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Dahme-Spreewald Im Kampf gegen den Betonkrebs
Lokales Dahme-Spreewald Im Kampf gegen den Betonkrebs
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00:17 07.05.2017
Die Bauarbeiten auf der A10 zwischen Niederlehme und Dreieck Spreeau beginnen – seit Mittwoch ist die Ausfahrt Niederlehme gesperrt. Quelle: Foto: aireye
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Niederlehme

Zwischen dem Dreieck Spreeau und der Anschlussstelle Niederlehme muss die Betonschicht der A10 aufwendig gegen Asphalt ausgetauscht werden. Betonkrebs hatte diesen Abschnitt bereits fast unbefahrbar gemacht. Seit Mitte April bereits wird die Baustelle auf dem südlichen Berliner Ring eingerichtet. Seit Mittwoch ist nun auch die Ausfahrt der Anschlussstelle Niederlehme gesperrt. Bis Ende Juli dauern die Straßenbauarbeiten an und kommt es auf dem fünf Kilometer langen Abschnitt zu Verkehrsbehinderungen, wenn die drei Spuren in Fahrtrichtung Schönefelder Kreuz nach und nach saniert werden.

Abfahrt gesperrt

Wer von Osten kommt, kann in Niederlehme nicht von der Autobahn abfahren, sondern erst bei der nächsten Ausfahrt Wildau. In Richtung Westen läuft der Verkehr über Niederlehme in der gewohnten Weise. Autos und Lastwagen, die von der A12 kommen, werden derzeit über die linke einspurige Außenbahn geleitet. Mittlere, rechte und Standspur sind unbefahrbar. Wer vom östlichen Berliner Ring kommt, wird auf dem Dreieck Spreeau auf die Gegenseite geführt. Dort teilen sich dann beide Richtungen eine Fahrbahn. Die entsprechende Trennwand aus Beton steht bereits und in Richtung Dreieck Spreeau geht es von der Anschlussstelle Niederlehme aus zweispurig weiter.

Betonkrebs als Ursache

„Planbar sind solche Baustellen kaum“, sagte Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei Erkner. Er ist verantwortlich für den Betrieb der Autobahn zwischen Königs Wusterhausen und Dreieck Barnim. Man habe zwar immer wieder versucht, aufgebrochene Stellen zu reparieren, scheiterte aber an den unaufhaltbaren chemischen Prozessen, die in der Betondecke wüten. „Alkali-Kieselsäure-Reaktion heißt das Problem“, sagte Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen. Stücke der Fahrbahnoberfläche würden von Pkw und Lkw herausgerissen, die Straße sei nicht mehr verkehrssicher.

„Die Ursache sind ungeeignete Zuschlagsstoffe im Beton, die dazu führen, dass eindringendes Wasser mit den Stoffen reagiert und gelartige Strukturen bildet, die die Festigkeit auflösen“, sagte Mitschka. Das Problem sei kein neues. Seit vielen Jahren beobachte man die Entwicklung im Land Brandenburg und auch in anderen Bundesländern. „Wir haben diesen Betonfraß in vielen und großen Abschnitten gerade Richtung Süden in Richtung Lübben, aber auch beim Flughafen auf der A113. Das Thema ist furchtbar und Sanierungen sehr teurer“, sagte Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD).

Probleme der Feuerwehr

Rechtzeitig vor Baubeginn wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei von der Autobahnmeisterei über die Gegebenheiten informiert. Bei Unfällen muss von erheblichen Behinderungen ausgegangen werden. Letztlich könnte in einem Rückstau schwerlich eine Rettungsgasse gebildet werden. Dazu seien laut Müller die Fahrbahnen zu schmal. Vorbereiten könne man sich schwer, hieß es aus Feuerwehr-Kreisen.

Einerseits gelte es, den Bereich der Autobahn schnellstens zu versorgen, andererseits würde der umfahrende Verkehr zu einer erhöhten örtlichen Gefahr führen. Vor der Baustelle gilt ein Überholverbot für Lkw. Allerdings nutze während der Einrichtung der Baustelle der Schwerlastverkehr zum Teil alle drei Fahrstreifen bis zur Einfädelung in die Baustelle. Das bereitet der Feuerwehr Probleme: „Das ist fatal. Wir sind machtlos, wenn die nebeneinander stehenden Laster für die Einsatzfahrzeuge keinen Platz mehr machen können“, sagte Sandro Viehöfer, Chef der Feuerwehr Königs Wusterhausen.

Von Peter Jagst und Oliver Becker

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