politisch, kulturell interessierten Bürgern, Vereinen, Privatpersonen geschaffen. Den Straßenausbau haben wir vorangetrieben, so dass bald alle unbefestigten Straßen befestigt sind. Ich bin stolz, dass die großen Verkehrsbauprojekte Landesstraße L402 in Miersdorf abgeschlossen sind, L401 und der S-Bahntunnelbau zeitnah beginnen sollen. Auch ist es ein wichtiges Ergebnis mit den Nachbarbürgermeistern von Schulzendorf und Eichwalde, dass die interkommunale Zusammenarbeit mit der Bildung der drei Regionalausschüsse ausgebaut wurde und eine gemeinsame Vergabestelle für die Ausschreibung von Bauleistungen und die Diskussion um einen gemeinsamen Grundschulneubau möglich wurde.

Wie sollten die ZES-Gemeinden künftig zusammenarbeiten?

Die Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene sollte vertieft werden, so dass wir künftig neben einer gemeinsamen Vergabestelle zur Absicherung von Investitionen auch ein Kitaverwaltungsprogramm zur abgestimmten Vergabe von Kitaplätzen haben. Es geht darum, die Verwaltungsabläufe zu optimieren. Derzeit erfolgt die Digitalisierung der Abläufe. Da kann man vom Know-how profitieren und finanziell einsparen. Auch eine gemeinsame Schule muss bei dem Zuzug das Ziel sein, denn wir können uns einen Schulbau alleine nicht leisten.

Welche Projekte müssen als nächstes in Zeuthen realisiert werden?

Kitabau in Miersdorf und Schulerweiterungsbau müssen kommen, denn wir sind eine Wachstumsgemeinde. Auch der Straßenbau samt Beleuchtung und Fußwegebau muss vorangetrieben werden. Sozialverträglicher Wohnungsbau ist notwendig, denn der Bedarf ist da.

Was muss für Altanschließer und Hebeanlagenkunden getan werden?

Bei den Altanschließern warten alle auf das Urteil. Der MAWV braucht das Land als Partner an seiner Seite für eine Lösung. Für Hebeanlagenkunden muss der Vertrauensschutz gewährleistet werden. Hier sind vom MAWV Zusagen gemacht worden, die einzuhalten sind.

Ein Wort zur möglichen Klage der Umlandgemeinden gegen das nicht erfolgte Planfeststellungsverfahren für die BER-Erweiterung?

So ein Verfahren braucht es, da die Umlandgemeinden die Auswirkungen spüren werden. Es ist wichtig, dass die Landesregierung die Befürchtungen der BER-Gemeinden kennt, wir gehört werden, um gegensteuern zu können.

Was wünschen Sie Zeuthen für die Zukunft?

Bürgermeister, Verwaltung und Gemeindevertretung sollten künftig gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Das war in den letzten Jahren leider nicht immer der Fall.

Was werden Sie nach Ihrer Amtszeit tun?

Ich werde wieder mehr Sport treiben, mich mehr um die Familie, meine Kinder kümmern. Ob ich künftig in der Kommunalpolitik aktiv sein werde, ist noch unklar.

Von Oliver Becker

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