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Dahme-Spreewald Jann Jakobs zieht Kandidatur zurück
Lokales Dahme-Spreewald Jann Jakobs zieht Kandidatur zurück
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00:24 01.03.2019
Jakobs hin, Jakobs her: Statt über verträgliche Flugrouten für die Anrainerkommunen diskutieren die Mitglieder im BER-Dialogforum in erster Linie über einen geeigneten Vorsitzenden. Der Ex-Oberbürgermeister von Potsdam, Jann Jakobs (auf dem Foto bei seiner Verabschiedung im November 2018) wird es nun doch nicht. Quelle: Friedrich Bungert
Schönefeld

Nach dem Protest aus Zeuthen hat der Ex-Oberbürgermeister von Potsdam, Jann Jakobs (SPD), seine Kandidatur für den Posten des Vorsitzenden des BER-Dialogforums zurückgezogen. Eine für diesen Montag anberaumte Sondersitzung in Zeuthen wurde daraufhin abgesagt.

Ursprünglich sollte die Gemeindevertretung erneut darüber abstimmen, ob die Absage an den Kandidaten Jakobs aufgehoben werden soll oder bestehen bleibt. Die Zeuthener Gemeindevertreter hatten ihren Bürgermeister im Dezember dazu verpflichtet, bei der Wahl mit Nein zu stimmen.

Herzberger: Rückzieher ist „folgerichtig“

Trotz des Streits hielt eine Mehrheit im Dialogforum zuletzt an der Personalie Jakobs fest. Neben Zeuthen hatten lediglich Eichwalde und Königs Wusterhausen Veto eingelegt.

„Ich halte den Rückzug von Jann Jakobs für folgerichtig“, sagte Herzberger. „Ich bin überzeugt davon, dass wir jemanden brauchen, der die Region kennt und zwischen den wirtschaftlichen Interessen und denen der Kommunen ausgleichend moderieren kann“, ergänzte er.

Leiter der Arbeitsagentur Boris Müller könnte Nachfolger werden

Als geeigneten Kandidaten nannte Herzberger Boris Müller. Der Bereichsleiter der Agentur für Arbeit im Geschäftsstellenverbund Dahme-Spreewald gilt nach dem Rückzug von Jakobs als voraussichtlicher Nachfolger. Müller selbst wollte sich nicht äußern: „Ich positioniere mich grundsätzlich nicht zu dem Thema.“

„Ich bedaure den Rückzug von Jann Jakobs“, sagte Andreas Igel (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Dialogforums. Jakobs habe sich als Präsident des Brandenburgischen Städte- und Gemeindebunds, als Verhandlungspartner der Kommunen in Tarifverhandlungen und als ehemaliger Oberbürgermeister von Potsdam parteiübergreifend Anerkennung erworben.

Andreas Igel: „Jakobs-Parteibuch spielte keine Rolle“

„Sein Parteibuch hat bei meinem Vorschlag keine Rolle gespielt, auch wenn dies immer wieder von verschiedenen Stellen suggeriert wurde“, sagte Igel.

Zu Personalfragen wollte sich der Ludwigsfelder Bürgermeister nicht äußern: „Ich finde es unverantwortlich, wenn hier einige Akteure, nur weil ihnen das Ergebnis in der Findungskommission nicht passt, Informationen durchstechen, um so ihren eigenen Interessen Auftrieb zu verschaffen.“

Igel fordert ein Zurück zur Sacharbeit

Als kommissarischer Leiter habe er mehrfach darauf hingewiesen, dass man im Dialogforum zur Sacharbeit zurückkehren müsse. „Mir ist derzeit unklar, wie diese Sachaufgaben mit dem Einstimmigkeitsprinzip angegangen werden sollen, wenn wir uns in Personalfragen nicht einmal einigen können“, sagte Igel.

Am kommenden Montag tagt das Dialogforum erneut. Ob der Personalienstreit bis dahin beigelegt ist und ein neuer Vorsitzender gewählt wird, ist fraglich. Gemäß der Geschäftsordnung muss die Wahl einstimmig erfolgen.

Von Josefine Sack

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