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Idyll mit Seenkette

Zernsdorf Idyll mit Seenkette

Der Königs Wusterhausener Ortsteil Zernsdorf hat sich von einer Industriegemeinde zu einer begehrten Wohngegend gemausert. Bald wird die 4000-Einwohner-Marke durchbrochen, der Zuzug nimmt kein Ende.

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Das Wohngebiet „Königsufer“ am Krüpelsee rund um den denkmalgeschützten Wasserturm. Er stammt noch aus Schwellenwerk-Zeiten, ist 110 Jahre alt.

Quelle: Gerlinde irmscher

Zernsdorf. Als zweitgrößte Industriegemeinde der Region ist Zernsdorf vor 20 Jahren zu Grabe getragen worden. Als einer der schönsten Wohngegenden ist der Ort wieder auferstanden. Das Quartier „Königsufer“ steht sinnbildlich für diesen Wandel. Die schmucke neue Siedlung auf dem ehemaligen Gelände des Schwellenwerks liegt direkt am Krüpelsee. Er bildet mit dem Lankensee und dem kleinen Ukleisee die Zernsdorfer Seenkette.

Dass sie den Ort immer besser schmückt, liegt an den Bauvorhaben auf den alten Industriebrachen wie dem Schwellenwerk und dem benachbarten Betonwerk. Auch dort entstehen bald neue Königsufer-Häuser. Der erste Bauabschnitt ist schon ausverkauft. „Fast ein Drittel der Einwohner werden hier einmal leben“, sagt Ortsvorsteher Uwe Borck über das See-Quartier. Mit gut 3700 Einwohnern ist Zernsdorf nach der Kernstadt und Zeesen der drittgrößte Ortsteil von Königs Wusterhausen. Bald wird die 4000er-Grenze überschritten sein. Doch nicht nur die neuen Wohngebiete sind begehrt. Weitere rund 100 Bauanträge liegen für Zernsdorf vor, berichtet Borck. „Wir profitieren beim Zuzug vom BER-Flughafen in Schönefeld“, sagt er.

Uwe Borck im Garten des neuen Hafencafés nahe der Marina am Krüpelsee in Zernsdorf

Uwe Borck im Garten des neuen Hafencafés nahe der Marina am Krüpelsee in Zernsdorf.

Quelle: Frank Pawlowski

Vereine sollen gestärkt werden

Im neuen Wohngebiet soll nun eine Kita gebaut werden. Vor einigen Wochen eröffnete am Seeufer, direkt an der Marina gelegen, „Paulines Hafencafé“. Aber auch im alten Zernsdorf muss die Entwicklung weitergehen. Die Grundschule ist zu klein. Ob sie vor einem Neubau erst einmal erweitert wird, wird gerade diskutiert. Borck verweist außerdem auf die gesellschaftlichen Aktivitäten. So haben Zernsdorfer Vereine erstmals ein Kinderfest organisiert, es findet am 10. Juni auf dem Sportplatz statt. Der Ortsvorsteher hofft, dass auch viele Neubürger mit ihren Kindern daran teilnehmen werden. „Es geht auch um die Stärkung der Vereine." Als Problem sieht Borck die ärztliche Versorgung. Sie sei „verbesserungsfähig“, doch könne die Stadt das nicht erzwingen. Ein Tempo-30-Limit durch den Ort, das unlängst im Stadtrat gefordert wurde, befürwortet er. Die Neugestaltung des Kurparks und den öffentlichen Wanderweg am Lankensee nennt er als weitere Vorhaben.

Für das Bürgerhaus in der Friedrich-Engels-Straße hat Uwe Borck einige Ideen, die mit dem Betreiberverein aber nicht umsetzbar seien, wie er meint. Der Streit um das Haus beunruhigt die Familie Hans Curt von Einsiedels (1867-1942), der das Anwesen einst der Gemeinde vermachte. „Das Haus soll für alle Zernsdorfer da sein, niemand soll sich ausgeschlossen fühlen“, sagte Joachim von Einsiedel vom Familienverein im April bei seinem Besuch in Zernsdorf.

Ein Kulturverein bereichert inzwischen das Dorfleben. Eine Kabarettveranstaltung kürzlich war ausgebucht, ein weiterer kultureller Leckerbissen steht bevor. Schauspielerin Carmen-Maja Antoni kommt am 7. Juli zu einer Lesung nach Zernsdorf zu Penndorf am See.

Von Frank Pawlowski

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